Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Höherer Verbrauch: EU-Kommission lässt Schummelei bei Lampen zu

Weihnachtsbeleuchtung (in Niedersachsen): Legale Schummelei bei Lampen Zur Großansicht
DPA

Weihnachtsbeleuchtung (in Niedersachsen): Legale Schummelei bei Lampen

Viele Lampen verbrauchen offenbar mehr Strom und leuchten weniger hell als angegeben. Einem Zeitungsbericht zufolge weiß die EU-Kommission seit Jahren von der legalen Schummelei der Hersteller - dulde die Tricks aber immer noch.

Egal ob Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher oder Lampen: Bei rund 30 verschiedenen Produktkategorien erlaubt das EU-Label für die Energieeffizienz hohe Messtoleranzen. Vor allem bei Lampen nutzen die Hersteller dieses Schlupfloch gründlich aus, schreibt der europäische Umweltschutzdachverband EEB in einer Analyse, über die die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Demnach verbrauchen viele Lampen deutlich mehr Strom und liefern weniger Licht als auf der Packung steht. Der EU-Kommission sei die legale Schummelei der Hersteller zwar schon seit Jahren bekannt, sie dulde die Tricks aber immer noch, heißt es in dem Zeitungsbericht. Das Schlupfloch gelte für alle Typen von Haushaltsleuchten, Halogen- genauso wie Energiespar- oder LED-Lampen.

Laut "Süddeutscher Zeitung" gibt es für jede Produktkategorie Fehlertoleranzen für die Messung. Eine Sprecherin der EU-Kommission wird mit den Worten zitiert: "In der Tat haben wir 2011/2012 herausgefunden, dass Leuchtenhersteller diese Toleranzen auf die Leistung, die sie für ihre Lampen messen, aufschlagen." So seien die Vorschriften zwar nicht gedacht, aber sie würden dieses Vorgehen nicht ausdrücklich ausschließen. Die Kommission werde deshalb die Ökodesign-Anforderungen für Lampen nächstes Jahr überarbeiten.

In der EU-Richtlinie für das Energielabel, das die Effizienz angibt, sei das Schlupfloch der Toleranzen bereits 2012 geschlossen worden, schreibt die Zeitung. Bei der Ökodesignrichtlinie, auf deren Basis die Watt- und Lumenangaben (Helligkeit) erhoben werden, aber nicht.

Der größte deutsche Leuchtmittelhersteller Osram räumte ein, Toleranzen zu nutzen, sie aber nicht voll auszuschöpfen. Der europäische Umweltschutzdachverband EEB geht davon aus, dass die Hersteller den Verbrauchern durch die frisierten Angaben Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich aufbürden, weil die Lampen in Wahrheit mehr Strom verbrauchten als von den Firmen deklariert.

nck/dpa/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 157 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Lügen und Betrügen ..
kein_freiburger 17.12.2015
.. ist halt salonfähig. Egal ob VW, oder die Politiker mit ihren per Betrug erschlichenen Doktortiteln, und wie in der Folge bagatellisiert wurde und wird. Oder besser noch vor Gericht gehen und sich den betrogenen Doktortitel zurückklagen wollen.
2. was soll das
moritzmaxx 17.12.2015
die legale Schummelei der Hersteller
3. Nicht nur das
peter-k 17.12.2015
auch die Angaben zur Lebensdauer der meisten Lampen wird drastisch uebertrieben.
4. Wo
Pfaffenwinkel 17.12.2015
und bei welchem Produkt wird eigentlich nicht geschummelt?!
5. Uninteressant
andib81 17.12.2015
Obwohl es hier wahrscheinlich um ein paar Milliarden Leuchtmittel geht, wird es keine so große Welle geben wie bei der VW Affäre. Was hat VW verbrochen, dass die Politik diese Kritiken zulässt und nicht vertuscht wie bei anderen Dingen auch?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Junckers EU-Kommission

Anzeige
Die Maastricht-Kriterien
DPA
Die Teilnahme an der Europäischen Währungsunion ist nach dem Vertrag von Maastricht an fünf Kriterien geknüpft. Sie sollen sicherstellen, dass die Euro-Länder sich wirtschaftlich so angenähert haben, dass sie reif für eine gemeinsame Währung sind:

1. Die Neuverschuldung soll nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

2. Für die Staatsverschuldung gilt ein Richtwert von 60 Prozent des BIP, den die Länder einhalten oder dem sie sich annähern sollen.

3. Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder liegen.

4. Die langfristigen Zinssätze dürfen nicht mehr als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten EU-Länder liegen.

5. Die Währung muß sich mindestens zwei Jahre spannungsfrei und ohne Abwertung im Europäischen Währungssystem bewegt haben.



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: