Handelsstreit EU erhebt schon ab Freitag Vergeltungszölle auf US-Produkte

Eigentlich sollte es erst im Juli losgehen, jetzt macht die EU schon früher Ernst: Ab Freitag wird die Einfuhr von Whiskey, Erdnussbutter und Jeans aus den USA teurer.

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Die beschlossenen EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte sollen ab Freitag in Kraft treten. Dies hat die EU-Kommission mitgeteilt. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sonderabgaben. Ursprünglich wollte die EU die Strafzölle erst ab Juli erheben.

Seit Anfang Juni werden Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und 10 Prozent bei Aluminium auf Importe in die USA fällig. Das verstößt aus Sicht der EU gegen Regeln der Welthandelsorganisation. Die EU-Zusatzzölle sollen nun in einem ersten Schritt auf Importe aus den USA im Gegenwert von jährlich 2,8 Milliarden erhoben werden. Sie werden Produkte wie Jeans, Erdnussbutter und Motorräder betreffen.

Bestätigung der EU-Kommission stand noch aus

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström betonte, die Union habe "nicht gewollt, in diese Lage zu kommen". Wegen der einseitigen Entscheidung der USA bleibe der Europäischen Union aber keine andere Wahl. Wenn die USA ihre Zölle zurücknähmen, fielen auch die EU-Maßnahmen weg, sagte sie.

Die EU-Länder hatten dem Vorgehen bereits einstimmig zugestimmt. Es fehlte noch die formelle Bestätigung der EU-Kommissare, damit die Zölle eingeführt werden können. Die EU hatte ihre Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent vorsorglich schon vor Wochen bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet.

Trump wirft den Europäern vor, mit einem hohen Handelsüberschuss der US-Wirtschaft zu schaden. Er drohte für den Fall europäischer Gegenzölle bereits mit Strafzöllen auch auf europäische Autos und Autoteile.

cop/dpa/AFP



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