Rom - Es ist ein Hoffnungsschimmer in der Euro-Krise: Das angeschlagene Euro-Land Italien hat sich zu deutlich günstigeren Zinsen insgesamt 6,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt.
Bei einer stark beachteten Versteigerung von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren sei der Zuschlag bei einem Zinssatz von 2,75 Prozent erfolgt, teilte die italienische Schuldenagentur in Rom mit. Bei der letzten vergleichbaren Auktion am 13. Juli hatte die Rendite etwa doppelt so hoch bei 4,65 Prozent gelegen.
In der vergangenen Woche hatte die EZB den unbegrenzten Kauf von Anleihen angeschlagener Euro-Länder unter bestimmten Bedingungen beschlossen. Nun zeigt sich, dass allein die Ankündigung ausreichen könnte, um die Renditen der Staatspapiere von Krisenländern zu drücken. Hoffnung machen zudem ein Urteil des deutschen Verfassungsgerichts, das ein deutsches Engagement beim Euro-Rettungsschirm ESM erlaubt, sowie der Wahlsieg des Euro-Befürworters und Sparfalken Mark Rutte in Holland.
Parallel hat sich Irland am Donnerstag zu deutlich günstigeren Bedingungen als zuletzt am Geldmarkt refinanziert. Es seien wie geplant Papiere mit einer Laufzeit von drei Monaten über 500 Millionen Euro platziert worden, teilte die Schuldenagentur NTMA am Donnerstag in Dublin mit. Die zu zahlende Rendite lag bei 0,7 Prozent. Bei der letzten vergleichbaren Auktion am 7. Juli hatte die Rendite noch bei 1,8 Prozent gelegen.
Irland war vor mehr als eineinhalb Jahren unter den Euro-Rettungsschirm EFSF geschlüpft und nicht mehr am Kapitalmarkt aktiv gewesen. Irland ist mit seinen Reform- und Sparprogrammen nach Einschätzung der Troika (EU, IWF und EZB) gut vorangekommen. Im Juli war Irland auch erstmals wieder mit langlaufenden Anleihen am Markt. Das Euro-Land soll sukzessive wieder an die Kapitalmärkte zurückkehren.
ssu/dpa
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