Spionageaffäre EU hält an Gesprächen für Freihandelszone mit USA fest

Die Spionageaffäre stellt das Verhältnis von EU und USA auf die Probe. Dennoch hält die Kommission in Brüssel an den Verhandlungen über eine Freihandelszone fest - wenn "Vertrauen, Transparenz und Klarheit" gegeben seien.

Schiff in Hamburg: Größte Freihandelszone der Welt soll entstehen
DPA

Schiff in Hamburg: Größte Freihandelszone der Welt soll entstehen


Brüssel/Straßburg - Die Gespräche über die größte Freihandelszone der Welt sollen trotz der NSA-Enthüllungen beginnen. Die EU-Kommission hält am Start fest, wie eine Sprecherin der EU-Behörde am Dienstag nach der Sitzung des Kollegiums in Straßburg mitteilte. Man werde aber von EU-Seite aus deutlich machen, "dass es für einen Erfolg einer solchen umfassenden und ehrgeizigen Verhandlung Vertrauen, Transparenz und Klarheit zwischen den Gesprächspartnern geben muss".

Die Affäre um mutmaßliche Datenspionage durch US-Geheimdienste hatte in Brüssel für erhebliche Unruhe gesorgt, zumal angeblich auch EU-Institutionen betroffen sind. Zuletzt hatten EU-Justizkommissarin Viviane Reding, Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, Frankreichs Staatschef François Hollande und weitere prominente Europapolitiker wie Daniel Cohn-Bendit, Grünen-Fraktionschef im EU-Parlament, das Abkommen in Frage gestellt.

Die Freihandelsverhandlungen sollen nun aber wie geplant am 8. Juli in Washington aufgenommen werden. Die EU und die USA hatten unlängst am Rande des G-8-Gipfels angekündigt, dass die Gespräche für die Schaffung der größten Freihandelszone der Welt bald beginnen werden. Beide Handelsblöcke erhoffen sich davon mehr Wirtschaftswachstum. Durch seinen Abschluss entstünde der größte Wirtschaftsraum der Welt.

yes/Reuters



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agua 02.07.2013
1.
Zitat von sysopDPADie Spionageaffäre stellt das Verhältnis von EU und USA auf die Probe. Dennoch hält die Kommission in Brüssel an den Verhandlungen über eine Freihandelszone fest - wenn "Vertrauen, Transparenz und Klarheit" gegeben seien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-stellt-usa-vor-gespraechen-fuer-freihandelszone-bedingungen-a-909094.html
Ich lese im Artikel:Mutmaßlich und angeblich.Das ist ein schlechter Witz.Die größte Freihandelszone der Welt,um die Wirtschaft in der EU anzukurbeln.Welche Wirtschaft,welcher Länder soll denn angekurbelt werden?Es geht den USA lediglich darum den Platz 1 zurückzuerobern,den sie lange nicht mehr innehaben,koste es,was es wolle.Und alle ziehen den Schwanz ein!
asdf01 02.07.2013
2. ...
Zitat von sysopDPADie Spionageaffäre stellt das Verhältnis von EU und USA auf die Probe. Dennoch hält die Kommission in Brüssel an den Verhandlungen über eine Freihandelszone fest - wenn "Vertrauen, Transparenz und Klarheit" gegeben seien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-stellt-usa-vor-gespraechen-fuer-freihandelszone-bedingungen-a-909094.html
Noch Fragen offen? Und da wundern sich die Gesellen über Politkerverdrossenheit... Und bezüglich "Vertrauen"... Vertrauen haben sie doch augenscheinlich grenzenlos gehabt, dabei wird doch ständig nachgewiesen, dass Vertrauen im Umgang mit den USA völlig unangemessen ist. Da muss jedes Detail kontrolliert werden. Aber unsere Politiker haben eben andere Interessen...
quellmeister 02.07.2013
3. Klar GoldmanSachs hats so befohlen, dann wirds auch so gemacht !
Und als zuverlässiger Verbündeter hat man zu spuren ! Was soll das Rumgeheule wegen ein bischen (sowieso überflüssiger) Privatsphäre ? Rechtsbruch wird sowieso nur beim Bürger bestraft, Staaten wie die USA dürfen schließlich ALLES, das wissen wir doch allerspätestens seit Bush oder ? (eigentlich aber schon seit Nixon). Geld ist nun mal wichtiger als Bürgerrechte, deswegen wollte uns die USA auch schon ACTA (totale Providerüberwachung aller Bürger) aufs Auge drücken. Und wenn Leutheusser Schnarrenberg nicht mehr Ministerin ist, wird das auch noch kommen (inklusive Vorratsdatenspeicherung!) Ein Hoch auf unseren "demokratischen" Verbündeten USA !
appenzella 02.07.2013
4. @quellmeister
Nun seien Sie mal nicht so pessimistisch. Innenminister Friedrich von der "C"SU hat bereits erkannt, daß es illegal wäre, wenn die NSA der USA die fokking germans wirklich scannen würde. Da kann man also ganz beruhigt sein und ein nettes Freiscanabkommen abschließen. Äh, meinte natürlich Freihandelsabkommen.. Davon profitieren doch schließlich auch wir, wenn die Amis uns mitteilen, wo unsere Patente noch Lücken aufweisen. Und mit Patenten nehmen es die patenten Amis immer sehr genau, da haben wir nix zu befürchten.
EhutCasam 02.07.2013
5. Rückgradlos
Hauptsache freie Fahrt für den Freihandel. Währenddessen werden von den Verhandlungspartnern ständig unsere Rechte gebrochen, aber was soll's. Das ist also die Wertegemeinschaft EU.
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