Wirtschaft


Neuer Euro-Gruppenchef: Frankreich bremst bei Juncker-Nachfolger

Die Ernennung des neuen Euro-Gruppenchefs könnte sich hinziehen: Der französische Finanzminister äußert Vorbehalte gegen die schnelle Postenvergabe an den Niederländer Jeroen Dijsselbloem. Eine Entscheidung könne frühestens im Februar fallen.

Niederländischer Minister Dijsselbloem, EZB-Präsident Draghi: Taktisches ManöverZur Großansicht
AP

Niederländischer Minister Dijsselbloem, EZB-Präsident Draghi: Taktisches Manöver

Berlin - Es dürfte sich vor allem um ein taktisches Manöver handeln: Frankreich will die Ernennung eines neuen Chefs der Euro-Gruppe offenbar verzögern. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici äußerte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Vorbehalte gegen die schnelle Ernennung des niederländischen Finanzministers Jeroen Dijsselbloem.

Moscovici bemängelte, es gebe bisher noch gar kein offizielles Bewerbungsverfahren für die Nachfolge. Eine Entscheidung könne deshalb frühestens im Februar fallen, deutete der Minister an. Vorgesehen ist bisher, dass die Euro-Finanzminister Dijsselbloem am kommenden Montag zu ihrem neuen Vorsitzenden und damit zum Nachfolger von Jean-Claude Juncker bestimmen.

Der Vorstoß des französischen Finanzministers wird dem Bericht zufolge in Brüssel als Versuch gewertet, den künftigen Euro-Gruppenchef für französische Positionen zu gewinnen, etwa bei der umstrittenen Weiterentwicklung der Bankenunion hin zur gemeinsamen Einlagensicherung und zu einem einheitlichen Mechanismus zur Bankenabwicklung.

Vor einigen Tagen war der 46-jährige Dijsselbloem bereits zu einem Kennenlerngespräch beim französischen Finanzminister in Paris gewesen. Moscovici kritisierte nun, dass Dijsselbloem seine "Vision" von der künftigen Wirtschafts- und Finanzpolitik im Euro-Raum bislang nicht ausreichend dargelegt habe. Der Niederländer solle sich dazu schriftlich festlegen. Moscovici sagte aber auch, er lehne die Kandidatur Dijsselbloems nicht grundsätzlich ab. Dieser sei "sympathisch und intelligent".

yes/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
Wen wundert das? Herr Hollande möchte einen Franzosen durchsetzen. Er braucht einen Erfolg um den Wiederaufstieg Frankreichs auf Kosten Deutschlands zu realisieren. Das ist die reale deutsch-französische Freundschaft. Gott bewahre [...]
Wen wundert das? Herr Hollande möchte einen Franzosen durchsetzen. Er braucht einen Erfolg um den Wiederaufstieg Frankreichs auf Kosten Deutschlands zu realisieren. Das ist die reale deutsch-französische Freundschaft. Gott bewahre uns vor dieser französisch - deutschen Freundschaft.
BettyB. 17.01.2013
Dass die Merkelisten wieder einmal eine Personalentscheidung treffen wollen, ohne dass der Kandidat sich dazu äußert, was er eigentlich zu tun beabsichtigt, verwundert nicht. Man müßte ja verantwortlich handeln und davon kann [...]
Dass die Merkelisten wieder einmal eine Personalentscheidung treffen wollen, ohne dass der Kandidat sich dazu äußert, was er eigentlich zu tun beabsichtigt, verwundert nicht. Man müßte ja verantwortlich handeln und davon kann unter dieser Kanlerin natürlich nicht die Rede sein, denn die Mehrzahl der Wähler siet sie ja nicht einmal in der Verantwortung für die Regierung. Gelobt seinen deshalb die Franzosen, die mal nachfragen, was der Herr Dijsselbloem denn so an Ideen einzubringen gedenkt...
jumbing 17.01.2013
Mal wieder ein Beweis für die Unfähigkeit unserer Superkanzlerin, legitime deutsche Interessen zu vertreten.Aber macht ja nichts, kostet ja den deutschen Steuerzahler nur mal wieder ein paar Milliarden mehr und die Rentner [...]
Mal wieder ein Beweis für die Unfähigkeit unserer Superkanzlerin, legitime deutsche Interessen zu vertreten.Aber macht ja nichts, kostet ja den deutschen Steuerzahler nur mal wieder ein paar Milliarden mehr und die Rentner schlucken ja auch ohne Murren jede reale Kürzung.
Es geht um die Möglichkeiten der Einflussnahme. Insbesondere auf die Ausgestaltung der Geld- und Währungspolitik. Frankreich steht vor großen innenpolitischen und ökonomischen Herausforderungen. Es steht ein [...]
Zitat von sysopDie Ernennung des neuen Euro-Gruppenchefs könnte sich hinziehen: Der französische Finanzminister äußert Vorbehalte gegen die schnelle Postenvergabe an den Niederländer Jeroen Dijsselbloem. Eine Entscheidung könne frühestens im Februar fallen. Euro-Gruppenchef: Frankreich bremst bei Juncker-Nachfolger - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-gruppenchef-frankreich-bremst-bei-juncker-nachfolger-a-878063.html)
Es geht um die Möglichkeiten der Einflussnahme. Insbesondere auf die Ausgestaltung der Geld- und Währungspolitik. Frankreich steht vor großen innenpolitischen und ökonomischen Herausforderungen. Es steht ein gesellschaftspolitischer Komplettumbau an, der mit sehr großen Widerständen verbunden sein dürfte. Deshalb möchte man seinen eigenen Einfluss auf europäischer Ebene weiter ausbauen, hin zu einer anderen Geld-, Währungs-, Wirtschafts- und Budgetpolitik. Die EZB ist dafür ein hervorragendes Anschauungsbeispiel, wie Mehrheiten (Club Med) eigene Konzepte durchsetzen können, auch gegen Minderheiten (D, NL, SF, A). Europäische Union: Tiefe Gräben trennen Deutschland und Frankreich - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/europaeische-union-tiefe-graeben-trennen-deutschland-und-frankreich/7273478.html) Denkfabrik: Frankreich droht eine Flaute von einem Jahrzehnt - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/denkfabrik-frankreich-droht-eine-flaute-von-einem-jahrzehnt/7490586.html) Henkel trocken: Frankreich (http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/henkel-trocken-frankreich-deutschland-scheidung-noetig/6937000.html)
tjivi 17.01.2013
was sich da zusammenbraut. Erst sucht man ein Feindbild: gestern die Griechen, aktuell also die Franzosen. Und dann bleibt nur ein Weg offen: Krieg. Lieber sollten die Bürger aller EU Länder zusammenstehen und die Politik mehr [...]
was sich da zusammenbraut. Erst sucht man ein Feindbild: gestern die Griechen, aktuell also die Franzosen. Und dann bleibt nur ein Weg offen: Krieg. Lieber sollten die Bürger aller EU Länder zusammenstehen und die Politik mehr fordern. Dass Deutschland "einzig Schlaraffenland" bleibt, ist sowieso nur eine Verweigerung der Realität. Wir sind auch überschuldet und sollten uns mit den Opfern identifizieren.
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  • Donnerstag, 17.01.2013 – 08:24 Uhr
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