Ab Februar 2019 in Kraft EU-Parlament stimmt Freihandelsabkommen mit Japan zu

Im Februar kann das bislang größte Freihandelsabkommen der EU in Kraft treten. Das EU-Parlament stimmte für den Pakt mit Japan. Fast alle Zölle auf Produkte der beiden Wirtschaftsräume fallen weg.

EU-Parlament in Straßburg
DPA

EU-Parlament in Straßburg


Das Freihandelsabkommen der EU mit Japan hat die letzte politische Hürde genommen. Mit 474 Ja-Stimmen sprach sich das Europaparlament für das Economic Partnership Agreement (EPA) aus. 152 Abgeordnete votierten gegen das Abkommen, 40 enthielten sich. "Wenn alles gut geht, wird es am 1. Februar in Kraft treten", sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström.

Das japanische Parlament hatte bereits zuvor für den Pakt votiert, der umgangssprachlich Jefta (Japan-EU Free Trade Agreement) genannt wird. Das Freihandelsabkommen mit Japan ist das größte, das die EU bislang geschlossen hat. Es wurde seit 2013 vorbereitet und soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen.

Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit ein sehr interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen. Zusammen machen die EU und Japan rund ein Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung aus.

Fotostrecke

6  Bilder
Freihandelsabkommen: Diese Produkte soll Jefta günstiger machen

(Lesen Sie hier, was hinter dem Freihandelsabkommen steckt und was es für Verbraucher bedeutet.)

Die EU-Kommission beziffert die Einsparungen für EU-Exporteure auf jährlich rund eine Milliarde Euro. Aufgrund der Größe des japanischen Marktes mit 127 Millionen Menschen erwartet Brüssel zudem einen deutlichen Anstieg der Exporte.

Vor dem Hintergrund der Handelsstreitigkeiten mit den USA sowie des Brexit soll das Abkommen zudem einen symbolischen Wert haben: Es ist "ein Signal in einer Welt, in der Protektionismus und die Ablehnung des Multilateralismus voranschreiten", sagte Handelskommissarin Malmström.

Konkret sieht das Freihandelsabkommen zum Beispiel vor, dass europäische Nahrungsmittelproduzenten künftig verarbeitetes Schweinefleisch, aber auch bestimmte Käsesorten und Wein zollfrei nach Japan einführen führen können.

Die japanische Seite ist hingegen vor allem an den vorgesehenen Zollsenkungen für Industriegüter - insbesondere Autos - interessiert. Auf Personenfahrzeuge aus japanischer Fertigung wird derzeit eine Abgabe in Höhe von 10 Prozent erhoben, auf Nutzfahrzeuge gibt es Zölle in Höhe von 10 bis 22 Prozent.

mmq/dpa/AFP



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Leser_01 12.12.2018
1.
Mal schauen, in welche Richtung mehr Autos exportiert werden. Wie hoch war noch gleich der EU-Zoll auf ausländische Fahrzeuge? Um diesen Betrag könnten sie künftig billiger werden.
Boone 12.12.2018
2.
Find ich super. Die Japaner sind eines der wenigen Völker, die noch wissen was respektvolle Distanz ist und außerdem haben ihre Produkte Qualität, im Gegensatz zu dem Ramsch, den die Nordamerikaner produzieren.
brummer07 12.12.2018
3. Hoffnungsschimmer
Anscheinend versteht man in Strassburg mit Trump und BREXIT vor der Brust besser, warum ein liberales, regelbasiertes Handelssystem für unser aller Wohlstand überlebenswichtig ist. Wesentlich mehr Stimmen als für CETA / EU-Kanada Abkommen, allerdings auch ohne Investitionsschutz und die protektionistischen Stimmen aus der Landwirtschaft (die Bauern fürchten den japanischen kleinen Reisbauern wohl weniger ...)
brux 12.12.2018
4. Brexit
Der Sargnagel für den Brexit. Denn die grossen britischen Autofabriken gehören Nissan, Toyota und Honda. Sie wurden errichtet, um den EU-Markt ohne Zölle bedienen zu können. Jetzt können die Japaner die Autos direkt aus Japan bringen und die britischen Fabriken schliessen.
manicmecanic 12.12.2018
5. mal was gutes
von der EU.Echte Qualitätswaren vom Zoll befreit könnten tatsächlich den Handel beflügeln.Für die Autokonzerne hier allerdings stärkere Konkurrenz wenn man nun made in Japan billiger kaufen kann.Ich hatte schon Japaner die in diversen anderen Ländern gebaut wurden.Die waren alle deutlich schlechter von der Qualität als Autos derselben Marke wenn sie in Japan vom Band liefen.Die Reisbrenner made in Japan die ich hatte waren die problemärmsten Autos die ich hatte.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.