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Ernüchternde Studie: Riester-Rentenversicherungen lohnen sich kaum

Die meisten der fast 13 Millionen Riester-Sparer setzen nicht auf einen Bank-oder Fondssparplan, sondern auf eine Rentenversicherung. Doch nach einer Untersuchung der Zeitschrift "Öko-Test" sind ungeförderte Privatrenten oft attraktiver. Der Grund: die hohen Kosten der Riester-Verträge.

Rentner: Mit einem Riester-Vertrag sorgen fast 13 Millionen Deutsche für's Alter vor Zur Großansicht
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Rentner: Mit einem Riester-Vertrag sorgen fast 13 Millionen Deutsche für's Alter vor

Frankfurt am Main - Schlechte Nachrichten für einen Großteil der fast 13 Millionen Riester-Sparer: Eine Rentenversicherung mit Riester-Förderung bietet den Sparern trotz staatlicher Zulagen oft weniger Leistungen als ungeförderte Privatrenten. Wie das Verbrauchermagazin "Öko-Test" am Montag berichtete, sind die Vertragskosten bei Riester-Renten fast immer höher als bei Privatrenten, sodass ein Großteil der versprochenen Verzinsung dadurch aufgezehrt wird.

Bei den von "Öko-Test" geprüften Modellfällen hatten den Angaben zufolge Riester-Sparer zu Rentenbeginn bis zu 3263 Euro weniger Garantiekapital und bis zu 14.373 Euro weniger Gesamtkapital auf dem Konto als bei einer ungeförderten Privatrente. Die Vertragslaufzeit und die Höhe der Einzahlungen seien in den getesteten Fällen identisch gewesen.

Auch die Rentenleistung fällt laut Verbrauchermagazin bei den Riester-Verträgen geringer aus. In einem Vergleichsfall sei einem 35-Jährigen bei einer Vertragslaufzeit von 30 Jahren und einer jährlichen Einzahlung von 2100 Euro eine Rentenleistung prognostiziert worden, die um 540 Euro unter der einer Privatrente gelegen habe.

Die Tester bemängelten, dass die Kostenangaben bei Riester-Verträgen nach wie vor intransparent und für die Verbraucher nicht auf Anhieb erkennbar seien. Vor allem verschwiegen die Anbieter oft, dass von den staatlichen Zulagen auch noch Abschluss- und Verwaltungskosten abgingen, die nicht selten höher seien als die Kosten, die auf den Eigenbeitrag der Riester-Sparer erhoben werden. Nur minimale Kosten entstünden hingegen bei Riester-Banksparplänen, die zudem oft höhere Renditen böten.

böl/ddp/Dow Jones

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Forum - Werden die Jüngeren im System der Altersvorsorge benachteiligt?
insgesamt 547 Beiträge
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1. Überschätzte Rentner
cosifantutte 18.07.2009
Zitat von sysopDie Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?
Es gibt Rentner, die genug zum Leben haben und solche, die gerade so am Existenzminimum (ungefähr Hartz 4) leben. Die ersteren werden dadurch, dass es in Zukunft keine Rentenerhöhungen mehr gibt, auch so nach und nach Richtung Hartz 4 rutschen (die Inflation steigt nämlich weiter). Also wem will man da noch etwas wegnehmen? Darauf scheint die Frage ja ab zu zielen. cosifantutte.
2.
ergoprox 18.07.2009
Zitat von sysopDie Rentendiskussion dauert an. Das aktuelle Modell der Altersvorsorge benachteiligt nach Meinung vieler Kritiker vor allem jüngere Menschen. Wie beurteilen Sie die Schieflage in der Altersvorsorge? Wie könnte die Gerechtigkeit verbessert werden?
Es ist zwar schon wieder einmal mehr als seltsam, dass zum Thema Rente schon wieder ein Thread aufgemacht wird, aber wenn es so ist... Die Antwort wäre: Keiner sollte sich zukünftig aus der gesetzlichen Renteneinzahlung (Beamte, Selbständige) entziehen dürfen -->Modell Schweiz. Abschaffung des Riesterschwachsinns, Einzahlung der dafür sinnlos verbratenen Steuermittel (die via Gebühren sowieso 1:1 in den Abzockbuden namens Versicherungen und Banken enden) in die Rentenkasse. Abschaffung des Zeitarbeits- und 1€ Job - Missbrauchs, Lohnzuwächse entsprechend der Produktivitätsentwicklung. Schon wäre die Rentenversicherung auf viele Jahre saniert.
3.
japan10 18.07.2009
Zitat von ergoproxEs ist zwar schon wieder einmal mehr als seltsam, dass zum Thema Rente schon wieder ein Thread aufgemacht wird, aber wenn es so ist... Die Antwort wäre: Keiner sollte sich zukünftig aus der gesetzlichen Renteneinzahlung (Beamte, Selbständige) entziehen dürfen -->Modell Schweiz. Abschaffung des Riesterschwachsinns, Einzahlung der dafür sinnlos verbratenen Steuermittel (die via Gebühren sowieso 1:1 in den Abzockbuden namens Versicherungen und Banken enden) in die Rentenkasse. Abschaffung des Zeitarbeits- und 1€ Job - Missbrauchs, Lohnzuwächse entsprechend der Produktivitätsentwicklung. Schon wäre die Rentenversicherung auf viele Jahre saniert.
Warum so eine einfache Lösung suchen wollen? Kohl hat die Rentenkasse im Osten verballlert und nun schaut man in die Röhre.
4.
ergoprox 18.07.2009
Zitat von japan10Warum so eine einfache Lösung suchen wollen? Kohl hat die Rentenkasse im Osten verballlert und nun schaut man in die Röhre.
Das sehe ich differenzierter ;-) http://www.sopos.org/aufsaetze/42347de5838d4/1.phtml
5. Jawohl
Verbalwalze, 18.07.2009
Die jungen werden bei der Altersvorsorge diskriminiert, dadurch dass inzwischen alle Risiken ausschließlich den Rentenzahlern seien es Steuerzahler oder Beitragszahler aufgebürdet werden. Die dynamische Rente in D ist an die Bruttolöhne gebunden, d.h. (1) Sinkt das Nettoeinkommen durch steigende Steuern und Sozialabgaben, bleibt die Rente gleich, der Wohlstand der Rentner nimmt relativ zu. (2) Sinkt die Anzahl der Beitragszahler konjunkturbedingt z.B. durch Arbeitslosigkeit bleibt die Rente gleich, die verbleibenden Zahler müssen eine Beitragserhöhung hinnehmen. (3) Steigt die Lebenserwartung, bleibt die Rente gleich, sie wird länger gezahlt und die Beiträge steigen. (4) Neu im Programm: Sinken die Bruttolöhne greift die Sperrklausel, die Renten bleiben gleich und die Beiträge auf das ohnehin geringere Einkommen steigen und schließlich das unbestrittene Superhighlight, der Oberknaller, ultimative Negierung des Verursacherprinzips, der Gipfel der Ungerechtigkeit (5) Verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Rentnern und Beitragszahlern dadurch, dass die Rentner zuwenig Nachwuchs bekommen haben, dann (man kann es sich denken) bleiben die Renten gleich und die Beiträge werden erhöht. als Sahnehäubchen und Kirsche auf den Gipfel (6) Läuft die Konjunktur mal gut, wird nicht etwa die Staatsverschuldung abgebaut, sondern die Rentner erhalten eine Sonderzahlung. Und obendrauf: Dieser sittenwidrige Vollbetrugsvertrag wird nicht nur mit rechtsunmündigen, sondern mit ungeborenen abgeschlossen. Fair wäre: (1)-(3) sollten geteilt werden (4) niemals (5) geht gar nicht (6), meinetwegen, aber höchstens als Einmalzahlung Gruß Verbalwalze
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Die Berechnung der Rentensteigerung
Lohn der Arbeitnehmer
Das Prinzip der dynamischen Rente besagt, dass die Rentner vom steigenden Wohlstand der Arbeitnehmer proftieren sollen. Deshalb steigen die Bezüge der älteren Generation grundsätzlich um den gleichen Prozentsatz, mit dem sich auch der Durchschnittslohn je Arbeitnehmer im Vorjahr erhöht. Vereinfacht gesagt: Verdient ein durchschnittlicher Arbeitnehmer dank Lohnererhöhungen zwei Prozent mehr, erhöht sich auch die Rente entsprechend. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren zwei Faktoren eingeführt, die den Rentenanstieg bremsen.
Riester-Faktor
Der Riester-Faktor wurde 2001 eingeführt. Der Abzug von der sich rechnerisch ergebenden Rentenerhöhung soll den erhöhten Aufwendungen der Arbeitnehmer für die private Altersvorsorge (Riester-Rente) Rechnung tragen. Der Sonderfaktor hat den Rentenanstieg in den vergangenen Jahren um 0,5 bis 0,6 Prozent jährlich gedämpft. Allerdings wurde er für die Jahre 2008 und 2009 ausgesetzt. Das damals fällige Minus soll allerdings 2012 und 2013 nachgeholt werden.
Nachhaltigkeitsfaktor
Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde im Rahmen der Rentenreform des Jahres 2004 eingeführt. Er soll sicherstellen, dass die Renten dann weniger stark steigen, wenn die Zahl der Beitragszahler sinkt. Weil es künftig immer mehr Rentner und immer weniger Arbeitnehmer geben wird, führt er mit großer Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren regelmäßig zu geringeren Rentensteigerungen. Auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit dämpft der Sonderfaktor das Plus bei den Renten.
Rentengarantie
Die Rentengarantie wurde 2009 beschlossen. Sie soll sicherstellen, dass die Altersbezüge auch dann nicht niedriger ausfallen, wenn die Lohnsumme sinkt. Allerdings soll die ausgefallene Rentenkürzung in besseren Zeiten nachgeholt werden. Dann steigen die Altersbezüge nur halb so viel wie rechnerisch möglich.


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