EU-Kommissionspräsident Juncker will mit US-Besuch Autozölle verhindern

Für eine "stärkere Wirtschaftspartnerschaft" will EU-Kommissionspräsident Juncker sich bei Donald Trump einsetzen. Es ist der Versuch, eine weitere Eskalation des Handelskonflikts zu stoppen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker
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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker


EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will am 25. Juli mit US-Präsident Donald Trump in Washington Handelsgespräche führen. Er und Trump würden bei dem Treffen über eine Verbesserung der transatlantischen Handelsbeziehungen und eine "stärkere Wirtschaftspartnerschaft" verhandeln, teilte die EU-Kommission mit. Daneben werde über weitere Themen gesprochen, wie Terrorabwehr und Energiesicherheit.

Mit dem Besuch will Juncker verhindern, dass Trump seine Drohung wahrmacht und US-Importzölle auf Autos aus der EU verhängt. Amerika verlangt seit Anfang Juni Strafabgaben auf Stahl und Aluminium aus der EU. Sonderzölle auf europäische Autos würden vor allem die deutsche Wirtschaft deutlich stärker treffen als die auf Stahl- und Aluminium.

Die EU-Kommission reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Waren wie Erdnussbutter und Harley-Davidson-Motorräder. Der Umfang soll sich auf 1,6 Milliarden Dollar belaufen.

Auch Länder wie Mexiko und Kanada sind betroffen und reagierten mit Gegenmaßnahmen.

Sorge nach Gipfeltreffen mit Putin

Am Montag hatte sich der US-Präsident zu seinem ersten bilateralen Gipfel mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Helsiniki getroffen und damit bei den traditionellen US-Verbündeten die Sorge vor einseitigen Deals ausgelöst.

Beim G7-Gipfel in Kanada war es im Juni wegen der Handelspolitik zum Eklat gekommen. Trump zog nachträglich seine Unterstützung für die Abschlusserklärung des Gipfels zurück. Es war Trumps Reaktion auf die Ankündigung des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, dass er die bereits vor dem Gipfel angedrohten kanadischen Zölle auf US-Produkte nun doch zum 1. Juli in Kraft setzen wolle. Sie galten als Antwort auf die von den USA eingeführten Abgaben.

cop/dpa-AFX

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