Schuldenkrise: Irland fordert bessere Bedingungen für Hilfskredite

Irland gilt als Musterschüler unter den Euro-Krisenländern. Im Gegenzug wünscht sich die Regierung in Dublin niedrigere Zinsen auf die Hilfskredite. "Das würde unsere Haushaltslage erheblich verbessern", sagte der Arbeitsminister.

Berlin - Irlands Arbeitsminister Richard Bruton hat bessere Bedingungen der Rettungskredite für sein Land gefordert. Angesichts der Umsetzung der Auflagen für die Hilfen erwarte Irland, "dass die Euro-Partner uns entgegenkommen werden, wenn es darum geht, die Schulden zur Bankenrettung zu strecken und die Konditionen zu lockern", sagte Bruton der "Welt". Der Zinssatz für die Kredite müsse auf ein vernünftiges Maß gesenkt werden. "Die hohen Zahlungen, die wir jedes Jahr leisten müssen, sind nicht nachhaltig."

Im Sommer hatte die Euro-Zone zugesagt, die Rettung der irischen Banken zu überarbeiten. Seither ist jedoch nicht viel geschehen. Bruton betonte: "Wenn Irland günstigere Konditionen für die Schulden bekäme, die der irische Staat für die Bankenrettung gemacht hat, würde das unsere Haushaltslage erheblich verbessern." Die enorme Verschuldung hänge "wie eine düstere Wolke über einer ansonsten recht günstigen Entwicklung".

Am Mittwoch hatte bereits der Internationale Währungsfonds die Euro-Zone eindringlich dazu aufgefordert, ihre Versprechen einzuhalten. Die Zusage, die Konditionen zu überarbeiten, hatte im Juni die Zinsen auf irische Staatsanleihen deutlich gedrückt. Dadurch konnte Irland als erstes Land unter dem EU-Rettungsschirm wieder langfristige Staatsanleihen verkaufen. Irland hatte von IWF und Euro-Zone ein Rettungspaket in Höhe von 85 Milliarden Euro erhalten, das in einem Jahr ausläuft.

cte/Reuters

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