Bildung, Forschung EU fordert mehr Investitionen von Deutschland

Bildung, Forschung, Digitales: Die deutsche Regierung hat aus Sicht der EU-Kommission dringenden Nachholbedarf bei ihren Investitionen.

Hauptquartier der EU-Kommission in Brüssel
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Hauptquartier der EU-Kommission in Brüssel


Die EU-Kommission fordert von Deutschland mehr Ausgaben für Bildung und Forschung sowie ein investitionsfreundlicheres Steuersystem. Die Finanz- und Strukturpolitik müsse genutzt werden, um für einen Aufwärtstrend bei den öffentlichen und privaten Investitionen zu sorgen, schrieb die Brüsseler Behörde am Mittwoch in ihren länderspezifischen Empfehlungen.

Zudem müsse der Zugang zu einem bundesweiten Hochleistungsbreitbandnetz verbessert werden. Trotz einiger Fortschritte in den vergangenen Jahren müsse das Steuersystem effizienter und investitionsfreundlicher werden.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie schlug in dieselbe Kerbe: "Die Europäische Kommission trifft mit ihren Empfehlungen den Nagel auf den Kopf", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. "Die Exportnation Deutschland benötigt wesentlich mehr Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie eine moderne Infrastruktur." Die große Koalition will noch in diesem Jahr einen Digitalfonds mit 2,4 Milliarden Euro gründen, um damit unter anderem den Breitbandausbau zu fördern.

Die EU-Kommission schrieb Deutschland auch Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt ins Stammbuch. So sollten etwa Fehlanreize wie eine hohe Steuerbelastung von Geringverdienern reduziert werden. Der Staat müsse Maßnahmen ergreifen, um ein längeres Arbeitsleben zu fördern. Zudem sollten Bedingungen geschaffen werden, um ein höheres Lohnwachstum zu bekommen. Ferner müssten Bildung und Qualifikation von benachteiligten Gruppen verbessert werden.

ssu/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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Marvel Master 23.05.2018
1.
Na ja, man kann jeden Euro nur einmal ausgeben. Und da die Bundesregierung in den letzten 20 Jahren das Geld lieber für was anderes ausgibt, bleibt halt nix für Infrastruktur, Bildung, Renovierung, etc übrig. Der Wähler will es so. Also bekommt er es auch so. :-)
Planquadrat 23.05.2018
2. Eigentlich
die erste Forderung seitens der EU, mit der ich wirklich Einverstanden bin. Dieses sture festhalten an einer schwarzen Null hat Deutschland in den letzten Jahren International genau auf diesen Gebieten weit zurück geworfen. Bildung: Immer mehr Schüler verlassen die Schule mit Kenntnissen, die Ausbilder nur noch entsetzt wahrnehmen. Forschung: Die guten Wissenschaftler verlassen das Land, weil sie in anderen Ländern viel besser bezahlt und ausgestattet werden und auch das Monster Bürokratie in diesem Bereich allen Forscherdrang einbremst. Digitales: Noch immer gibt es viele Flecken auf der Landkarte, wo Internet und schnelles Internet sowieso immer noch fehlt. Wenn Deutschland in diesem Bereich sogar weit hinter osteuropäischen Ländern hinterher hinkt, dann ist das eine Katastrophe! Schuld daran ist auch die Privatisierung der Post, die nur ausbaut wenn es sich Gewinn-Maximierend auswirkt. Und das alles in einer Zeit in der gerade in Asien mehr und mehr hungrige und bestens ausgebildete junge Menschen von den Universitäten kommen und inzwischen nicht mehr kopieren sondern selbstausgesprochen innovativ sind. Deutschland hat keine Rohstoffe, unser Kapital war bisher immer die Innovation und wenn wir auch da überholt werden, werden in 10 Jahren unsere technologischen Schlüsselindustrien, wie Fahrzeug-und Maschinenbau, ebenfalls das erleben, was vor 30-40 Jahren schon viele andere Industriesparten erleben mussten. Besonders im Bereich der Haushaltselektronik oder in letzter Zeit die Solar-Industrie. In Zeiten der Null-Zinsen hätte man einmal richtig investieren sollen, denn mal ehrlich, weder die USA,Japan oder Deutschland werden ihre Billionen Schulden jemals zurück zahlen können. Da dürfte es ziemlich egal sein, ob es 3 oder 4 Billionen sind. Aber seit Kohl hat sich Mehltau über das Land gelegt und Deutschland ausgebremst.
auweia 23.05.2018
3. Investitionen - sehr gern
Das ist dann schon mal Geld, das nicht für Sozialklimbim ausgegeben werden kann. Darüber hinaus möchte ich daran erinnern, dass die Beschaffung von (Groß-)Waffensystemen in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung inzwischen auch als Investition gilt: "Bislang wurden zivil genutzte militärische Anlagen als Investitionen gebucht, militärische Waffensysteme fielen jedoch unter die nationalen Konsumausgaben. Wegen der methodischen Neugestaltung gehören jetzt aber auch militärische Waffensysteme zu den Anlagegütern und somit zu den Investitionen." Zitat aus: Handelsblatt; http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/bip-neuberechnung-waffen-und-forschung-gelten-jetzt-als-investitionen/10050312-2.html?ticket=ST-1080200-cSw2pVNKMBz20Q3AJRxz-ap2 Das sind doch gute Nachrichten....
haarer.15 23.05.2018
4. Bildung, Forschung, Digitales
Da gäbe es soviel Nachholbedarf in D. Im europäischen Vergleich hinken wir zum Teil schon eklatant hinterher. Aber kann man von einer aussitzenden, in die Jahre gekommenen Kanzlerin hier je noch was an Schwung erwarten ? Wenn, dann kommt das viel zu spät. Die Dame konnte in all den Jahren keine Strukturreformen auf den Weg bringen. Mutlose Alternativlosigkeit.
k-d.hollbecher 23.05.2018
5. Forderungen
Nun fordere ich auch mal was von der EU: Weniger Vorschriften, weniger Gesetze und Richtlinien, weniger Abgeordnete, weniger Beamte, dann wird mehr Geld frei verfügbar sein und das braucht nur "vernünftig" ,nachhaltig und zum Wohl der Bürger verteilt werden, für Bildung, Wirtschaftsförderung und Eindämmung der Flüchtlingsströme.
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