Beratungen in Brüssel EU-Finanzminister einigen sich auf Bankenunion

Die Geldhäuser sollen sicherer werden, nie wieder sollen Steuerzahler für grobe Fehler von Banken zahlen müssen. Die EU hat sich jetzt auf das lange umstrittene Regelwerk für die Schließung von Pleitebanken geeinigt. Damit ist das Vorhaben der europäischen Bankenunion abgeschlossen.

Das Bankenviertel in Frankfurt: Fonds soll Kosten für Schließung tragen
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Das Bankenviertel in Frankfurt: Fonds soll Kosten für Schließung tragen


Brüssel - Endlich ist ein Kompromiss gefunden: Nach mehreren Marathonsitzungen hat sich die EU auf das Regelwerk für die Schließung von Pleitebanken geeinigt. Damit werde das Vorhaben der europäischen Bankenunion abgeschlossen, teilten Diplomaten am Mittwochabend am Rande des EU-Finanzministertreffens mit. Der einheitliche Abwicklungsmechanismus soll dafür sorgen, dass marode Banken künftig dichtgemacht werden können, ohne dass Steuerzahler einspringen müssen.

Der Beschluss sieht neben dem Mechanismus auch einen europäischen Abwicklungsfonds vor. Der soll über zehn Jahre hinweg mit Bankengeldern aufgebaut werden und am Ende bis zu 55 Milliarden Euro umfassen. Bis die Summe erreicht sei, könne der Fonds auch mit Geldern aus Krediten aufgefüllt werden, sagten Teilnehmer der Nachrichtenagentur dpa zufolge. Regeln wird das ein internationaler Vertrag, der bis Ende Februar kommenden Jahres ausgearbeitet werden soll.

Ob und wie eine Bank abgewickelt wird, entscheidet ein neues Gremium, dem Vertreter der Mitgliedsstaaten angehören. Die EU-Kommission hat ein Veto-Recht. Mit den Auflagen will die EU auch verhindern, dass es zu "Banken-Runs" kommt, bei denen Kunden angeschlagener Institute panisch ihr Geld abheben - und die Geldhäuser in noch größere Bedrängnis bringen.

Zudem soll das Geld von kleinen Sparern in einer Höhe von bis zu 100.000 Euro komplett geschützt werden. Darauf hatten sich die Ressortchefs bereits am Dienstag geeinigt. Auf ihr Geld sollen Bankkunden künftig bereits nach sieben statt bisher zwanzig Werktagen zugreifen können, erklärte der SPD-Europaabgeordnete Peter Simon.

Eine weitere Säule der Bankenunion soll eine einheitliche Aufsicht der Geldhäuser bilden. Die Staats- und Regierungschefs hatten vor ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag von den Finanzminister eine Einigung erwartet. Das Europaparlament muss dem Kompromiss im nächsten Jahr noch zustimmen.

vks/dpa/Reuters/AFP

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
peptimist 19.12.2013
1. Banken waren noch nie sicher ...
Zitat von sysopGetty ImagesDie Geldhäuser sollen sicherer werden, nie wieder sollen Steuerzahler für grobe Fehler von Banken zahlen müssen. Die EU hat sich jetzt auf das lange umstrittene Regelwerk für die Schließung von Pleitebanken geeinigt. Damit ist das Vorhaben der europäischen Bankenunion abgeschlossen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-finanzminister-beschliessen-a-939953.html
Wer die Geschichte des Bankhäuser kennt - vor den Fuggern gab es keine - weil die Kirche es verhinderte - Geldverleih gegen Zinsen - Teufelswerk - als es die ersten gab - mehrfache Kreditvergabe der Einlagen - 1915 (USA) die FED als Geldhoheit und "Bedarfseinleger" , der Staat verzichtet auf seine ihm zustehende Geldhoheit - damit wurde das "Geld schöpfen" legalisiert - 1947 (USA) bisherige Golddeckung wurde durch Dollar ausgetauscht (Bretton Woods) - 1973 (USA) keine Deckung des Dollar durch Gold mehr, dafür aber der Öl-Welthandel in Dollar (und die Kriege im Ölländern wegen der Verstöße dagegen) - ca 2010 - "was interressiert und die schwarze Pampe" und ich beobachte weiter ...
malocher77 19.12.2013
2. 55 Milliarden
Ist eine sehr kleine Summe, wenn man bedenkt, dass alleine Irland 75 Milliarden in den Bankensektor gepumpt hat. Was verschwiegen wird ist, dass der Fond erst in 10 Jahren gefüllt wird, bis dahin rettet die Banken der Steuerzahler. Mal französische Kommunalwahlen Wahlen abwarten(3Monate noch), Le Pen wird Euro abschaffen, also ist die Bankenunion bloß Träumerei.
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