Euro-Krise Griechisches Defizit überraschend gesunken

Das Haushaltsdefizit im krisengeschüttelten Griechenland lag im vergangenen Jahr mit neun Prozent einen ganzen Punkt unter dem bisher erwarteten Wert. In Irland dagegen lag das Defizit laut Eurostat gut einen halben Prozentpunkt höher als angenommen.

Sonnenuntergang über der Akropolis: Gute Nachrichten von Eurostat
AP/dpa

Sonnenuntergang über der Akropolis: Gute Nachrichten von Eurostat


Luxemburg - Gute Nachrichten für das Euro-Krisenland Griechenland: Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat in einer korrigierten Übersicht zur Neuverschuldung der EU-Staaten positive Zahlen für die Regierung in Athen veröffentlicht: Demnach lag das griechische Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr mit neun Prozent einen ganzen Prozentpunkt unter dem bisher erwarteten Wert.

Der Rückgang in Athen beruht Eurostat zufolge vor allem auf dem Hellenic Financial Stability Fund (HFSF), einem Stabilitätsfonds zugunsten von Banken. Dort gebe es nun eine Schätzung von "erzielbaren Beträgen in Bezug auf wertgeminderte Vermögenspositionen bei Abwicklungen von Banken", hieß es.

In Irland, das Ende des Jahres aus seinem Hilfsprogramm aussteigen will, betrug das Defizit 2012 nun 8,2 Prozent, das sind 0,6 Punkte mehr als bisher angenommen. Grund dafür sind den Statistikern zufolge eine andere Buchung von UMTS-Lizenzverkäufen und neuere Daten von den öffentlichen Stellen.

Auch für drei weitere Euro-Länder konnte die Behörde positive Nachrichten melden: In Luxemburg sank das Defizit um 0,2 Prozentpunkte, vor allem wegen "aktualisierter Datenquellen in Bezug auf Steuerforderungen". Auch in Spanien sank das Defizit um 0,2 Prozentpunkte - die Gemeinden hatten Eurostat noch Daten nachgeliefert. Aus demselben Grund sank das Defizit im Nicht-Euroland Schweden um 0,3 Punkte.

Insgesamt verringerte sich das öffentliche Defizit 2012 in der Euro-Zone gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 4,2 Prozent im Vorjahr auf 3,7 Prozent. Die Staatsschulden stiegen dagegen von gut 87 Prozent Ende 2011 auf mehr als 90 Prozent. Die niedrigsten öffentlichen Defizite als Prozent des BIP gab es in Estland und Schweden (je 0,2 Prozent), Luxemburg ( 0,6 Prozent) und Bulgarien ( 0,8 Prozent), während Deutschland als einziges Land mit 0,1 Prozent einen öffentlichen Überschuss meldete.

nck/dpa

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klugscheißer2011 21.10.2013
1. Schon geprüft?
Zitat von sysopAP/dpaDas Haushaltsdefizit im krisengeschüttelten Griechenland lag im vergangenen Jahr mit neun Prozent einen ganzen Punkt unter dem bisher erwarteten Wert. In Irland dagegen lag das Defizit laut Eurostat gut einen halben Prozentpunkt höher als angenommen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-griechisches-defizit-ueberraschend-gesunken-a-929022.html
Und diese Zahlen wurden von der Troika auch schon eingehend geprüft oder verlässt man sich da erstmal auf die Angaben der Griechen? Die hatten auch vor dem Eintritt in den Euro tolle Zahlen.
wll 21.10.2013
2. Kein Titel
"Der Rückgang in Athen beruht Eurostat zufolge vor allem auf dem Hellenic Financial Stability Fund (HFSF), einem Stabilitätsfonds zugunsten von Banken. Dort gebe es nun eine Schätzung von 'erzielbaren Beträgen in Bezug auf wertgeminderte Vermögenspositionen bei Abwicklungen von Banken', hieß es. " Mit anderen Worten, die Zahlen sind wie immer mit extremster Vorsicht zu geniessen. Vermutlich waren die gleichen Koryphäen am Werk, die die erzielbaren Erlöse bei der Privatisierung griechischer Staatsbetriebe auf 60 Mrd. Euro beziffert haben. Die tatsächlichen Erlöse liegen mehr als eine Größenordnung darunter...
just_ice 21.10.2013
3. Goldman-Sachs!?
Da hat sich die neue griechische Regierung wohl des Finanzdienstleisters Goldman-Sachs erinnert, der ihr vor 15 Jahren schon einmal unbezahlbare Dienste erwiesen hat. Ich glaube jedenfalls keinen Zahlen mehr von dieser und anderen südeuropäischen Bananenrepubliken.
Darjaan 21.10.2013
4.
wie immer die Zahlen auch sein mögen, sie sind höchst wahrscheinlich gelogen, so wie immer in der Vergangenheit. es macht schlicht und einfach keinen Sinn, überhaupt irgendwelche Zahlen zu veröffentlichen und ich wette in wenigen Wochen schon kommen Zahlen heraus. die wieder das genaue Gegenteil darstellen.
MarkusW77 21.10.2013
5.
Anhand der Überschrift dachte ich, das tatsächliche Defizit wäre gesunken und nicht nur die erwartete Neuverschuldung ... Das ist so als wenn ein Alkoholiker bei der letzten Party nur 0,9 Liter Korn getrunken hätte anstatt der üblichen 1,0....
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