Euro-Hilfsfonds Griechenland bietet Bar-Garantien für Hilfskredite

Die wochenlangen Diskussionen um Garantien für Notkredite an Griechenland werden konkret: Athen will die Sicherheiten auf Bar-Garantien beschränken. Österreich schlägt ein Modell vor, bei dem jedes Land individuelle Sicherheiten verlangen könnte.

Griechenlands Finanzminister Venizelos: Barzahlungen für EU-Hilfen
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Griechenlands Finanzminister Venizelos: Barzahlungen für EU-Hilfen


Athen/ Alpbach - Finnlands Forderungen nach Sicherheiten für Notkredite aus dem Euro-Hilfsfonds sorgen seit Wochen für heftige Debatten in der Euro-Zone. Jetzt will die griechische Regierung die Möglichkeiten einschränken.

Demnach bietet Athen Bargeld im Gegenzug für EU-Hilfen. "Wir reden nur über Garantien in bar, die kein Problem für Griechenlands Stabilisierungsplan darstellen", sagte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos in einem Interview mit dem Radiosender Real FM.

Finnland verknüpft seine Beteiligung am neuen Hilfspaket für Griechenland mit einem Pfand . Demnach soll die griechische Regierung einen Teil des finnischen Beitrags am EFSF vorab als Sicherheit überweisen. Finnland will dieses Geld dann in sicheren Staatsanleihen anlegen. Die Regierungen der Euro-Zone hatten vergangene Woche die vereinbarte Zahlung von Bargeld abgelehnt.

Österreich schlägt Individuallösungen vor

Österreich und die Niederlande hatten nach Bekanntwerden der Sonderregelung auf Gleichbehandlung gepocht. Die österreichische Regierung glaubt mittlerweile jedoch an eine Einigung. Grundlage dafür könnte ein Modell sein, bei dem einzelne Länder für die von ihnen verlangten Sicherheiten bezahlen müssen, sagte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP). "Ich glaube, dass man zu einer Lösung kommt, die akzeptabel ist", sagte Fekter am Rande des europäischen Forums Alpbach. Laut Fekter könne jedes Land dann individuell entscheiden, ob es diese Sicherheiten in Anspruch nehmen wolle. Dieser und andere Vorschläge würden derzeit auf Arbeitsebene diskutiert.

Anfang der Woche hatte die finnische Regierung noch vorgeschlagen, dass Griechenland Staatsbesitz als Sicherheit an eine Holding-Gesellschaft in Luxemburg überträgt. Das ging aus einem Dokument hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Das Schreiben hätte die finnische Regierung an die Finanzministerien der anderen Euro-Staaten geschickt.

dis/Reuters

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