Nach Brexit-Votum Absturz des Pfunds reißt EU-Haushalt ins Minus

Der EU-Haushalt darf kein Defizit aufweisen. Tut er aber. Mehrere hundert Millionen Euro beträgt das Minus mittlerweile. Grund ist der Absturz des britischen Pfunds.

Westminster-Palast in London
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Westminster-Palast in London


Das Brexit-Votum hat nun auch unangenehme Folgen für den Haushalt der Europäischen Union. Der Kursverfall des Pfunds nach der Entscheidung der Briten hat in den Etat der EU für ein Minus von mehreren hundert Millionen Euro gesorgt. Darauf hat der für den Haushalt zuständige Berichterstatter im EU-Parlament, der SPD-Politiker Jens Geier, hingewiesen.

Der Grund: Der britische Beitrag zu dem in Euro aufgestellten Haushalt wird in Pfund beglichen. Umgerechnet werde laut Geier nach dem Kurs Ende 2015. Seit der Entscheidung der Briten für den Austritt im Juni habe die britische Währung gegenüber dem Euro über zehn Prozent an Wert verloren. Folglich komme in Euro nicht der volle benötigte Betrag an.

Da der EU-Haushalt kein Defizit aufweisen dürfe, gebe es nun drei Möglichkeiten, sagte Geier: Die Briten müssten ihren Beitrag erhöhen, die anderen Länder müssten die Lücke füllen oder der Fehlbetrag müsse aus den Einnahmen der EU aus Strafzahlungen ausgeglichen werden. Die Entscheidung liege bei den Mitgliedsländern, sie müsse noch vor Jahresende fallen.

Den genauen Fehlbetrag bezifferte Geier nicht. Der Bruttobeitrag Großbritanniens an die EU - also ungeachtet der Mittel, die an das Land zurückflossen -, lag aber zuletzt bei mehr als 14 Milliarden Euro.

msc/dpa

insgesamt 99 Beiträge
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FerrisBueller 18.10.2016
1. Ganz klar!
Ganz klar, die Briten müssen ihren Beitrag erhöhen. Das war ausschließlich ihre eigene Schuld.
Mr Bounz 18.10.2016
2. ganz einfach
Wer nicht in einer harten Währung zahlen kann muß eben mehr bezahlen. Wir arbeiten in der EU mit dem Euro, daran müssen sich die Briten halten, solange Sie noch Mitglied sind!
allessuper 18.10.2016
3. Ach, wir hängen zusammen und mit dran?
was Wunder! Hat jemand gehofft, dass wir es nicht täten? Es ist schon erstaunlich, zu welchem Denk-Irrsinn die Idee, "wir Deutsche können das trennen" führt. Wir wollten gern die Globalisierung, aber bitte sehr nur in eine Richtung, also Export. Von uns (Tourismus-Nomaden immer weltweit auf Tour) und von unseren produzierten Waren. Da muss man doch wirklich von Blödheit geschlagen sein, wenn man das nicht kapiert. Selbst Frau Merkel belästigt Afrika, jetzt wo ihr schimmert, dass sie herkommen. Übrigens sagen die das schon lange und in aller Klarheit: "Wenn ihr uns ausbeutet und aushungert bei uns zu Hause, kommen wir ALLE zu euch". Und das nicht seit gestern. Aber unsere ÖffRechtl. Medien hier interessiert das nicht so. Lieber das Volk mit Zucker und Spielen, eh, ich meine mit Tatort und Rosamunde Pilcher füttern, halte Du sie arm, ich halte sie ruhig. Zu kompliziert? Nein, zu einfach, man braucht nur ein wenig globaler zu denken.
evilynnigirlie 18.10.2016
4.
Ich verstehe ehrlichgesagt nicht, was es da zu ueberlegen gibt... eigene Schuld ---> Beitragserhöhung. Ist doch einfach!
El pato clavado 18.10.2016
5. Der EU-Haushalt darf kein Defizit aufweisen
Teufel auch, das ist mal eine gute Sache.Dann sollten die EU-Mitgliedsländer auch kein Defizit haben ,haben sie aber und nicht zu kanpp Und die Briten raus,aber kurz und schmezhaft ,wenns sein muss,ohne Sonder-Regelungen.Sonst werden uns Europäern diese Leute noch jahrzehnte lang ans Bein pinkeln,
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