Handelsstreit mit den USA EU hinterlegt Liste mit Vergeltungszöllen bei der WTO

Erdnussbutter, Whiskey, Motorräder: Seit Monaten kursieren Produkte, auf die die EU im Armdrücken mit den USA Gegenzölle erheben könnte. Jetzt ist die Liste offiziell - der Umfang geht in die Milliarden.

Erdnussbutter, Jeans, Motorräder, Whiskey - Amerikanische Produkte auf der EU-Liste
DPA

Erdnussbutter, Jeans, Motorräder, Whiskey - Amerikanische Produkte auf der EU-Liste


Im Streit um US-Zölle auf Stahl und Aluminium hat die Europäische Union wie angekündigt bei der Welthandelsorganisation (WTO) eine Liste mit geplanten Vergeltungszöllen vorgelegt. Der Umfang belaufe sich auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro), heißt es in dem Dokument. So hoch schätzt die EU den Schaden, wenn die US-Zölle auf Stahl und Aluminium auf EU-Exporte angewendet würden.

Unter Dutzenden US-Produkten, auf die dann zusätzliche Zölle von zumeist 25 Prozent erhoben werden sollen, sind Orangensaft, Whiskey, Tabak, Jeans, Erdnussbutter oder Motorräder. Die Zölle sollen am 20. Juni in Kraft treten.

Die US-Zölle gelten seit 23. März und liegen bei 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt angekündigt, EU-Unternehmen bis auf Weiteres nicht dauerhaft von den Zusatzabgaben auszunehmen. Eine zum 1. Mai auslaufende Ausnahmeregelung wurde lediglich bis zum 1. Juni verlängert. Wie es danach weitergeht, ist völlig unklar.

Auch Indien und Japan holen zum Gegenschlag aus

Die EU will, dass europäische Unternehmen dauerhaft von den US-Schutzzöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte ausgenommen werden. Dafür werden den USA Handelserleichterungen in Aussicht gestellt. Die EU will sich allerdings nicht erpressen lassen. Erst wenn der Streit um die Zölle beigelegt sei, könne es Verhandlungen über andere Themen geben, hieß es. Für den Fall, dass die USA die vorübergehende Ausnahmeregelung auslaufen lassen, droht die EU mit den nun bei der WTO angemeldeten Vergeltungszöllen auf US-Produkte.

Indien reichte ebenfalls eine US-Produktliste bei der WTO ein. Nach eigenen Angaben rechnet das Land mit Schäden von insgesamt 165 Millionen Euro durch die US-Zölle. Potenzielle Ziele für Gegenmaßnahmen sind den WTO-Unterlagen zufolge etwa Sojaöl und Cashewnüsse. Für Indien gelten die US-Zollmaßnahmen bereits seit Ende März.

Japan sendete der WTO derweil eine Nachricht, dass man sich das Recht vorbehalte, Gegenmaßnahmen zu den US-Zöllen einzuleiten. Das Land ist der einzige enge und wichtige Verbündete der USA, der keine Zollausnahme erhalten hat.

ans/dpa/Reuters

insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rrippler 18.05.2018
1. Warum denn nicht auf wirtschaftlich wichtige Produkte ?
Ich denke da an Microsoft-Lizenzen, Amazon-Umsätze etc. Das würde die europäischen Konkurrenzprodukte stärken, bei Erdnussbutter seh ich wenig einheimische Alternativen.
alfredov 19.05.2018
2. Ist ja lächerlich
Wie kann man Erdnussbuter verbieten und dann erwarten dass es mit diesem Produkt und anderen die USA trifft.
joG 19.05.2018
3. Es ist natürlich so....
...dass die Amis wegen nationaler Sicherheit Maßnahmen ergreifen. Da wären technisch die hinterlegten Zölle nicht eine Antwort sondern der Begin eines Handelskrieges. Natürlich wäre vermutlich besser gegen Deutschland und Frankreich die wegen der Airbussubventionen genehmigten Dollars 22 milliarden zu erheben. Aber egal, was wir hier tun, es wird nicht so writergehen und werden den Leistungsbilanzüberhang abbauen müssen.
rumpelkicker 19.05.2018
4. Unser aaner
faahrt kaan US-amerikaner!
arr68 19.05.2018
5. Dienstleistungen
und warum nicht konsequent Abgaben Vonn Apple, Facebook und anderen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.