EU-Posse: Europäische Beamte bekommen sattes Gehaltsplus

Eigentlich sollte der Anstieg der EU-Beamtengehälter gebremst werden - doch die Mitgliedsländer konnten sich nicht einigen. Die kuriose Folge: Nun kassieren die Bürokraten 5,5 Prozent mehr.

Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel: "Wir sind nicht glücklich mit der Situation" Zur Großansicht
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Hauptsitz der EU-Kommission in Brüssel: "Wir sind nicht glücklich mit der Situation"

Brüssel - Ab Januar erhalten die 45.000 Beamten der EU deutlich mehr Netto vom Brutto. Der Grund ist, dass die Mitgliedstaaten sich nicht auf neue Regeln für die Besoldung einigen konnten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Eine Sonderabgabe, welche die Beamten bislang zahlen mussten, läuft Ende des Jahres aus. Die Abgabe wurde 2004 als Ausgleich für steigende Sozialkosten eingeführt und beträgt 5,5 Prozent des Gehalts. Da die Abgabe nun entfällt, kommen die Beamten auf ein entsprechend höheres Einkommen.

Das ist besonders peinlich, da die Mitgliedstaaten auch bei den Beamten einen Sparkurs angekündigt hatten. Im Vergleich mit den deutschen Kollegen sind die EU-Beamten deutlich besser gestellt. Die Grundgehälter liegen zwischen 2600 und mehr als 18.000 Euro. Dazu kommt eine Vielzahl von Zulagen und Vergünstigungen.

Jedes Jahr werden die Gehälter anhand der Entwicklung von Beamtenvergütungen in acht Mitgliedstaaten und der Lebenshaltungskosten angepasst. Das brachte den EU-Bürokraten regelmäßig ein deutliches Plus - in diesem Jahr waren es laut "FAZ" 1,7 Prozent.

Dieses Jahr sollte es nun eine Reform der Beamtenregeln geben. Doch die Vorschläge der EU-Kommission wurden abgelehnt, Kompromissversuche scheiterten. Deshalb gibt es nun eine deutliche Erhöhung der Nettogehälter, die eigentlich keiner will.

Die EU-Kommission schiebt die Schuld auf die Mitgliedsländer. "Wir haben vorgeschlagen, die Sonderabgabe zu verlängern und sogar auf sechs Prozent anzuheben", sagte ein Kommissionssprecher SPIEGEL ONLINE. "Doch das haben die Länder blockiert." Man sei nicht glücklich mit der Situation.

cte

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insgesamt 110 Beiträge
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1. Nicht glücklich
amerzenich 19.12.2012
mit der Situation? Also der normale Gehaltsempfänger ist auch unglücklich, wenn er 5,5 mehr Netto vom Brutto hat. Das bereitet Unbehagen und fast Magenschmerzen..
2. Dann wirds wohl stimmen
freizeitdenker 19.12.2012
Schließlich sind das unsere werten und gewählten Volksvertreter. Dann werden Sie sich das auch verdient haben. Wer ja sonst blöd, die weiterhin zu wählen, oder?
3. und noch ein
ratschbumm 19.12.2012
Zitat von sysopEigentlich sollte der Anstieg der EU-Beamtengehälter gebremst werden - doch die Mitgliedsländer konnten sich nicht einigen. Die kuriose Folge: Nun kassieren die Bürokraten 5,5 Prozent mehr. EU-Beamte bekommen 5,5 Prozent Gehalt mehr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-beamte-bekommen-5-5-prozent-gehalt-mehr-a-873798.html)
Perpetuum Mobile !
4. Selbstbedienungsladen erster Güte …
Dr.pol.Emik 19.12.2012
… und ganz in der Tradition vieler vermeintlich volksdienlicher „Apparaturen“. Eine Posse ohne Zweifel, aber eine mit System! Und selbst wenn wer das Schachmuster der Globalisierung decodiert (http://qpress.de/2012/11/21/schachmuster-der-globalisierung-decodiert/) ist er leider immer noch nicht im Vorteil. Er weiß hernach nur, dass er ein Bauer ist und die werden erfahrungsgemäß auf dem Schachbrett (auch in der Realität) verheizt. Bei den beschriebenen Figuren handelt es sich also um die etwas bessere Garde, die der König zum Erhalt seines Systems benötigt. Nur deshalb dürfen sie zulangen! Wer redet hier auch von Gerechtigkeit und Gleichheit?
5. Gottesurteil
flying_dutchman 19.12.2012
Es ist kein Gottesurteil. Es wird so getan, als wäre es nicht mehr änderbar. Man kann doch sofort oder rückwirkend eine neue Abgabe einführen. Allein der Wille ist, der fehlt.
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