Beteiligung am Rettungsfonds Euro-Zone rettet sich selbst

Verdienen an der Euro-Rettung: Unter diesem Motto sucht der Rettungsfonds ESM Käufer für seine Anleihen. Doch außerhalb Europas ist das Interesse laut einem Bericht bislang gering. Vor allem in den USA scheint die Skepsis zu überwiegen.

Europa-Flaggen in Brüssel: Zweifel am Fortbestand der Gemeinschaftswährung
AP

Europa-Flaggen in Brüssel: Zweifel am Fortbestand der Gemeinschaftswährung


Berlin - 700 Milliarden Euro - diese Zahl soll das Vertrauen in die Euro-Zone zurückbringen. Es ist das Stammkapital des dauerhaften Rettungsfonds ESM, der kriselnde Euro-Staaten mit Krediten und Bürgschaften unterstützen kann. Doch außerhalb von Europa hält sich das Vertrauen in den ESM laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung in Grenze. Demnach stammen die Käufer der vom Rettungsfonds aufgelegten Anleihen bislang überwiegend aus den Euro-Staaten.

Investoren aus der Euro-Zone hätten bisher exakt die Hälfte der Papiere gekauft, schreibt "Bild" unter Berufung auf interne Berechnungen des Rettungsfonds EFSF, des Vorläufers des ESM. An zweiter Stelle folgen Asiaten, die immerhin ein Viertel der Anleihen erwarben. US-Amerikaner zählten dagegen zu einer Gruppe sonstiger Käufer, die zusammen lediglich sechs Prozent der Investitionen ausmachten. Selbst im Euro-Skeptiker-Land Großbritannien (13 Prozent) war das Interesse deutlich größer. Experten werten die Zurückhaltung der US-Anleger laut "Bild" als Beleg für Zweifel daran, ob der Euro Bestand hat.

Der ESM trat vor zwei Wochen in Kraft. Wie schon der EFSF verkauft er Anleihen, für welche die Euro-Staaten bürgen. Das eingenommene Geld verleiht der Fonds zu etwas höheren Zinsen weiter an Krisenländer, die Hilfsanträge gestellt haben. Für die Länder ist dies günstiger, da sie auf dem freien Markt derzeit deutlich höhere Zinssätze zahlen müssten. Von Januar 2011 bis Mitte Oktober 2012 hat der EFSF laut "Bild" insgesamt 50 Milliarden Euro eingesammelt und an Euro-Krisenstaaten weitergereicht.

Die EU-Länder hatten zunächst deutlich größere Hoffnungen auf Investoren außerhalb Europas gesetzt. So versuchte Rettungsfondschef Klaus Regling vergeblich, Schwellenländer für eine sogenannte Hebelung zu gewinnen: Durch die Beteiligung privater Anleger sollte die Schlagkraft des EFSF auf eine Billion Euro erhöht werden. Der Plan scheiterte jedoch am mangelnden Interesse. Dennoch gibt es für den Nachfolger ESM ähnliche Pläne, die bis zu zwei Billionen mobilisieren sollen.

Besonders China wird immer wieder als möglicher Retter kriselnder Euro-Länder gehandelt. Erst im August wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Besuch in Peking für den Kauf südeuropäischer Staatsanleihen werben. Die chinesische Regierung hatte solche Käufe in der Vergangenheit selbst gegenüber Ländern wie Griechenland und Spanien angekündigt. Wie viele Anleihen das Land tatsächlich erwarb, ist allerdings unbekannt.

dab/AFP

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Seite 1
ronald1952 21.10.2012
1. Eine Tode Kuh, ist eine Tode Kuh!
Zitat von sysopAPVerdienen an der Euro-Rettung: Unter diesem Motto sucht der Rettungsfonds ESM Käufer für seine Anleihen. Doch außerhalb Europas ist das Interesse laut einem Bericht bislang gering. Vor allem in den USA scheint die Skepsis zu überwiegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/esm-anleihen-treffen-ausserhalb-europas-auf-wenig-interesse-a-862571.html
Egal was man auch versuchen würde, sie wird nicht wieder Lebendig. Außer es würde ein Wunder passieren, ber so was gibt es nur beim Pabst in seinen Träumen. Würden die Steuerzahler nicht mit ihrem sauer verdiehnten Geld herhalten müssen für diese Verbrecherbande von Bankern, dann wäre das mit dem Euro schon gelaufen und Passè. Man könnte glatt Glauben diese Herrschaften haben zu viele Barbie-Filme gesehen, da wird auch wieder alles gut,oder? schönen Tag noch,
petsy157 21.10.2012
2. Zinssatz
Zitat von sysopAPVerdienen an der Euro-Rettung: Unter diesem Motto sucht der Rettungsfonds ESM Käufer für seine Anleihen. Doch außerhalb Europas ist das Interesse laut einem Bericht bislang gering. Vor allem in den USA scheint die Skepsis zu überwiegen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/esm-anleihen-treffen-ausserhalb-europas-auf-wenig-interesse-a-862571.html
Grins, das ist eben eine Frage des Zinssatzes. Die bisherigen Zinssätze sind einfach nur lächerlich und jedes andere ausländische Investment bringt alleine dadurch schon weit mehr, mal ganz abgesehen von den Steuervorteilen. Die Anlagen in den USA bringen im Minimum 5% und was bringt der ESM? Nix!!!!! Sollten sich die Politiker mal am Markt schlau machen und dann entscheiden. So wird das halt nix.
Gerdtrader50 21.10.2012
3. Die Retter der Retter der Rettungsschirmretter !
a) Haben Schrottwährung kreiert, b) Schrott machen Probleme, c) Retter müssen die Währung retten, d) Eine Währung, die man retten muss, ist keine Währung. e) Die Ar---krie.... haben mehrere Personen nach China geschickt und in die Schwellenländer, um ihre ehemaligen Entwicklungsländer um Hilfe anzubetteln, solche Luschen sind das. f) Da diese existenzunfähige Experimentalwährung nicht erhalten werden kann, sondern lediglich mit ca. 0,5 Billionen € verlorene Zuschüsse per anno die Implosion temporär aufzuhalten ist, investiert logisch keiner außerhalb der Währungszone in den Schrott. Der Untergang der Zone ist gewiss, der Zeitpunkt liegt noch nicht fest. Scheitert der Euro, scheitern die selbsternannten Eliten, bestehend samt und sonders seit Kohl aus lauter Währungsspezialisten. Der Ruf als Könner im Devisenressort eilt diesen Spezialisten global voraus. RETTE SICH, WER KANN !
distar99 21.10.2012
4. Systemfehler
Ich halte die Beschaffung der notwendigen Gelder über den Kapitalmarkt ohnehin für einen Systemfehler. Warum sollten ausgerechnet die wieder Geld verdienen, die uns mit ihrer Zockerei in die Schuldenfalle getrieben haben. Besser wäre es, das Geld einfach zu drucken und durch Steuern die Kapitalmärkte auszutrocknen. Niemand sollte an der Not Spaniens seinen Schnitt machen dürfen!
klaro67 21.10.2012
5. Ja, ja die bösen Zocker!
Zitat von distar99Ich halte die Beschaffung der notwendigen Gelder über den Kapitalmarkt ohnehin für einen Systemfehler. Warum sollten ausgerechnet die wieder Geld verdienen, die uns mit ihrer Zockerei in die Schuldenfalle getrieben haben. Besser wäre es, das Geld einfach zu drucken und durch Steuern die Kapitalmärkte auszutrocknen. Niemand sollte an der Not Spaniens seinen Schnitt machen dürfen!
um diesen den Garaus zu machen, könnten Sie doch zu niedrigen Zinsen südeuropäischen Ländern ihre Staatsanleihen abkaufen. Gelddrucken? Dann müssen alle für diesen ganzen Unsinn bezahlen. Warum nicht nur die Gutmenschen, die eh genug haben.
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