Transatlantische Freihandelszone EU und USA wollen ab Juni verhandeln

Der Freihandel wird zur Chefsache: US-Präsident Obama und EU-Kommissionspräsident Barroso wollen ab Juni über ein Abkommen zum Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen verhandeln. Die Europäer hoffen auf höheres Wirtschaftswachstum.

EU-Kommissionspräsident Barroso: "Die größte Freihandelszone der Welt"
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EU-Kommissionspräsident Barroso: "Die größte Freihandelszone der Welt"


Brüssel - Ab Ende Juni wollen die USA und die EU über eine transatlantische Freihandelszone verhandeln. US-Präsident Barack Obama hat gemeinsam mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionspräsident José Manuel Barroso den Beginn von Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen angekündigt.

Die internen Prozesse dazu würden jetzt in Gang gesetzt, erklärten die Präsidenten am Mittwoch. "Wir werden die größte Freihandelszone der Welt ins Leben rufen", sagte Barroso in Brüssel. Er rechne allerdings mit schwierigen Verhandlungen. Der Wille zu einem Abkommen besteht aber auch auf amerikanischer Seite: In seiner Rede zur Lage der Nation hatte US-Präsident Obama seine Unterstützung für eine Freihandelszone der beiden größten Wirtschaftsblöcke der Welt betont. Zusammen machen EU und USA über die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung aus.

Das Abkommen werde die Wirtschaft in beiden Regionen fördern, sagte Barroso. Die USA und die EU stünden für die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung. Das Bruttoinlandsprodukt der EU-Staaten könne um ein halbes Prozent steigen. EU-Handelskommissar Karel De Gucht rechnet mit einem Abschluss des Abkommens binnen zwei Jahren.

Auch die Bundesregierung drängt auf einen schnellen Verhandlungsbeginn: Man hoffe auf einen Verhandlungsbeginn bis Mitte des Jahres, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Die Bundeskanzlerin sei Obama "sehr dankbar", dass er das Thema "von sich aus auf die Tagesordnung gesetzt" habe.

Die deutsche Wirtschaft begrüßt zwar den neuen Schwung, doch man hört Warnungen vor transatlantischer Kraftmeierei: "Ein Freihandelsabkommen ist nicht dazu da, sich gegen Dritte abzuschotten nach dem Motto 'Jetzt verbünden wir uns gegen die bösen Chinesen'", sagte der Geschäftsführer des Außenhandelsverbandes BGA, Jens Nagel. Ihn störe das Gerede von einer "Wirtschafts-Nato". Beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht man eher die Vorteile: "Das könnte unsere Exporte in die Vereinigten Staaten um jährlich drei bis fünf Milliarden Euro erhöhen", sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier.

ade/Reuters/dpa/AFP



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