DIW-Studie EU-Zuwanderer brachten Deutschland zusätzliches Wirtschaftswachstum

Der Zuzug von Menschen aus anderen EU-Ländern hat laut Forschern in den vergangenen Jahren deutlich zum Wirtschaftswachstum in Deutschland beigetragen. Doch nun könnten auch andere Länder attraktiver werden.

Zuwanderer aus Spanien in München
REUTERS

Zuwanderer aus Spanien in München


Infolge der Wirtschaftskrise in Euro-Ländern wie Griechenland, Italien, Portugal und Spanien sind viele Menschen von dort in den vergangenen Jahren nach Deutschland gezogen. Diese Zuwanderer haben laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) für mehr Wachstum in Deutschland gesorgt. In den Jahren 2011 bis 2016 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach durch Zuwanderung durchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte pro Jahr verstärkt worden.

Wie die Forscher schreiben, war der Effekt am Höhepunkt der EU-Zuwanderung besonders stark. Ohne diesen wäre das BIP im Jahr 2015 nicht um 1,5 Prozent, sondern lediglich um 1,2 Prozent gewachsen. "Das ist ein nicht unerheblicher Beitrag, den die EU-Zuwanderung hier geleistet hat - und weiterhin leistet", so Marius Clemens, einer der Autoren der Studie. Von 2011 bis 2016 kamen mehr als fünf Millionen Zuwanderer aus anderen EU-Staaten nach Deutschland.

Niedrigste Arbeitslosenquote in Eurozone seit zehn Jahren

Dadurch konnten laut DIW viele vakante Stellen besetzt und der Arbeitsmarkt insgesamt belebt werden, was letztlich auch den Konsum befeuerte. Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und zunehmender Fachkräfteengpässe auf dem deutschen Arbeitsmarkt sei es wichtig, das Zuwanderungspotenzial aus anderen EU-Ländern weiter anheben zu können, schreiben die Forscher.

(Lesen Sie hier, warum Vollbeschäftigung in Deutschland möglich ist und welche Rolle Migration für den Arbeitsmarkt spielt.)

"Um weiterhin attraktiv für Zuwanderer aus Europa zu bleiben, wird sich Deutschland noch etwas mehr anstrengen müssen, denn in vielen Ländern vor allem im Euroraum geht es mit der Wirtschaft mittlerweile wieder bergauf", sagte Clemens.

Das bestätigen auch neue Zahlen des Statistikamts Eurostat: Demnach verharrt die Arbeitslosenquote in der Eurozone auf dem niedrigsten Niveau seit Ende 2008. Insgesamt belaufe sie sich für September auf 8,1 Prozent. Damit lag sie auf dem gleichen Niveau wie im August und deutlich unter den 8,9 Prozent aus dem September 2017. Insgesamt waren in den 19 Ländern der Eurozone 13,15 Millionen Menschen erwerbslos gemeldet. Die niedrigsten Quoten wurden in Tschechien, Deutschland und Polen registriert, die höchsten in Griechenland und Spanien.

bam/Reuters



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