Frühjahrsprognose Wirtschaft in der Eurozone wächst langsamer als erwartet

Schwächeres Wachstum in China und Unsicherheit vor dem Brexit-Referendum trüben die Konjunkturprognose für die Eurozone. Auch die Länder mit Staatsdefiziten bauen diese nicht so schnell wie angenommen ab.

Lebensmittelverteilung in Lissabon
AP

Lebensmittelverteilung in Lissabon


Die Konjunktur in der Eurozone erholt sich nach Ansicht der EU-Kommission nur leicht: In diesem Jahr erwarten die Beamten in ihrer Frühjahrsprognose für die 19 Euroländer nur ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent, im nächsten Jahr rechnen sie mit 1,8 Prozent. Das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte weniger als zuvor angenommen.

Den Rückgang begründen die Experten mit der schwächeren Entwicklung bei wichtigen Handelspartnern wie China und den USA. Auch Risiken wie mögliche Turbulenzen an den Finanzmärkten oder die Unsicherheit vor dem EU-Referendum in Großbritannien am 23. Juni können das Wirtschaftswachstum weiter trüben.

Mehre Länder hinken beim Defizitabbau hinterher

Die Prognose der Kommission zeigt auch, dass einige Defizitsünder ihre Ziele nicht einhalten werden: In Frankreich werde das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf 2,7 Prozent steigen. In Portugal steigt dieser Wert laut Berechnungen 2017 auf 2,5 Prozent von 2,2 Prozent in diesem Jahr. In Spanien, das nach dem Scheitern einer Regierungsbildung auf Neuwahlen zusteuert, wird dieses Loch im Haushalt beständig größer - von 3,1 Prozent in diesem auf 3,2 Prozent im kommenden Jahr. In Italien rechnet die EU-Kommission mit einem Defizit von 1,7 Prozent für 2016 und 2017.

Die größten Sprünge traut die Kommission Irland zu, das bereits zweimal in Folge das höchste Wachstum im Euroraum schaffte und 2016 sogar um 4,9 Prozent zulegen dürfte. Einzig in Griechenland werde das Bruttoinlandsprodukt schrumpfen - um 0,3 Prozent. Für Deutschland sagt die Kommission in diesem und im nächsten Jahr je ein Plus von 1,6 Prozent voraus.

kpa/Reuters/dpa/AFP



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