Verkauf von Musik-Erkennungsdienst EU prüft Shazam-Übernahme durch Apple

Apple hatte die Übernahme der Musik-App Shazam Ende letzten Jahres angekündigt, doch EU-Wettbewerbskommissarin Vestager hat nun Bedenken bekundet: Die Fusion könnte Apples Vormachtstellung weiter ausbauen.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager
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EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager


Die EU-Wettbewerbshüter prüfen den Verkauf der Musik-Erkennungs-App Shazam an den US-Konzern Apple. Wegen erheblicher Bedenken sei eine vertiefte Untersuchung eingeleitet worden, teilte die Brüsseler Behörde mit. Es gebe die Sorge, dass die Fusion die Wahlmöglichkeiten für Nutzer von Musik-Streamingdiensten einschränken könnte.

Die Shazam-App kann über den Zugriff auf die Mikrofone eines Smartphones den Namen des Liedes anzeigen, das gerade in der Umgebung gespielt wird. Dafür wird die Aufnahme mit einer Datenbank aus allen möglichen Musiktiteln auf den Shazam-Servern abgeglichen.

Der iPhone-Hersteller Apple hatte die Übernahme Ende des vergangenen Jahres bestätigt. Branchenexperten zufolge liegt der Kaufpreis bei etwa 400 Millionen Dollar (322 Millionen Euro).

Zugang zu weiteren sensiblen Daten

Der Musik-Streamingdienst "Apple Music" und die Musikerkennung von Shazam ergänzten sich, erklärte die EU-Kommission weiter. Es sei zu befürchten, dass Apple nach der Übernahme Zugang zu wirtschaftlich sensiblen Kundendaten von Konkurrenzanbietern in Europa erlangen könnte.

"Der Zugang zu derartigen Daten würde es Apple ermöglichen, die Kunden konkurrierender Anbieter gezielt anzusprechen und zu einem Wechsel zu "Apple Music" zu ermutigen", hieß es. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, die Kommission wolle sicherstellen, dass die Auswahlmöglichkeiten an Streaming-Diensten "aufgrund dieses geplanten Zusammenschlusses nicht eingeschränkt werden".

Bis Anfang September muss einen Beschluss in dem Verfahren erlassen werden. Die Prüfung werde ergebnisoffen geführt, betonte die Kommission.

ans/dpa



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