Rettungspaket Euro-Finanzminister verzögern Zypern-Hilfen

Zypern muss länger auf Hilfskredite der Europäer warten. Die Euro-Finanzminister wollen das geplante Rettungspaket erst nach der Präsidentenwahl Anfang März bewilligen, berichtet das "Handelsblatt". Auch die SPD stellt sich quer.

Flaggen der EU und Zyperns in Nikosia: Hilfsmilliarden kommen später
AFP/HO / PIO

Flaggen der EU und Zyperns in Nikosia: Hilfsmilliarden kommen später


Berlin - So schnell wie von der zyprischen Regierung erwartet, werden die Milliarden offenbar nicht nach Nikosia überwiesen. Das Land kann dem "Handelsblatt" zufolge erst nach der Präsidentenwahl im Februar mit den Hilfskrediten rechnen. Die Euro-Finanzminister wollten nun Anfang März ein Rettungspaket bewilligen und nicht wie bisher erwartet am 21. Januar, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Man wolle die bevorstehende Präsidentenwahl abwarten, die für 17. und 24. Februar angesetzt sei, werden EU-Diplomaten zitiert. In der Euro-Zone hoffe man auf einem Machtwechsel, da sich die Gespräche mit dem amtierenden Präsidenten Dimitris Christofias schwierig gestalteten. Auch in Berlin sei man über die geringe Reformbereitschaft von Christofias verärgert. Zudem seien sich die Geldgeber noch nicht einig, wie das Hilfspaket ausgestaltet werden solle, berichtet das Blatt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sei für direkte Kapitalspritzen des Euro-Rettungsfonds ESM für Zyperns Banken, damit die Rettungskredite nicht auf die Staatsschuld angerechnet würden. Diese Lösung lehnten Deutschland und andere Euro-Länder dagegen ab. Sie wollten vielmehr, dass die Kredite durch Privatisierungserlöse und die Einnahmen aus der Erdgasförderung im Mittelmeer getilgt werden, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise.

In Deutschland lehnt die SPD einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge das geplante Hilfspaket ab. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass deutsche Steuerzahler zyprische Banken retten, deren Geschäftsmodell auf Beihilfe zum Steuerbetrug basiert", sagte Parteichef Sigmar Gabriel dem Blatt. Seine Partei könne den Krediten deshalb nicht zustimmen.

Wie das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, will die Bundesregierung dem Bundestag nur dann ein Paket vorlegen, wenn Zypern "radikale Reformen" einleite. Die Euro-Zone und der IWF verhandeln mit Zypern über ein Hilfspaket im Volumen von 17,5 Milliarden Euro. Davon waren ursprünglich neun Milliarden für die Rekapitalisierung der zwei zyprischen Großbanken bestimmt. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass die beiden Institute womöglich bis zu elf Milliarden Euro benötigten, sagten EU-Diplomaten. Hinzu kommen noch Hilfen für den Staatshaushalt.

nck/Reuters



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mallorcafan 09.01.2013
1. Man
Zitat von sysopAFP/HO / PIOZypern muss länger auf Hilfskredite der Europäer warten. Die Euro-Finanzminister wollen das geplante Rettungspaket erst nach der Präsidentenwahl Anfang März bewilligen, berichtet das "Handelsblatt". Auch die SPD stellt sich quer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-finanzminister-verzoegern-hilfspaket-fuer-zypern-a-876487.html
konnte, oh Wunder, in der Vergangenheit in einigen mutigen Zeitungen lesen, dass die sog. Hilfe für Zypern im Grunde das Retten russischer Schwarzgelder bedeuten würde. Jetzt frage ich mich, warum überhaupt Hilfe gewährt wird? Beim Volk kommt das doch genauso wenig an wie in Griechenland.
Roßtäuscher 09.01.2013
2. Warum soll ein Kredit die zweifelhaften Geldwasch-Banken Zyperns Oligarchen-Gelder
Zitat von sysopAFP/HO / PIOZypern muss länger auf Hilfskredite der Europäer warten. Die Euro-Finanzminister wollen das geplante Rettungspaket erst nach der Präsidentenwahl Anfang März bewilligen, berichtet das "Handelsblatt". Auch die SPD stellt sich quer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-finanzminister-verzoegern-hilfspaket-fuer-zypern-a-876487.html
retten. Zypern soll nicht nur länger auf Hilfsgelder warten, sondern egal wie die dortige Wahl ausgeht, überhaupt nichts bekommen. Das Land ist zwar kleiner als GR, dafür aber mindestens genau so korrupt in seinem Staatsgefüge. Will man die Steuergeld-Fluchtburg Zypern schon mit der Schweiz verwechseln? Jetzt kommen die gesamten Beitrittsfehler der EU an das Tageslicht. Obendrein hält die Türkei weiter die Hälfte Zyperns besetzt, erhofft sich dadurch auch noch einen leichteren Beitritt für sich? Die Außenpolitik Brüssels ist genauso schlecht, wie die der Merkel. 59% der Wähler sind gegen die Kanzlerin und gehen hoffentlich zur Wahl. Damit der Spuk endlich beendet ist.
kanuffke 09.01.2013
3. Am Ende wird bezahlt
Man muss sich ja noch ein bisschen zieren, um das Zahlvolk zu besänftigen, aber dann fließt die Kohle wie immer. Es stellt sich aber die viel wichtigere Frage, wie dieses Land überhaupt in den Euro aufgenommen werden konnte.
si tacuisses 09.01.2013
4. mit radikalen Reformen meint der Schräuble wohl,
Zitat von sysopAFP/HO / PIOZypern muss länger auf Hilfskredite der Europäer warten. Die Euro-Finanzminister wollen das geplante Rettungspaket erst nach der Präsidentenwahl Anfang März bewilligen, berichtet das "Handelsblatt". Auch die SPD stellt sich quer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-finanzminister-verzoegern-hilfspaket-fuer-zypern-a-876487.html
dass die Schwarzgelder russischer Zeitgenossen nicht "gerettet" werden ? OK, das wäre ein Massnahme. Wie die allerdings aus den Bankendaten zu isolieren sind ???
d_a 09.01.2013
5. Und ich hatte schon gehofft,
die Sache mit Zypern hätte sich erledigt. Wie können diese bescheuerten Eurokraten auch nur ernsthaft daran denken, dieses kleine korrupte Steuerinselchen mit 17 Milliarden Euro zu "retten" und das ganze auch noch als Hilfspaket zu deklarieren, so als ob auch nur ein Mensch in Zypern was davon abbekommen würde (außer vielleicht die Bankenchefs). Das ist so krank und man kann nichts dagegen tun. Wie könnte man dies nicht als moderne Autokratie betrachten? Doch von Bürgerbeteiligung hat noch keiner gesprochen. Wenn man der SPD wenigstens glauben könnte, sie werde sich gegen das Hilfspaket einsetzen. Letzten Endes werden die aber genau so abnicken wie eh und je.
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