Preisverzerrung im Onlinehandel EU-Kommission verhängt Millionenstrafen für Elektronikhersteller

Höhere Preise für Notebooks und Kopfhörer: Die EU-Wettbewerbshüter haben mehrere Unternehmen wegen illegaler Preisabsprachen mit Millionenstrafen belegt. Die höchste Summe muss Computer-Hersteller Asus zahlen.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager
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EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager


Die EU-Kommission hat mehrere Strafen von insgesamt über 111 Millionen Euro wegen Preisverzerrungen im Onlinehandel verhängt. Der Computer-Anbieter Asus, das Elektrounternehmen Philips sowie die Unterhaltungselektronik-Marken Denon, Marantz und Pioneer hätten Online-Einzelhändlern illegalerweise Fest- oder Mindestpreise für den Weiterverkauf ihrer Produkte vorgegeben. Das teilten die Wettbewerbshüter mit. Die größte Einzelstrafe trifft mit rund 64 Millionen Euro Asus.

Die Hersteller haben insbesondere bei Onlinehändlern interveniert, die ihre Produkte ihrem Ermessen zufolge zu günstig anboten, heißt es in einer Pressemitteilung der EU-Kommission. Dabei seien auch Drohungen ausgesprochen worden.

"Der Markt für Online-Handel wächst rapide und hat in Europa inzwischen ein jährliches Volumen von mehr als 500 Milliarden Euro erreicht", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Mehr als die Hälfte der Europäer kauft jetzt auch über das Internet ein. Die Maßnahmen der vier Unternehmen haben für Millionen von Verbrauchern in Europa zu höheren Preisen für Küchengeräte, Haartrockner, Notebooks, Kopfhörer und viele andere Produkte geführt."

Die Wettbewerbshüter hatten im vergangenen Jahr die Ermittlungen offiziell eingeleitet. Wegen der Kooperation der Unternehmen seien nun sämtliche Strafen reduziert worden, hieß es. Zuletzt hatten die Wettbewerbshüter Google mit einer Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro belegt.

ans/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
KlausKoe2 24.07.2018
1. Hört sich so an als ob die den Job der Regierung gemacht haben.
jaja ... Als Kunde will ichs billig. Ich weiß aber auch, dass das nicht lange gut gehen kann, wenn einiger wenige oder einer am Ende es am günstigsten anbieten und alle bei dem kaufen. Onlinehänlder können günstiger anbieten und die übrig gebliebenen zerfleischen sich gegenseitig. Mit geht's auch nicht umkj MM opder S, die habven ja selber vorher die kleinen kaputt gemacht. Aber es wird auf Dauer nicht gut gehen, wenn am Ende nur einer/A übrig bleibt.
jewill 24.07.2018
2. Schutz für Einzelhandel
Die Firmen haben sich ja nicht bereichert - im Gegenteil sie haben die Produkte zu günstig an die Händler verkauft. Die Firmen wollten nur verhindern, dass Online-Händler einen für den Einzelhandel ruinösen Wettbewerb veranstalten. Frau Vestager gönnt dem Einzelhandel aber offensichtlich die für das Überleben notwendigen Margen nicht.
jowitt 24.07.2018
3. @ jewill heute, 14:33 Uhr
Zitat von jewillDie Firmen haben sich ja nicht bereichert - im Gegenteil sie haben die Produkte zu günstig an die Händler verkauft. Die Firmen wollten nur verhindern, dass Online-Händler einen für den Einzelhandel ruinösen Wettbewerb veranstalten. Frau Vestager gönnt dem Einzelhandel aber offensichtlich die für das Überleben notwendigen Margen nicht.
Zunächst mal geht es bei dem beschriebenen Onlinhandel ja auch um Einzelhandel und eben nicht um Großhandel. Insofern ist Ihr letzter Satz schon falsch. Ferner geht es darum, dass Hersteller sich abgesprochen haben und dem Handel vorgeschrieben haben, zu welchem Preis die verkaufen. Das ist laut Gesetz ganz klar illegal. Es geht also NICHT darum, ob Frau Vestager irgendjemanden etwas gönnt oder nicht. Das ist eine unsinnige Behauptung.
wombie 24.07.2018
4.
Zitat von jewillDie Firmen haben sich ja nicht bereichert - im Gegenteil sie haben die Produkte zu günstig an die Händler verkauft. Die Firmen wollten nur verhindern, dass Online-Händler einen für den Einzelhandel ruinösen Wettbewerb veranstalten. Frau Vestager gönnt dem Einzelhandel aber offensichtlich die für das Überleben notwendigen Margen nicht.
Für mich als Konsument ist eine unabhängige Preisfindung der Einzelhändler wichtig, egal ob online oder offline. Die Strafen wurden aufgrund nicht rechtmäßiger Verkaufsvorgaben zurecht erhoben. Der Einkauf im lokalen Handel ist für mich eine sinnlose Verschwendung meiner knappen Freizeit, die ich mit schöneren Erlebnissen als Einkaufserlebnissen in Innenstädten ausfüllen kann. Für den Erhalt des stationären Einzelhandels bin ich als Kunde nicht zuständig.
sailor60 24.07.2018
5.
Zitat von KlausKoe2jaja ... Als Kunde will ichs billig. Ich weiß aber auch, dass das nicht lange gut gehen kann, wenn einiger wenige oder einer am Ende es am günstigsten anbieten und alle bei dem kaufen. Onlinehänlder können günstiger anbieten und die übrig gebliebenen zerfleischen sich gegenseitig. Mit geht's auch nicht umkj MM opder S, die habven ja selber vorher die kleinen kaputt gemacht. Aber es wird auf Dauer nicht gut gehen, wenn am Ende nur einer/A übrig bleibt.
Sie machen den Job der Regierung, weil sie die Regierung sind. Auch wenn sie Kommissare genannt werden, entsprechen sie unseren Ministern. Viele Bereiche werden schon in Brüssel geregelt. Ansonsten gilt ganz allgemein, dass Preisbindungsklauseln nicht gelten. UVP = unverbindliche Preisempfehlung (des Herstellers) - mehr darf der Hersteller nicht!
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