Abbau von Zöllen EU will Handelsabkommen mit Australien und Neuseeland

Weniger Zölle, dafür mehr Geschäftsmöglichkeiten: Die EU-Kommission soll im Auftrag der Mitgliedsstaaten mit Australien und Neuseeland über Freihandelsabkommen verhandeln.

Containerschiff vor Sydney
REUTERS

Containerschiff vor Sydney


Die Europäische Union will mit Australien und Neuseeland Freihandelsabkommen abschließen. Die Wirtschaftsminister der EU-Staaten beschlossen, die EU-Kommission mit entsprechenden Verhandlungen zu beauftragen.

Die Entscheidung sei "eine erneute Botschaft an die Welt, dass die EU sich zu Offenheit, freiem Handel und internationaler Zusammenarbeit bekennt", sagte der bulgarische Wirtschaftsminister Emil Karanikolow, dessen Land derzeit den Vorsitz im Rat der EU innehat.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einem Beitrag für freie und offene Märkte und Welthandel. "Das zeigt, dass die Europäische Union ihre handelspolitischen Interessen erfolgreich vertritt", sagte er.

Australien war drittwichtigster Wirtschaftspartner

Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Milliarden Euro, das mit Neuseeland auf 8,7 Milliarden Euro. Für Australien war die EU zuletzt der drittwichtigste Wirtschaftspartner, für Neuseeland sogar der zweitwichtigste.

Nach Australien werden aus der EU vor allem Industrieerzeugnisse exportiert, während in die andere Richtung vor allem mineralische Rohstoffe und Landwirtschaftsprodukte gehen. Neuseeland liefert ebenfalls vor allem landwirtschaftliche Produkte nach Europa.

Über die neuen Freihandelsabkommen sollen Zölle und andere Handelshemmnisse abgebaut werden. Unternehmen können so auf Kosteneinsparungen und zusätzliche Absatzmöglichkeiten hoffen.

Geplatzte Abkommen mit den USA

Der Auftrag für die Verhandlungen gilt auch als weiteres Zeichen dafür, dass US-Präsident Donald Trump die USA mit seinem handelspolitischen Kurs isoliert. Australien und Neuseeland hatten bislang vor allem auf die mit den USA und neun anderen Ländern geplante transpazifische Freihandelszone (TPP) gesetzt. US-Präsident Trump ließ das bereits ausgehandelte Projekt allerdings platzen. Das Argument: Die US-Wirtschaft werde dadurch benachteiligt.

Die EU treibt derzeit ihre Verhandlungen über Handelsabkommen mit anderen Ländern und Regionen voran. Mit Mexiko wurde eine Einigung über die Modernisierung eines bestehenden Abkommens getroffen. Handelsabkommen mit Japan und Singapur sollen bald ratifiziert werden. Auch die Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay befinden sich in der Endphase.

cop/dpa/AFP



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