Erfolgreiche Schuldenauktionen Frankreich und Spanien trotzen Herabstufung

Diese Reaktion der Investoren macht Hoffnung in der Euro-Krise: Obwohl die Kreditwürdigkeit von Frankreich und Spanien jüngst herabgestuft wurde, haben sich die Länder relativ günstig frisches Geld leihen können. Die Zinsen lagen deutlich niedriger als zuletzt.

Regierungschefs Rajoy, Sarkozy: Investoren zeigen sich unbeeindruckt von Herabstufung
AFP

Regierungschefs Rajoy, Sarkozy: Investoren zeigen sich unbeeindruckt von Herabstufung


Madrid/Paris - Die Schuldenauktion galt als die echte Bewährungsprobe für Frankreich nach dem Verlust der Top-Bonität - und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat sie glänzend bestanden: Frankreich hat sich bei Investoren 9,5 Milliarden Euro durch die Ausgabe langfristig laufender Staatsanleihen geliehen und dafür niedrigere Zinsen in Kauf nehmen müssen als bei der jüngsten derartigen Auktion.

Auf dem Sekundärmarkt lag der Zinssatz für zehnjährige französische Anleihen bei 3,12 Prozent, im Dezember näherte sich dieser Wert noch der Vierprozentmarke. Die Nachfrage nach den Schuldtiteln hätte ausgereicht, um mindestens das Doppelte an Geld vom Markt zu bekommen. Erst am vergangenen Freitag hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's dem Land das Triple-A entzogen.

Ähnlich erfreulich verlief auch eine Anleihenauktion Spaniens. Die Kreditwürdigkeit des Landes war von S&P sogar um zwei Noten abgestuft worden - die Anleger scheinen die Bonität Spaniens jedoch anders zu bewerten. Eine Auktion spanischer Anleihen spülte 6,6 Milliarden Euro in die Staatskasse. Damit wurde das Ziel von 4,5 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Zudem gingen die Kosten erheblich zurück: Bei den Papieren mit zehnjähriger Laufzeit sanken die Zinsen gegenüber der jüngsten vergleichbaren Auktion im November von 6,97 auf 5,40 Prozent.

Die erfolgreichen Schuldenversteigerungen setzen eine Reihe positiver Marktreaktionen fort: Auch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Geldmarktauktion des Euro-Rettungsschirms EFSF am Dienstag verlief ausgesprochen erfolgreich. Der Krisenfonds hatte ebenfalls seine Spitzenbonität bei S&P eingebüßt.

fdi/dapd/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
kimba2010 19.01.2012
1. ...
Zitat von sysopDiese Reaktion der Investoren macht Hoffnung in der Euro-Krise: Obwohl die Kreditwürdigkeit von Frankreich und Spanien jüngst herabgestuft wurde, haben sich die Länder relativ günstig frisches Geld leihen können. Die Zinsen lagen deutlich niedriger als zuletzt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,810176,00.html
frisches Geld leihen = mehr Schulden machen. Hört sich aber weniger schlimm an. Und hätte die EZB durch ihre Eingriffe nicht künstlich die Zinsen gesenkt, wäre der Euroramsch viel teurer gewesen. Aber ewig wird die Manipulation nicht gehen. Die Zinsen steigen schon wieder.
Papierleschweizer 19.01.2012
2. Erfolgreich?
Wer glaubt denn bitte derartige Nachrichten? Die Frage ist ganz einfach: WER hat die Anleihen gekauft? Das System im Euroraum verkommt zum gleichen Zustand wie das der FED....
rabenkrähe 19.01.2012
3. Zustimmung
Zitat von kimba2010frisches Geld leihen = mehr Schulden machen. Hört sich aber weniger schlimm an. Und hätte die EZB durch ihre Eingriffe nicht künstlich die Zinsen gesenkt, wäre der Euroramsch viel teurer gewesen. Aber ewig wird die Manipulation nicht gehen. Die Zinsen steigen schon wieder.
........ So ist es. Und der größte Skandal dabei: Die EZB schenkt den Banken das Geld, die dafür weisungsgemäß Staatsanleihen kaufen und dafür gute Zinsen kassieren. Die Staatsanleihen werden dann gleich wieder bei der EZB hinterlegt, weil die Banken sich ja untereinander nicht mehr trauen. Ein aberwitziges Spiel auf Kosten der Steuerzahler, die gleich zweimal zur Kasse gebeten werden: Für diese eigenwillige Bankenförderungskonstruktion und für die Schräglagen der Überschuldungsländer! rabenkrähe
zudummzumzum 19.01.2012
4. Na und?
Zitat von PapierleschweizerWer glaubt denn bitte derartige Nachrichten? Die Frage ist ganz einfach: WER hat die Anleihen gekauft? Das System im Euroraum verkommt zum gleichen Zustand wie das der FED....
Die FED funktioniert schon länger als die Bundesbank funktioniert hat. Und wird, im Gegensatz zur EZB, auch nicht angezweifelt. Na ja, theoretisch haben ja auch Sozialismus und Kommunismus funktioniert - man darf eben nur nicht auf die Praxis schauen ... Wie wäre es denn mit einem ganz anderen Erklärungsansatz: Durch die jetzigen Herabstufungen nähern sich die Rating-Agenturen in ihrem Urteil der Meinung der Märkte an - alleine das schafft schon "Sicherheit". Wirtschaftspolitik und Konjunktur sind nunmal zu einem sehr großen Teil von Emotionen abhängig. "Das System" funktioniert weder emotional, noch logisch, sondern in einer Balance dazwischen, wobei die Spanne nie zu groß werden darf. Und wenn die Rating-Agenturen die Realität wieder eingeholt haben werden, was noch ca. 1/2 Jahr dauern wird, wird auch wieder ein allgemeines Grundvertrauen eintreten. Und dann geht es wieder - moderat - aufwärts, weil man das Gefühl hat, dass man alle schlechten Nachrichten endlich verdaut hat. Es interessiert die Märkte weniger, ob Frankreich triple oder einfach A steht, sondern der Ausblick. Wenn der stabil bis positiv ist, ist die Wende geschafft!
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