Brüssel - Die Länder der Euro-Zone wollen das krisengeschüttelte Griechenland als Mitglied behalten. "Es ist unser unerschütterlicher Wille, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt", sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker am späten Montagabend nach Beratungen in Brüssel. Ein Ausstieg sei kein Thema in der Sitzung gewesen. "Keiner hat in dieser Richtung argumentiert."
Eine neue Regierung in Athen müsse vielmehr die vereinbarten Spar- und Reformziele einhalten. "Das ist nicht die Zeit, bei den Reformanstrengungen nachzulassen", sagte der luxemburgische Premier- und Schatzminister.
Juncker kritisierte an Griechenland gerichtete Drohungen bezüglich eines Euro-Ausscheidens als "Unsinn" und "Propaganda". Das vereinbarte Sparprogramm müsse umgesetzt werden. "Aber ich mag nicht die Art des Umgangs derer, die Griechenland Tag für Tag bedrohen", sagte der luxemburgische Regierungschef. Das ist nicht die Art mit Partnern, Kollegen, Freunden und Bürgern der EU umzugehen." EU-Währungskommissar Olli Rehn fügte hinzu: "Es ist klar, dass wir wollen, dass Griechenland im Euro bleibt."
Nach der Parlamentswahl in Griechenland ist unklar, ob eine künftige Regierung in Athen den mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparkurs noch unterstützt. Daraufhin begann eine offene Diskussion über einen Stopp der Hilfszahlungen und einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone.Um die Krise zu lösen, schlug Staatspräsident Karolos Papoulias am Montag vor, eine Expertenregierung zu bilden.
Die Expertenregierung gilt als letzte Möglichkeit, nach dem Urnengang vor erst gut einer Woche erneute Neuwahlen im Juni zu verhindern. Seit Sonntag versucht der Staatschef zwischen den Parteien zu vermitteln. Athen hängt am Tropf internationaler Geldgeber; falls Mitte Juni kein neues Geld aus dem Hilfsprogramm fließt, ist das Land pleite.
Der Euro-Gruppen-Chef schloss nicht aus, dass unter außergewöhnlichen Umständen Fristen für Athen verschoben werden könnten - dazu müsse es jedoch erst einmal eine Regierung geben. Das Thema Verschiebung sei auch nicht von den Ressortchefs debattiert worden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnte erneut Forderungen ab, Athen bei der Umsetzung seines Sparprogramms mehr Zeit zu geben. "Das Problem bei Griechenland ist nicht eine Frage der Großzügigkeit", sagte er beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel.
lgr/dpa/AFP
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