Handelsstreit mit USA EU erwägt Strafzölle auf Harleys und Whiskey

Die EU-Kommission rüstet sich offenbar für einen Handelskrieg mit den USA: Laut einem Zeitungsbericht will die Behörde mögliche Importbeschränkungen aus Übersee binnen Tagen kontern.

Harley-Davidson
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Die Europäische Union bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf einen möglichen Handelskrieg mit den USA vor. Sollten die dort geplanten Importbeschränkungen auf Stahl und Aluminium auch europäische Unternehmen treffen, könnte die EU binnen Tagen mit Gegenzöllen auf amerikanische Produkte reagieren, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ").

Im Fokus stünden demnach insbesondere landwirtschaftliche Exportprodukte, darunter Kartoffeln und Tomaten sowie Orangensaft aus dem Bundesstaat Kalifornien. Darüber hinaus wollten die Europäer die Regierung von Donald Trump durch Gegenzölle auf Produkte treffen, die für die Wahlkreise von Unterstützern des Präsidenten wirtschaftlich interessant seien.

Dazu gehören den Angaben zufolge Motorräder, weil der Hersteller Harley-Davidson seinen Sitz in Wisconsin hat, aus dem der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, stammt.

Genannt werde zudem Bourbon-Whiskey aus Tennessee sowie Kentucky, der Heimat des Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConnell.

Die Giftliste der EU stammt laut "FAZ" schon aus der Zeit des letzten großen Handelsstreits unter Präsident George W. Bush, sei aber seither angepasst worden.

Wegen weltweiter Überkapazitäten schwelt seit Jahren ein Streit über Strafzölle für Stahl und Aluminium zwischen den USA, der EU und China. US-Handelsminister Wilbur Ross hatte Trump mehrere Möglichkeiten vorgelegt, heimische Hersteller vor ausländischen Einfuhren zu schützen. Sie basieren auf einem Gesetzespassus, demzufolge der Präsident Einfuhrbeschränkungen erlassen kann, wenn dies der nationalen Sicherheit dient.

ssu/Reuters



insgesamt 49 Beiträge
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ttvtt 20.02.2018
1. Und?
Dann wird die Harley eben teurer. Wer jetzt schon bereit ist, überzogene Preise für Uralttechnik zu bezahlen, bezahlt auch 20 % mehr.
schnabelnase 20.02.2018
2. Strafzoll auf Bourbon?
Wer trinkt das Zeug? Jeder Europäer, der amerikanischen Bourbon-"Whiskey" runterwürgt und dafür den Scotch im Regal stehen lässt, hat einen Knall. Und Harleys werden hierzulande doch hauptsächlich von betuchten Rentner gesteuert. Ob die Dinger statt 30.000 dann 33.000 kosten, interessiert da keinen.
ermano_e 20.02.2018
3. Harley's ?
Prima, da trifft es genau die Richtigen ! Außer Ducati gibt es keine andere Marke die ihre Vermarktungsstrategie so aggressiv auf hohe Lärmpegel ausgelegt hat.
deichgraffe 20.02.2018
4. Gängige Praxis seit Jahrzehnten
Die USA erheben seit Jahrzehnten verdeckte Strafzölle. So werden Luxusautos bereits seit den 80er Jahren mit besonderen Steuern verteuert. Das sind dann zwar keine offiziellen Zölle, aber eben auch eine Form von Protektionismus. Wenn man sich dann vergegenwärtigt, dass Importautos enorme Abgaswerte erfüllen müssen, die US-Autoindustrie hingegen reihenweise Pickups mit Extremverbräuchen produziert, dann ist es mahr als an der Zeit, die zweirädrigen Rohstoffverschwender aus Milwaukee, mit ihrer Vorkriegstechnik, in die Schranken zu weisen. Da muss man nicht auf eine kleine, testosterongesteuerte, Käuferschaft Rücksich nehmen. Das kann man dann auch auf diverse Pickups usw. ausweiten. Alles Im Namen der Umweltverträglichkeit, das zieht immer.
Teile1977 20.02.2018
5. Strafen
Es geht ja nicht darum die Europäischen Hersteller zu schützen, sondern bestimmte Firmen in den USA zu ärgern. Ob es allerdings einen Harleykäufer davon abhält für seine Maschine 20% mehr zu bezahlen, die Dinger sind ja jetzt schon extr3m überteuert.
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