Lissabon - Portugal bekommt eine weitere Tranche aus dem Rettungspaket ausgezahlt. Die Experten der Troika von der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) haben dafür ihr Plazet gegeben, teilte der portugiesische Finanzminister Vítor Gaspar am Dienstag in Lissabon mit.
"Die Troika hat uns bei ihrer jüngsten Überwachungsmission bescheinigt, dass wir uns mit unserem Reformprogramm auf einem guten Weg befinden", sagte Gaspar. Die Auszahlung der vierten Tranche in Höhe von 14,6 Milliarden Euro werde in den kommenden Monaten erwartet. Die Summe gehört zum Hilfspaket von Krediten über insgesamt 78 Milliarden Euro, mit denen die Troika die Reformen in Portugal unterstützt.
Gleichzeitig räumte Gaspar allerdings ein, dass der Konjunktureinbruch 2012 wohl stärker ausfallen wird als erwartet. Die Regierung rechne mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 3,3 Prozent, nicht mehr mit minus 3,0 Prozent. Grund dafür sei der schlechtere Ausblick für ganz Europa.
Auch die Rating-Agentur Standard & Poor's bescheinigt Portugal schwache Wachstumsaussichten. Die Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite sei in Portugal höher als in jedem anderen Euro-Land, sagte S&P-Experte Moritz Kraemer.
ssu/dpa/Reuters
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