Wirtschaft


Euro-Gruppenchef: Dijsselbloem kandidiert für Juncker-Nachfolge

Der niederländische Finanzminister will neuer Euro-Gruppenchef werden. Jeroen Dijsselbloem erklärte nun auch offiziell seine Kandidatur für die Juncker-Nachfolge. Die französische Regierung will vor einer Entscheidung noch mehr über Dijsselbloems politische Ziele wissen.

Niederländischer Minister Dijsselbloem, EZB-Präsident Draghi: Taktisches ManöverZur Großansicht
AP

Niederländischer Minister Dijsselbloem, EZB-Präsident Draghi: Taktisches Manöver

Berlin/Paris/Amsterdam - Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem hat seine offizielle Kandidatur für den Vorsitz der Finanzminister der Euro-Länder angekündigt. "Ich habe vor, mich morgen als Kandidat zu bewerben", sagte der Sozialdemokrat im Finanzausschuss des niederländischen Parlaments.

Dijsselbloem soll dem Luxemburger Jean-Claude Juncker nachfolgen, der amtsmüde ist. Der 46-jährige Dijsselbloem sagte, die Euro-Finanzminister hätten sich diese Woche darauf geeinigt, dass Nachfolgekandidaten bis Freitag erklären sollen, ob sie antreten. Der Sozialdemokrat hatte in den vergangenen Wochen eine Tour durch die europäischen Hauptstädte gemacht. Er war erst im November Finanzminister der Niederlande geworden.

Die Suche nach einem Kandidaten für die Juncker-Nachfolge zieht sich seit Monaten hin. Zeitweise war auch Finanzminister Wolfgang Schäuble im Gespräch, ebenso sein französischer Kollege Pierre Moscovici. Das Amt gilt als Schlüsselposten bei der Überwindung der Schuldenkrise in der Euro-Zone. Der französische Finanzminister Moscovici äußerte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Vorbehalte gegen die schnelle Ernennung Dijsselbloems. Es gebe bisher noch gar kein offizielles Bewerbungsverfahren für die Nachfolge.

Laut "FAZ" deutete Moscovici auch an, dass eine Entscheidung deshalb frühestens im Februar fallen könne. In französischen Regierungskreisen hieß, man sei nicht gegen Dijsselbloem, wolle aber vor seiner Wahl genaueres über seine politischen Ziele erfahren. Dies könne durchaus noch vor der für Montag geplanten Wahl geschehen.

cte/Reuters

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Wer verfolgt dabei welche Ziele und wer kann sich dabei letztendlich durchsetzen? Die südliche Eurozone hat dabei sicherlich völlig andere Vorstellungen als die wenigen noch leistungsfähigen Eurovolkswirtschaften. Mehr [...]
Zitat von sysopDer niederländische Finanzminister will neuer Euro-Gruppenchef werden. Jeroen Dijsselbloem erklärte nun auch offiziell seine Kandidatur für die Juncker-Nachfolge. Die französische Regierung will vor einer Entscheidung noch mehr über Dijsselbloems politische Ziele wissen. Euro-Gruppe: Dijsselbloem kandidiert für Juncker-Nachfolge - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-gruppe-dijsselbloem-kandidiert-fuer-juncker-nachfolge-a-878239.html)
Wer verfolgt dabei welche Ziele und wer kann sich dabei letztendlich durchsetzen? Die südliche Eurozone hat dabei sicherlich völlig andere Vorstellungen als die wenigen noch leistungsfähigen Eurovolkswirtschaften. Mehr Transfers, mehr Haftungsvergemeinschaftlichungen, mehr Dauerhilfsfonds, Erhöhung der Fondsmittel des ESM (Hebelung über die EZB?). Wann kommt die gemeinsame Bankenunion und in welcher Form? Konflikte sind also heute schon leicht erkennbar. Ob sich dabei der Niederländer mit seinen Vorstellungen durchsetzen kann, ist heute schon mehr als zweifelhaft. Inwieweit er dabei Unterstützung von den Nordländern bekommt, bleibt abzuwarten. Schuldenkrise: Europa passt nicht unter ein Dach - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/eurospezial/schuldenkrise-europa-passt-nicht-unter-ein-dach/7299242.html) Europäische Transferunion: Sozialistische Planspiele in Brüssel - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/europaeische-transferunion-sozialistische-planspiele-in-bruessel/7545674.html) ESM: Willkommen in der Inflationsgemeinschaft - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/esm-willkommen-in-der-inflationsgemeinschaft/7174930.html) EZB: Die Milliarden des ESM sind bald weg - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/ezb-die-milliarden-des-esm-sind-bald-weg/7241300.html)
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  • Donnerstag, 17.01.2013 – 17:14 Uhr
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