Euro-Krise Irland und Co. schulden Deutschland eine halbe Billion Dollar

In der Euro-Krise stehen für Deutschland gigantische Summen auf dem Spiel: Geldhäuser und Anleger haben an die europäischen Schuldenstaaten mehr als 500 Milliarden Dollar verliehen. Ein Ausfall Griechenlands, Irlands, Portugals oder Spaniens wäre damit sehr teuer.


Basel - Deutsche Banken und Anleger haben in den Euro-Krisenländern Forderungen von über einer halben Billion Dollar. Das geht aus dem jüngsten Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor, der am Sonntag in Basel veröffentlicht wurde. Dabei geht es um die Länder Griechenland, Irland, Portugal und Spanien, die mit etwa 513 Milliarden Dollar (388 Milliarden Euro) bei Deutschland in der Kreide stehen.

Die "Zentralbank der Zentralbanken", wie die BIZ auch genannt wird, sieht die Gesamtforderungen auf der Welt an diese vier Länder für das zweite Quartal 2010 bei 2,2 Billionen Dollar. Aufgeschlüsselt liege der Anteil der grenzüberschreitenden Forderungen zwischen 60 Prozent im Falle Portugals und 76 Prozent im Falle Irlands. Für Griechenland und Spanien lag der entsprechende Anteil bei 64 und 69 Prozent.

Eine genaue Schätzung über die Veränderung der Auslandsforderungen im Quartalsvergleich ist laut BIZ nicht möglich. Allerdings könne angenommen werden, dass die Aufwertung des Dollar zum Euro hauptsächlich für einen Rückgang der Forderungen verantwortlich ist.

Für Deutschland ergeben sich laut BIZ zum Ende des zweiten Quartals 2010 folgende Forderungen: Griechenland 65,4 Milliarden Dollar, Portugal 44,3, Irland 186,4 und Spanien 216,6 Milliarden Dollar. Allerdings stellt die BIZ auch fest, das das wechselkursbereinigte Engagement der Banken für Griechenland am stärksten abgenommen hat. Die gesamten Auslandsforderungen an das Land sanken im Berichtszeitraum um 27 Milliarden Dollar.

Am Donnerstag treffen sich in Brüssel Staats- und Regierungschefs der EU, um einen permanenten Rettungsschirm für angeschlagene Länder der Euro-Zone zu beschließen.

can/dpa

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insgesamt 57 Beiträge
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Kontrastprogramm 12.12.2010
1. Reine Panikmache
Zitat von sysopDie EU-Staaten ringen um eine dauerhafte Lösung der Euro-Krise, die sich für Deutschland einem aktuellen Bericht zufolge inzwischen auf Forderungen von mehr als 500 Milliarden Dollar beläuft. So viel schulden die Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal und Spanien hiesigen Institutionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734225,00.html
Wo soll denn das Problem sein. Da schuldet jemand den hiesigen Banken Geld. Geld dass diese gegen Zinsen sich geliehen haben. Ein ganz normales Bankgeschäft. Was soll das Rumgeheule?
ixelloise 12.12.2010
2. .
Zitat von sysopDie EU-Staaten ringen um eine dauerhafte Lösung der Euro-Krise, die sich für Deutschland einem aktuellen Bericht zufolge inzwischen auf Forderungen von mehr als 500 Milliarden Dollar beläuft. So viel schulden die Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal und Spanien hiesigen Institutionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734225,00.html
Und da diese Institutionen als "systemrelevant" deklariert wurden - oder wie das Zauberwort heisst - werden sie schon keinen Cent davon abschreiben müssen. Eher geht der deutsche Steuerzahler pleite - wetten dass ...?
silenced 12.12.2010
3. <->
Falsch, sie schulden uns nicht Dollar, sondern Euro! Wo kommen wir denn hin, wenn wir uns in der EU von einem EU Mitglied in Dollar bezahlen lassen? Manchmal fragt man sich ... Bitte lieber Spiegel, zurück zum Niveau! Aber ich weiß, mehr als eine halbe Billion Dollar klingt besser als läppische ~300 Mrd. Euro. Verdammter Umrechnungskurs aber auch.
deppvomdienst 12.12.2010
4. Wo bleibt der Beitrag der Schweiz der anderen?
Zitat von sysopDie EU-Staaten ringen um eine dauerhafte Lösung der Euro-Krise, die sich für Deutschland einem aktuellen Bericht zufolge inzwischen auf Forderungen von mehr als 500 Milliarden Dollar beläuft. So viel schulden die Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal und Spanien hiesigen Institutionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734225,00.html
Zwar ist die Schweiz nicht Mitglied der EU, geschweige denn macht sie beim Euro mit. Aber hat mal jemand gefragt, wie stark denn die Schweizer Banken davon profitieren, dass der Euro gerettet wird. Deren Beteiligungen, einschließlich der verwalteten Vermögen in den Kundendepots, würden ja auch einige hundert Mia-s umfassen! Wo bleibt deren Beitrag? Was sagt denn die Zahlungsausgleichbank hierzu? Warum wird das noch nicht mal erwähnt?
dr.könig 12.12.2010
5. institutionelle Schulden
Zitat von sysopDie EU-Staaten ringen um eine dauerhafte Lösung der Euro-Krise, die sich für Deutschland einem aktuellen Bericht zufolge inzwischen auf Forderungen von mehr als 500 Milliarden Dollar beläuft. So viel schulden die Krisenländer Griechenland, Irland, Portugal und Spanien hiesigen Institutionen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734225,00.html
Es geht hier um Institutionen, damit sind wohl u.a. die BANKEN gemeint, denen die Investitionen bei uns wohl zu popelig von der Rendite waren... keine BONI ... In den USA sind hunderte von Banken insolvent geworden. Das sollte auch bei uns möglich und gewünscht werden. No Risk... no Fun..no Profit... Ansonsten kennen wir alle den Soli seit fast 20 Jahren; satte 3 %. Ich fordere eine Börsenumsatzsteuer in gleicher Höhe !!! So wie bisher kann es nicht mehr weiter gehen.
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