Drohende Autozölle EU will Anfang 2019 in Handelsgespräche mit USA einsteigen

Angesichts drohender US-Strafzölle auf europäische Autos wollen die EU-Staaten die Sondierungen zu einem Handelsabkommen bis Ende 2018 abschließen. Die Verhandlungen könnten allerdings schwierig werden.

Margarete Schramböck, Cecilia Malmström
STEPHANIE LECOCQ/EPA-EFE/REX

Margarete Schramböck, Cecilia Malmström


Die EU bereitet sich auf Verhandlungen über eine endgültige Beilegung des Handelsstreits mit den USA vor. Angesichts der weiter drohenden US-Sonderzölle auf Autoimporte aus Europa müsse man schnell sein, sagte die Vorsitzende des Handelsministerrates, Margarete Schramböck in Brüssel.

Die Verhandlungen mit den USA sollten Anfang 2019 beginnen. Dafür muss aber zunächst ein Verhandlungsmandat für EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström beschlossen werden. Sie trifft am Mittwoch den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer in Washington.

US-Präsident Donald Trump wirft der EU bei einer Reihe von Produkten unfaire Handelspraktiken vor. Im Juni verhängte er deshalb Strafzölle auf Stahl und Aluminium und drohte auch mit Aufschlägen auf europäische Autos, die vor allem deutsche Hersteller treffen würden. Im Juli einigten sich dann EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Trump auf Vorgespräche über ein mögliches Abkommen zu Industriegütern.

Die Verhandlungen zwischen der USA und der EU drohen allerdings äußerst schwierig zu werden. Nach Angaben aus EU-Kreisen drängen die USA darauf, auch über den Abbau von Agrarzöllen zu reden, was EU-Staaten wie Frankreich nicht akzeptieren wollen. Zudem gilt es als möglich, dass die USA nur eine bestimmte Menge von Importen aus der EU von möglichen neuen Zöllen ausnehmen wollen. Dies wird in Deutschland für inakzeptabel gehalten. "Wir diskutieren nicht über Quoten", sagte Staatssekretär Ulrich Nussbaum in Brüssel. Malmström machte erneut deutlich, dass die EU auf die Einführung von neuen US-Sonderzöllen mit weiteren Vergeltungszöllen antworten würde.

Vor diesem Hintergrund sagte der Präsident des deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, er sei "skeptisch, dass es zu einer Lösung kommen wird". Auch eine Beendigung des Handelsstreits zwischen den USA und China könnte Europa treffen. Im Falle einer Einigung dürfte China erheblich mehr Produkte und Dienstleistungen aus den USA kaufen, um das enorme Handelsbilanzdefizit der USA auszugleichen. Dies werde "zumindest zum Teil zulasten von Europa gehen", sagte Schweitzer.

mal/AFP/dpa



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