Frankfurt am Main - Selbst für Anleihen mit extrem langer Laufzeit muss Deutschland derzeit nur geringe Zinsen zahlen. Die Versteigerung einer 30-jährigen Anleihe brachte dem Bund knapp 2,5 Milliarden Euro ein, teilte die mit dem Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur am Mittwoch mit.
Die Gläubiger begnügten sich mit einem durchschnittlichen Zins von 2,62 Prozent. "Einen niedrigeren Zins gab es noch nie bei einer Versteigerung in diesem Segment", sagte der Sprecher der Finanzagentur, Jörg Müller.
Deutschland gilt bei Anlegern als sicherer Hafen. Sie sind deshalb bereit, auf Rendite zu verzichten. Als eines der wenigen Industrieländer wird die Bundesrepublik von den drei großen Rating-Agenturen mit der höchsten Bonitätsnote AAA bewertet. Sie ist Standard & Poor's zufolge auch dann nicht gefährdet, wenn die Wirtschaft in diesem Jahr in die Rezession abgleitet.
Die aktuelle Auktion bestätigt einen Trend der vergangenen drei Jahre. Insgesamt hat die Bundesrepublik einer Studie zufolge in der Schuldenkrise rund 45 Milliarden Euro an Zinszahlungen gespart. Das hat das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) durch einen Vergleich der Zinssätze ermittelt, die der Bund im Schnitt von 2000 bis 2008 und in den vergangenen drei Jahren bei Anleihen bieten musste.
"Ohne gesunkene Zinssätze müsste der Bund auf die Anleihen der letzten drei Jahre bis Laufzeitende 45 Milliarden Euro mehr an Zinsen zahlen", sagte IW-Finanzexperte Markus Mill am Mittwoch in Köln. Die hohe Nachfrage nach deutschen Staatspapieren habe die Zinsen immer weiter gedrückt.
cte/Reuters
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