Wirtschaft


ESM-Chef Regling: Sorge vor Rückkehr der Euro-Krise nach Italien

Italien droht eine Rückkehr der Euro-Krise: Nach der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Monti warnt der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, vor einer neuen Verschärfung der Krise in dem Land. Italien müsse die Reformen fortsetzen, forderte er in der "Süddeutschen Zeitung".

Italiens Ministerpräsident Mario Monti: Kehrt die Euro-Krise nach Italien zurück?Zur Großansicht
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Italiens Ministerpräsident Mario Monti: Kehrt die Euro-Krise nach Italien zurück?

Rom - Italien gerät erneut in Turbulenzen: Regierungschef Mario Monti will vorzeitig hinwerfen, sein Vorgänger Silvio Berlusconi versucht ein politisches Comeback. Der Chef des Euro-Rettungsfonds, Klaus Regling, befürchtet, das hochverschuldete Land könnte sich vom Sparkurs abkehren: "Italien hat im vergangenen Jahr wichtige Reformen angeschoben. Das haben die Märkte bislang honoriert, allerdings haben sie auf die aktuellen Entwicklungen vergangener Woche beunruhigt reagiert", sagte der ESM-Chef der "Süddeutschen Zeitung".

Für Italien wie für die gesamte Währungsunion sei es wichtig, dass der Reformprozess fortgesetzt werde. Italiens Ministerpräsident Mario Monti hatte am Samstag nach einem Krisentreffen mit Staatschef Giorgio Napolitano mitgeteilt, er wolle vorzeitig abtreten, sobald der Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet sei. Damit wird noch vor Weihnachten gerechnet. Bislang regierte Monti mit der Unterstützung einer Vielzahl von Parteien, unter ihnen die PDL und die Demokratische Partei (PD). Zuvor hatte die Mitte-Rechts-Partei PDL des dreifachen früheren Regierungschefs Monti die Unterstützung entzogen. Berlusconi hatte bestätigt, dass er bei den Wahlen 2013 selbst noch einmal antreten will. Die ursprünglich für März oder April angesetzte Wahl soll jetzt Anfang Februar stattfinden.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen mahnten am Sonntag, das hochverschuldete Land dürfe nicht von seinen Reformen abrücken. Die zuletzt relative Ruhe an den Finanzmärkten bedeute keineswegs, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone die Schuldenkrise überwunden habe, warnte Barroso in der Zeitung "Il Sole 24 Ore". Italien müsse an seinen Reformen festhalten. "Die kommenden Wahlen dürfen nicht als Vorwand dienen, um die Unerlässlichkeit dieser Maßnahmen in Frage zu stellen."

Finanzbranche hält Berlusconi-Comeback für Katastrophe

Asmussen zeigte sich über die Rückzugsankündigung Montis enttäuscht. Dessen Regierung habe "in kurzer Zeit Großes geleistet: das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen, die Haushaltskonsolidierung vorangebracht. Wer immer Italien, ein Gründungsland der EU, nach den Wahlen regiert, wird diesen Kurs mit derselben Ernsthaftigkeit fortsetzen müssen", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Finanzanalysten rechnen damit, dass allein die Rücktrittsankündigung Montis die Kreditaufnahme Italiens wieder verteuern dürfte. Größtes Risiko sei, dass Berlusconi die Unzufriedenheit über die Strukturreformen nun für sich nutzen könne, hieß es. Ein Comeback Berlusconis wird in der Branche als Katastrophe für Italiens Finanzen und die Realwirtschaft gewertet.

nck/dpa/Reuters

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insgesamt 67 Beiträge
nickleby 10.12.2012
Diese Tartarenmeldung bezüglich der Rückkehr Berlusconis ist zwar bestürzend, aber nicht katastrophal; denn hier wird wohl auch die "Straße" zu Wort kommen. Die Italiener hassen zwar die Spardiktate, aber sie bauen auf [...]
Diese Tartarenmeldung bezüglich der Rückkehr Berlusconis ist zwar bestürzend, aber nicht katastrophal; denn hier wird wohl auch die "Straße" zu Wort kommen. Die Italiener hassen zwar die Spardiktate, aber sie bauen auf ihre Zukunft in Europa und auf das bisher Erreichte Wenn Berlusconi wieder das Sagen haben sollte, ist die Zukunft bereits Vergangenheit unter Umgehung der Gegenwart. Es wird Turbulenzen geben, aber die Vernunft wird letztendlich siegen. Hier kann man wohl Optimist sein
dani216 10.12.2012
mit Monti bei Brot und Wasser sind Italien offensichtlich genug. Jetzt gibts wieder Sekt, Kaviar, Partys und Bunga-Bunga.
Zitat von sysopItalien droht eine Rückkehr der Euro-Krise: Nach der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Monti warnt der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, vor einer neuen Verschärfung der Krise in dem Land. Italien müsse die Reformen fortsetzen, forderte er in der "Süddeutschen Zeitung". ESM-Chef Regling befürchtet Rückkehr der Euro-Krise nach Italien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/esm-chef-regling-befuerchtet-rueckkehr-der-euro-krise-nach-italien-a-871869.html)
mit Monti bei Brot und Wasser sind Italien offensichtlich genug. Jetzt gibts wieder Sekt, Kaviar, Partys und Bunga-Bunga.
Die strukturellen Unterschiede bezüglich der jeweiligen nationalen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten innerhalb einer gemeinsamen Währungszone sind das Problem. Viele Euroländer sind in dieser Währungsunion kaum oder [...]
Zitat von sysopItalien droht eine Rückkehr der Euro-Krise: Nach der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Monti warnt der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, vor einer neuen Verschärfung der Krise in dem Land. Italien müsse die Reformen fortsetzen, forderte er in der "Süddeutschen Zeitung". ESM-Chef Regling befürchtet Rückkehr der Euro-Krise nach Italien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/esm-chef-regling-befuerchtet-rueckkehr-der-euro-krise-nach-italien-a-871869.html)
Die strukturellen Unterschiede bezüglich der jeweiligen nationalen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten innerhalb einer gemeinsamen Währungszone sind das Problem. Viele Euroländer sind in dieser Währungsunion kaum oder gar nicht mehr eigenständig existenz- und überlebensfähig. Diese befinden sich in einer nachhaltigen und dauerhaften Abschwungphase, die mit gleichzeitigen Budgetsanierungen verschärft wird. Da der Weg über die Abwertung einer eigenen Währung nicht mehr möglich ist, sind hier weitere Drittmittelhilfen absehbar. Der EFSF ist so gut wie ausgeschöpft, der ESM soll zusätzlich noch zu Bankenrekapitalisierung genützt werden. Ein weiteres Problemfeld stellt der europäische Bankensektor dar, besonderes in der südlichen Euroregion. Hier versucht die EZB über LTRO und ELA eine Nothilfe zu leisten, die Target 2 Problematik besteht dabei zusätzlich. Griechenland, Spanien und Italien, diese werden wohl die Brennpunkte der Eurozonenstabilisierungsbemühungen bilden. Hinzu kommt noch als weiterer Kandidat Frankreich, hier steht ein gesellschaftspolitischer Komplettumbau an. So stellt sich die Situation für Klaus Regling und für die EZB dar. Die gleichen umfangreichen Stützungsmaßnahmen, die für Griechenland oder für Zypern möglich waren, sind so nicht mehr wiederholbar. Dabei zeichnen sich heute schon innerhalb der einzelnen Euroländer erhebliche innenpolitische Konflikte ab. Italien und auch Frankreich sind dabei die entscheidenden Faktoren. Gelingt hier die Anpassung, um ein Überleben der Eurozone zu gewährleisten? Dazu einige volkswirtschaftliche Hintergrundinformationen, die diese umfangreichen Entwicklungen besser verdeutlichen können: Renationalisierung: Zocken mit der Dicken Bertha - Europas Schuldenkrise - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/renationalisierung-zocken-mit-der-dicken-bertha-11970687.html) Schuldenkrise: Die Trickkiste der Gelddrucker - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/schuldenkrise-die-trickkiste-der-gelddrucker/6589466.html) Schuldenkrise: Warum geht Griechenland nie das Geld aus? - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/schuldenkrise-warum-geht-griechenland-nie-das-geld-aus/7397254.html) Denkfabrik: Die Euro-Zone muss verkleinert werden - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/denkfabrik-die-euro-zone-muss-verkleinert-werden/7011120.html) Griechenland: Vollkasko für die Peripherie - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/griechenland-vollkasko-fuer-die-peripherie/7467588.html) Henkel trocken: Frankreich (http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/henkel-trocken-frankreich-deutschland-scheidung-noetig/6937000.html)
spike06 10.12.2012
"Italien droht eine RÜCKKEHR der Euro-Krise". Diese Eurokrise besteht schon seit einiger Zeit und ein Ende ist nicht absehbar. Italien ist und war davon sicherlich nicht ausgenommen, was wollte uns der Redakteur damit [...]
Zitat von sysopItalien droht eine Rückkehr der Euro-Krise: Nach der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Monti warnt der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, vor einer neuen Verschärfung der Krise in dem Land. Italien müsse die Reformen fortsetzen, forderte er in der "Süddeutschen Zeitung". ESM-Chef Regling befürchtet Rückkehr der Euro-Krise nach Italien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/esm-chef-regling-befuerchtet-rueckkehr-der-euro-krise-nach-italien-a-871869.html)
"Italien droht eine RÜCKKEHR der Euro-Krise". Diese Eurokrise besteht schon seit einiger Zeit und ein Ende ist nicht absehbar. Italien ist und war davon sicherlich nicht ausgenommen, was wollte uns der Redakteur damit sagen?
Inselbewohner 10.12.2012
Berlusconi wird das schon machen und Hollande und Merkel können sich schon mal warm anziehen. Ich glaube Berlusconi wird kräftig zurückrudern und die EZB unter Druck setzen. Gruß HP
Zitat von sysopItalien droht eine Rückkehr der Euro-Krise: Nach der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Monti warnt der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, vor einer neuen Verschärfung der Krise in dem Land. Italien müsse die Reformen fortsetzen, forderte er in der "Süddeutschen Zeitung". ESM-Chef Regling befürchtet Rückkehr der Euro-Krise nach Italien - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/esm-chef-regling-befuerchtet-rueckkehr-der-euro-krise-nach-italien-a-871869.html)
Berlusconi wird das schon machen und Hollande und Merkel können sich schon mal warm anziehen. Ich glaube Berlusconi wird kräftig zurückrudern und die EZB unter Druck setzen. Gruß HP
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  • Montag, 10.12.2012 – 07:01 Uhr
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Steckbrief Italien
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Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land hat im Gegensatz zu Griechenland zwar eine recht solide Wirtschaft, leidet aber ebenfalls unter einer gigantischen Staatsverschuldung. Die wichtigsten Daten im Überblick:

Fläche: 301.336 km²

Bevölkerung: 59,571 Mio.

Hauptstadt: Rom

Staatsoberhaupt:
Giorgio Napolitano

Regierungschef: Enrico Letta

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