Nach Bedenken aus Deutschland EU-Kommission verwässert Einlagensicherung

Die EU-Einlagensicherung ist bei den Mitgliedsländern umstritten. Um die Bedenken insbesondere aus Deutschland zu zerstreuen, soll das Instrument nun gestaffelt in zwei Phasen eingeführt werden.

Europäische Zentralbank in Frankfurt
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Europäische Zentralbank in Frankfurt


Die EU-Kommission will die EU-weite Einlagensicherung (Edis) langsamer einführen als bisher geplant. Sie soll in zwei Phasen erfolgen, teilte die Kommission mit. Im Jahr 2018 sollen sich die EU-Staaten darauf verständigen.

In einer ersten Phase sollen demnach bei Bankpleiten die Guthaben der Sparer gesichert, nicht aber die Verluste des Finanzhauses aufgefangen werden. Das Geld müsste jedoch zurückgezahlt werden. Erst in einer zweiten Phase sollen dann auch die roten Zahlen des Geldinstituts ausgeglichen werden. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Bank ihre ausfallgefährdeten Kredite deutlich reduziert habe.

Kommission will Bedenken zerstreuen

Mit dem Vorschlag will die Kommission dazu beitragen, die Bedenken im Europäischen Parlament und unter den Mitgliedsländern zu zerstreuen. Edis stößt insbesondere in der Bundesregierung und bei deutschen Banken auf Skepsis. Der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission stammt aus dem Jahr 2015, in den vergangenen zwei Jahren gab es allerdings kaum Fortschritte.

In Deutschland gibt es bereits gut gefüllte Sicherungsmechanismen, die in Notlagen genutzt werden könnten, um die Guthaben von Sparern zu sichern. Vor allem die Sparkassen fürchten daher, dass mit ihren Geldern Ausfälle in anderen Ländern mit anfälligeren Bankensektoren finanziert würden, etwa in Italien. Mit einer gemeinsamen Einlagensicherung soll die EU-Bankenunion vollendet werden.

brt/Reuters/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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dr-baumann 11.10.2017
1. Falsche Fakten
Es ist hinlänglich bewiesen und seitens der Regierung protokolliert, dass die deutsche Einlagensicherung überhaupt nicht gut gefüllt ist. Schon die Pleite der kleinen IKB hätte diese überfordert. Bitte zukünftig keine Falschmeldungen bzw. politische Meinungen als Fakten verbreiten.
so-long 11.10.2017
2. Nachbar
Wenn mich mein Nachbar bittet, eine Bankbürgschaft zu übernehmen -etwas anderes ist die "Einlagensicherung" nicht- sollte ich mich fragen, warum das Ganze? Vielleicht weil er irgendwo klamm ist. Ein weiterer Schritt in Richtung Europaverdrossenheit.
sir wilfried 11.10.2017
3. Solange er bittet...
Zitat von so-longWenn mich mein Nachbar bittet, eine Bankbürgschaft zu übernehmen -etwas anderes ist die "Einlagensicherung" nicht- sollte ich mich fragen, warum das Ganze? Vielleicht weil er irgendwo klamm ist. Ein weiterer Schritt in Richtung Europaverdrossenheit.
Solange er bittet, können Sie noch freundlich ablehnen. Was aber, wenn er sich mit anderen Nachbarn, die ebenfalls klamm sind, zusammentut und Sie unter Druck setzt? Ihnen mitteilt, es seien neue Nachbarschaftsregeln beschlossen worden, und an die haben Sie sich gefälligst zu halten? Welchen Grad nimmt dann Ihre EU-Verdrossenheit (nicht Europaverdrossenheit) an?
tatsache2011 11.10.2017
4. unbegrenzt ;-))-
Zitat von dr-baumannEs ist hinlänglich bewiesen und seitens der Regierung protokolliert, dass die deutsche Einlagensicherung überhaupt nicht gut gefüllt ist. Schon die Pleite der kleinen IKB hätte diese überfordert. Bitte zukünftig keine Falschmeldungen bzw. politische Meinungen als Fakten verbreiten.
"Die Regierungen von Irland, Griechenland und Deutschland hatten im September und Oktober 2008 angekündigt, im Zuge der Turbulenzen der Finanzkrise für Einlagen unbegrenzt zu garantieren." [Zitat aus Wikipedia]
rjb26 11.10.2017
5. grundsätzlich richtig
Wenn alle Länder entsprechend national System aufgebaut und gefüllt haben kann man dan glroche Fonds auch zusammenlegen
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