EU-Studie Oberbayern ist Europas Job-Paradies

Die Schuldenkrise verschärft die Probleme auf Europas Arbeitsmarkt, vor allem junge Menschen finden immer seltener eine Stelle. Eine Ausnahme ist die Bundesrepublik: Laut einer EU-Studie kommen in Oberbayern, Freiburg und Schwaben fast alle Nachwuchskräfte unter. Die Top-Regionen im Überblick.

Berufseinsteiger: Niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland
DPA

Berufseinsteiger: Niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland


Hamburg - Die Jugendarbeitslosigkeit ist in drei süddeutschen Regionen so niedrig wie nirgends sonst in der Europäischen Union. In Oberbayern, Freiburg und Schwaben suchte im vergangenen Jahr nicht mal jeder achtzehnte Erwerbsfähige im Alter zwischen 15 und 24 Jahren eine Arbeit, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mitteilte.

In allen anderen erfassten 268 europäischen Regionen war die Erwerbslosenquote höher.

In Deutschland insgesamt ist jeder zehnte Jugendliche ohne Arbeit, im europäischen Durchschnitt jeder fünfte.

Am schlimmsten ist die Situation im spanischen Ceuta: Mehr als 60 Prozent der Jugendlichen finden in der Stadt an der nordafrikanischen Küste, gegenüber von Gibraltar, keine Arbeit. Generell erreicht die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien mit knapp 45 Prozent einen Rekordwert.

In welcher deutschen Region ist die Jugendarbeitslosigkeit besonders hoch - und in welcher besonders niedrig? Die wichtigsten Fakten in der Übersicht:

Arbeitslosigkeit 2010 - Top 10

Region 2010 Männer Frauen 15- bis 24-Jährige
1. Oberbayern 3,6 3,9 3,3 5,1
2. Freiburg 4,0 4,0 4,0 5,4
3. Schwaben 4,3 3,8 4,9 5,5
4. Tübingen 4,6 4,8 4,3 6,2
5. Niederbayern 3,9 4,0 3,7 6,4
6. Koblenz 5,2 5,2 5,1 6,6
7. Stuttgart 5,0 4,9 5,2 7,1
8. Hamburg 7,1 7,7 6,5 7,4
9. Unterfranken 5,2 5,1 5,2 8,5
10. Karlsruhe 5,3 5,4 5,3 8,9
EU 9,6 9,6 9,6 20,9
Deutschland 7,1 7,5 6,5 9,9

Quelle: Eurostat

Arbeitslosigkeit 2010 - Flop 10

Region 2010 Männer Frauen 15- bis 24-Jährige
1. Brandenburg-Nordost 11,2 12,1 10,3 16,8
2. Berlin 13,2 14,6 11,5 16,7
3. Gießen 6,1 6,1 6,0 13,1
4. Brandenburg-Südwest 8,9 9,5 8,2 12,8
5. Rheinhessen-Pfalz 6,1 6,4 5,8 12,6
6. Arnsberg 8,4 9,5 7,0 12,0
7. Düsseldorf 7,7 8,6 6,6 11,7
8. Hannover 7,1 7,9 6,2 11,7
9. Kassel 6,0 5,8 6,3 11,0
10. Lüneburg 5,8 5,7 5,9 10,9
EU 9,6 9,6 9,6 20,9
Deutschland 7,1 7,5 6,5 9,9

Quelle: Eurostat

ssu/dapd

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insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
thepunisher75 24.11.2011
1. Genau, und in München, beim Herrn Seehofer, da wächst...
Zitat von sysopDie Schuldenkrise verschärft die Probleme auf Europas Arbeitsmarkt, vor allem junge*Menschen finden immer seltener eine Stelle. Eine Ausnahme ist die Bundesrepublik: Laut einer EU-Studie kommen in Oberbayern, Freiburg und Schwaben fast alle Nachwuchskräfte*unter. Die Top-Regionen im Überblick. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,799778,00.html
..das Bier auf Bäumen, das Fleisch auf Sträuchern und Jobs werden einem hinter her geschmissen ! Ehrlich, mir geht dieser "Wir-Bayern-sind-die-besten-Deutschen" Stuss so langsam auf den Keks ! Mir stinkt es schon wenn ein Großmaul wie Herr Kauder oder Herr Seehofer so tun als wäre ihr Land doch das beste der Welt ! Kleiner Blick in die Realität, werte Politiker, es gibt in Bayern genau die gleichen Probleme wie in jedem anderen Land in Deutschland: Armut, Menschen ohne Jobs, Kriminalität und Gewalt ! Und Bayern ist auf jeden Fall nicht das Schlaraffenland Deutschlands auch wenn einige Politiker es so verkaufen, nur weil ihr Ego größer ist als ihr Gehirn !
schon,aber 24.11.2011
2. gggg
Zitat von sysopDie Schuldenkrise verschärft die Probleme auf Europas Arbeitsmarkt, vor allem junge*Menschen finden immer seltener eine Stelle. Eine Ausnahme ist die Bundesrepublik: Laut einer EU-Studie kommen in Oberbayern, Freiburg und Schwaben fast alle Nachwuchskräfte*unter. Die Top-Regionen im Überblick. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,799778,00.html
Na, das passt doch prima ins Bild. So auf den ersten Blick. Wundert das jemanden?
testthewest 24.11.2011
3. Titel
Zitat von thepunisher75..das Bier auf Bäumen, das Fleisch auf Sträuchern und Jobs werden einem hinter her geschmissen ! Ehrlich, mir geht dieser "Wir-Bayern-sind-die-besten-Deutschen" Stuss so langsam auf den Keks ! Mir stinkt es schon wenn ein Großmaul wie Herr Kauder oder Herr Seehofer so tun als wäre ihr Land doch das beste der Welt ! Kleiner Blick in die Realität, werte Politiker, es gibt in Bayern genau die gleichen Probleme wie in jedem anderen Land in Deutschland: Armut, Menschen ohne Jobs, Kriminalität und Gewalt ! Und Bayern ist auf jeden Fall nicht das Schlaraffenland Deutschlands auch wenn einige Politiker es so verkaufen, nur weil ihr Ego größer ist als ihr Gehirn !
Wahrscheinlich gibt es das überall, Arbeitslosigkeit und Armut. Die Frage ist nur: Welches Ausmass hat dieser Umstand? Auch sind die Bayern doch sehr moderat, was das angeben angeht. Sie können zwar was dafür in Studien vorne zu liegen, aber nichts dafür, dass diese Studien dann von Nachrichtenmagazinen so dargestellt werden als sei Bayern der einzige Ort Deutschlands an dem es gut ist zu leben. Vorallem sollte man auch mal bedenken, dass Bayern ein Geberland ist. Wenn das wegfallen würde, dann lägen die Bayern noch viel weiter vorne. Vieleicht ist es auch mal an der Zeit die Bayern Bayern sein zu lassen und sich zu fragen, warum denn die Situation woanders scheinbar nicht befriedigend ist (obwohl doch seit Jahrzehnten links gewählt wird und nicht die böse/blöde CSU). Vielleicht sollte man einfach mal lieber selber anfangen klar zu kommen, anstatt auf die Bayern zu schimpfen.
king.woita 24.11.2011
4. koan
völlig irrelevant, dieser artikel. wie soviele im spiegel und anderen medien in letzter zeit. passt für mich aber zur politik. statt immer wieder nur zu analysieren, wo es gut und wo weniger gut läuft sollte man irgendwann auch mal damit anfangen entgegen zu steuern. natürlich kann der spiegel das nicht in die wege leiten oder urgndwelche maßnahmen ergreifen. aber zumindest darauf verzichten, den leuten, die in wirtschaftlich schwächeren regionen leben, diese tatsachen andauernd um die ohren zu hauen. dass bayern derzeit besser da steht als meck-pomm und die mieten in münchen teurer sind als in plauen oder sonstwo, ist doch mittlerweile hinlänglich bekannt.
aurora80 24.11.2011
5. Freiburg als Jobparadies
Naja, was man auch nicht ganz vergessen darf ist dass diese Statistiken auch einiges ausblenden. Ich habe selbst 10 Jahre in Freiburg gelebt, war als Student natürlich nie jugendarbeitslos, und habe die Stadt dann nach Ende meines Studiums verlassen, um anderswo einen Job anzunehmen, in Freiburg selbst wäre das schwierig geworden. Von daher ist es sicherlich von der Tendenz her richtig, dass in den wirtschaftlich starken Regionen im Süden in Deutschland die Arbeitslosigkeit insgesamt und die Jugendarbeitslosigkeit niedrig sind, aber ob jetzt gerade Universitätsstädte wie Freiburg oder Tübingen als das Paradies dargestellt werden sollten darüber kann man streiten. p.s.: Ich bin übrigends nach Bayern umgezogen, von daher kann die Tabelle auch nicht so ganz verkehrt sein.
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