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Euro-Krise: Italien und Belgien leiden unter Verkaufshysterie der Anleger

Die Angst um die Zukunft der Euro-Zone nimmt irrationale Züge an. Die Risikoaufschläge für Anleihen mehrerer europäischer Länder gehen rasant auf und ab, neben Portugal und Spanien trifft es auch Italien - und selbst Belgien gilt schon als Wackelkandidat.

Krisenkandidat Euro: Immer mehr Staaten geraten unter Druck Zur Großansicht
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Krisenkandidat Euro: Immer mehr Staaten geraten unter Druck

Hamburg - Der Euro wird wieder zur wackeligen Währung. Binnen einer Woche hat er im Vergleich zum Dollar rund acht Cent an Wert verloren. Am Dienstag fiel die Gemeinschaftswährung erstmals seit Mitte September unter die Marke von 1,30 Dollar, am Mittwochmorgen schnellte sie wieder um gut einen Cent nach oben. Ursache der Turbulenzen: die Sorge um die Haushaltssicherheit in mehreren europäischen Staaten.

Die Anleger sind nervös. Die Irland-Rettung reicht ihnen offenbar nicht, weil noch nicht alle Details geklärt sind; auch die Einigung der EU-Finanzminister auf einen permanenten Rettungsmechanismus hilft kaum, weil dieser erst in einigen Jahren greifen wird. Und so geht es nun an den Märkten auf und ab.

Am Dienstag waren die Risikoaufschläge spanischer und italienischer Staatsanleihen noch auf einen Rekordstand seit Einführung des Euro gestiegen. Am Mittwochvormittag dagegen entspannte sich die Lage wieder - sowohl für Spanien als auch Italien sanken die Aufschläge über alle Laufzeitbereiche, teilweise sogar deutlich. Nicht ganz so stark war der Rückgang bei irischen Anleihen. Für Griechenland ergab sich dagegen kein einheitliches Bild. Die Aufschläge von kurz- und langlaufenden Anleihen legten zu, mittelfristige über fünf Jahren sanken.

Einzige Ausnahme ist Portugal. Die Aufschläge zweijähriger Anleihen legten gegen den Trend zu. Mögliche Ursache: Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat in Aussicht gestellt, die Bonitätsbewertung für das Land zu senken. Die portugiesische Zentralbank hatte zuvor vor enormen Gefahren für den nationalen Finanzsektor gewarnt. Der frühere US-Regierungsberater Nouriel Roubini rechnet damit, dass das Land bald Hilfe braucht - auch wenn die portugiesische Regierung das bestreitet.

Spanien kündigt neues Anti-Krisen-Paket an

Die Nervosität an den Märkten beunruhigt die Regierungen der Länder. So hat die spanische Regierung inzwischen gewarnt, dass sich ihre Schuldenprobleme zu verschlimmern drohen: Sollten die Zinsen für Staatsanleihen länger hoch bleiben, werde das besorgniserregend, sagte Wirtschaftsstaatssekretär José Manuel Campa.

Um die Märkte zu beruhigen, kündigte die Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero am Mittwoch neue Sparmaßnahmen an. Er wolle Großflughäfen in Madrid und Barcelona und die staatliche Lotteriegesellschaft teilweise privatisieren, um das Defizit zusätzlich zu drücken, sagte er vor dem Parlament. Eine Sonderhilfe für Langzeitarbeitslose werde ab Februar 2011 nicht mehr gezahlt. Kleine und mittlere Unternehmen sollen außerdem Steuererleichterungen erhalten - was das Wirtschaftswachstum ankurbeln und einen schnelleren Abbau der Schulden ermöglichen soll.

Gerade die Sorgen über Spanien schüren die Anlegerängste um die Euro-Zone. Das Land hat ein weit größeres wirtschaftliches Gewicht als Griechenland, Irland und Portugal zusammen - weshalb auch die Aufschläge anderer Euro-Länder unter Druck kommen, deren Schuldenprobleme Experten weit weniger dramatisch einschätzen.

Too big to fail oder too big to bail?

Zum Beispiel Italien: Dort ist das Defizit bei fünf Prozent, weit weniger ist als in Spanien oder Portugal, und die Regierung hat ein Sparprogramm angeschoben. Allerdings muss das Land 2011 Anleihen refinanzieren. "Spanien muss 2011 rund 150 Milliarden Euro finanzieren, Italien braucht fast 340 Milliarden", schreibt Gary Jenkins von der Londoner Investmentbank Evolution Securities laut "Wall Street Journal" in einer Markteinschätzung.

Wenn dabei hohe Risikoaufschläge verlangt würden, würde es eng - der Euro-Rettungsschirm umfasst 750 Milliarden Euro. Aus too big to fail ("zu groß, um Konkurs zu gehen") könnte too big to bail (etwa: "zu groß, um gerettet zu werden") werden. Tatsächlich kursieren Vorschläge, den Rettungsschirm auf 1,5 Billionen Euro zu verdoppeln. Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hat offengelassen, ob er diese Maßnahme erwägt.

Wie nervös die Anleger sind, zeigt sich auch am Fall Belgien. Inzwischen wird auch dieses Land immer öfter als Wackelkandidat genannt. Es trägt die dritthöchste Schuldenlast aller 16 Euro-Staaten nach Griechenland und Italien und hat einen Schuldenberg angehäuft, der fast seiner jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Bis 2012 wird das Defizit auf 102,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, sagt die EU-Kommission in ihrer Herbstprognose voraus.

Politische Unsicherheit schürt Belgien-Angst

Belgien kämpft allerdings weder mit einer Immobilien- noch mit einer Bankenkrise und steht strukturell weit besser da als beispielsweise Irland. Die Regierung hat gerade erst erfolgreich neue Anleihen platziert. Laut EU-Prognose dürfte die belgische Wirtschaft bis 2012 im Schnitt um zwei Prozent wachsen.

Was die Märkte dennoch beunruhigt: Das Land ist politisch zerrissen, seit den Wahlen im Juni steht es ohne Regierung da. Die Übergangsregierung von Ministerpräsident Yves Leterme bekam zwar den Haushalt für 2010 durch das Parlament. Doch dürfte sie Probleme haben, ähnlich harte Sparmaßnahmen durchzusetzen wie Spanien oder Portugal, sagte Analyst Peter Chatwell von Crédit Agricole. "Wenn die politische Krise nicht schnell gelöst wird erscheint eine Finanzkrise fast unausweichlich", befürchtet Paul de Grauwe, Professor an der Katholischen Universität Löwen.

Am Dienstag hatte die Nervosität sogar in Deutschland marginale Effekte. Die Renditen für deutsche Staatsanleihen und die Aufschläge auf Kreditausfallversicherungen stiegen zeitweise.

Trotz der Unruhe sieht EZB-Präsident Trichet die Existenz der Gemeinschaftswährung nicht bedroht. "Manche Kritiker neigen offenbar dazu, die Entschlossenheit der Regierungen zu unterschätzen", sagte er am Dienstag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. Dies gelte auch für die Beurteilung der Tatkraft der Euro-Gruppe und des Rats der Europäischen Union. "Nach meinen Erkenntnissen kann man die Stabilität der Euro-Zone nicht ernsthaft in Frage stellen", betonte Trichet.

ssu/dpa/Reuters

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sacco 01.12.2010
Zitat von sysopDie Angst um die Zukunft der Euro-Zone nimmt irrationale Züge an. Portugal und Spanien leiden massiv unter der Nervosität der Anleger, Italien gerät immer stärker in den europäischen Schuldenstrudel. Selbst Belgien gilt wegen seiner angeschlagenen Regierung nun schon als Wackelkandidat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732143,00.html
falsch. das verhalten der politik in der euro-zone ist irrational. das verhalten der anleger die antwort drauf.
2. auf der Kippe
sfb 01.12.2010
Zitat von sysopDie Angst um die Zukunft der Euro-Zone nimmt irrationale Züge an. Portugal und Spanien leiden massiv unter der Nervosität der Anleger, Italien gerät immer stärker in den europäischen Schuldenstrudel. Selbst Belgien gilt wegen seiner angeschlagenen Regierung nun schon als Wackelkandidat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732143,00.html
Das ist keine Hysterie, sondern eine viel zu spät kommende Einsicht. "Spätestens wenn eines der beiden großen Südländer an den Tropf muss, steht auch Deutschland als letzter Hort von Stabilität auf der Kippe – und muss sich fragen lassen, wie lange es noch zahlungsfähig bleibt." Die Gold-Wette (http://www.wiwo.de/finanzen/die-gold-wette-448498/2/)
3. Wir können nun wunderschön beobachten....
sgt. karotte 01.12.2010
...wie die Europäer in einen Einheitsstaat gezwungen werden. Da über kurz oder lang nur mehr die Alternativen: Eurozone auflösen oder einheitliche Wirtschafts-, Steuer-, Währungs- und Sozialpolitik betreiben, zur Auswahl stehen werden, kann dem Volk erklärt werden, wenn es nicht in die Katastrophe schlittern will, (dazu wird gerne auf die 30er verwiesen) muß es diesen Zentralstaat akzeptieren. Damit geht es schnurstracks weg vom Grundgesetz hin zu einer neuen EU-Verfassung, die viele Einschränkungen der Bürgerrechte kennt und sehr stark zu Gunsten der Herrschenden und Wirtschaftsmächtigen (sprich: Reichen) ausgelegt ist. Wir alle sollten uns sehr gut überlegen ob wir das zulassen oder ob wir nicht jetzt, und zwar genau jetzt, alles tun was notwendig ist, um die Politiker davon abzuhalten, diesen Weg zu beschreiten.
4. Panik ist Vorreiter des Absturzes
la borsa, 01.12.2010
Zitat von sysopDie Angst um die Zukunft der Euro-Zone nimmt irrationale Züge an. Portugal und Spanien leiden massiv unter der Nervosität der Anleger, Italien gerät immer stärker in den europäischen Schuldenstrudel. Selbst Belgien gilt wegen seiner angeschlagenen Regierung nun schon als Wackelkandidat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732143,00.html
Schlechte Nachrichten können zu irrationalen Ängsten der Anleger führen, die sich gegenseitig verstärken. Die Medien spielen dabei die führende Rolle; Enwicklungen beschleunigen sich. *Fakt ist:* Die Anleger bewegen sich im Feld der unvollkommenden Informationen. Die Masse geht in die Stampede über und die Minderheit sammelt die Perlen auf. Man muss zur gut informierten Minderheit gehören. Keine Frage.
5. ohne Frankreich und mit Skandinavien
ofelas 01.12.2010
Eine Differenzierung der einzelnen Laender im Euro-Raum ist gleich heilsam, somit werden die einzelnen Laender auch gezwungen die Hoehe ihrer Verschuldung, Faelligkeitstruktur, Ausgaben und Steuereinnahmen genauer zu betrachten. Der Euro war eine gute Idee, schlecht und unter Druck Frankreichs eingefuehrt, und leider mit den Laendern die nicht zur Staerkung beigetragen haben. Deutschland koennte gut, und der Euro besser in einem Verbund mit Skandinavien, Niederlande, Slovenien und eventuell Polen/Tschechien leben. Frankreich ist Wirtschaftlich staerker als die PIIGS aber ihre Waehrungsphilosophie und somit Politisierung der Waehrung ist eine Katastrophe.
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Mini-Serie
AFP

Erst Griechenland und Irland, nun wetten die Märkte schon gegen Portugal, Spanien und Italien. In Europa wächst die Sorge, dass weitere Schuldenländer Milliardenhilfen brauchen. Aber wie groß ist das Risiko wirklich? Und wer könnte der nächste Pleitekandidat sein? Ein Überblick:

Wie die Euro-Krise gelöst werden könnte
Trotz riesiger Hilfspakete schwelt die Schuldenkrise in der Euro-Zone weiter. Kaum wurde Irland gerettet, geraten mit Portugal und Spanien die nächsten Wackelkandidaten in den Fokus der Finanzmärkte. Doch wie könnte die Krise überwunden werden? Einige Lösungsvorschläge im Überblick.
Die EZB kauft massiv Anleihen
An den Finanzmärkten wird spekuliert, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Retter in der Not spielt. Sie könnte viel Geld in die Hand nehmen und Staatsanleihen der finanzschwachen Euro-Länder aufkaufen. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, sind nach Berechnungen der Anleihenexperten von Evolution Securities in London ein bis zwei Billionen Euro notwendig. "Das Verfahren, von Land zu Land zu springen, hat die Märkte bislang nicht beruhigen können", sagt deren Expertin Elisabeth Afseth. "Der einfachere Weg ist, dass die EZB ihr Aufkaufprogramm hochfährt und große Summen ausgibt." Spanien und Italien müssen im kommenden Jahr zusammen etwa 500 Milliarden Euro an den Kapitalmärkten erlösen. Das wird schwierig und teuer, weil die Investoren hohe Risikoaufschläge verlangen. "Deshalb muss jemand einspringen und helfen", begründet Afseth ihren Vorschlag. Der Vorteil: Die EZB kann rasch helfen. Binnen weniger Tage könnte sie das Kaufprogramm starten. Der Haken: Einige Mitglieder des EZB-Rates werden dem voraussichtlich nicht zustimmen, weil ein solches Vorgehen gegen die Statuten der EZB verstößt, die sich hauptsächlich um stabile Preise kümmern soll. "Das würde sie weiter von ihrem Mandat entfernen und besonders in Deutschland Sorge über die langfristige Stabilität des Euro auslösen", befürchtet Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer.
Erweiterung des EU-Rettungsschirms
In den Euro-Ländern wird bereits darüber diskutiert, das für Notfälle geschnürte Rettungspaket zu vergrößern. Nach den Hilfen für Irland ist es noch mit etwa 650 Milliarden Euro gefüllt. Bundesbankpräsident Axel Weber hat bereits eine Erweiterung ins Spiel gebracht. Ökonomen wie DIW-Präsident Klaus Zimmermann raten dazu, das ursprüngliche Volumen von 750 Milliarden Euro auf 1,5 Billionen zu verdoppeln. Politisch ist das aber nicht so einfach durchsetzbar. In Staaten wie Finnland muss die Zustimmung dafür im Parlament eingeholt werden, was schwierig werden dürfte. Andererseits ist es sinnvoll, einen bereits bestehenden und funktionierenden Krisenmechanismus auszubauen. Er sieht strenge Sparauflagen für die Staaten vor, die Hilfen benötigen. Zudem ist der Internationale Währungsfonds mit an Bord, der die Einhaltung der Auflagen überprüft und über viel Erfahrung im Krisenmanagement verfügt.
Ausgabe von Euro-Anleihen
Diese Idee hat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso einen prominenten Fürsprecher. Eine gemeinsame Anleihe für alle 17 Euro-Länder hatte er bereits vor Monaten gefordert. Allerdings gibt es dagegen starken Widerstand, vor allem aus Deutschland und Frankreich. Beide Länder können sich ohne große Probleme und zu günstigen Konditionen frisches Geld am Kapitalmarkt leihen. Sie müssten ihre hohe Kreditwürdigkeit mit Krisenländern wie Portugal oder Spanien teilen und höhere Zinszahlungen in Kauf nehmen. Sie würden um ihren Lohn gebracht, den sie sich durch vergleichsweise solide Staatsfinanzen verdient haben. Der Nachteil: Die Vorbereitung einer Euro-Anleihe nimmt viel Zeit in Anspruch. Die aktuelle Krise, die Portugal und Spanien zu erfassen droht, ließe sich damit kaum lösen.
China kauft Staatsanleihen aus Europa
Die Volksrepublik besitzt die weltweit größten Devisenreserven. Das Geld ist vorwiegend in US-Staatsanleihen angelegt - insgesamt 1,8 Billionen Doller. China ist damit der größte Gläubiger der USA. "Man muss darüber nachdenken, wer genügend Geld hat, um das Problem zu lösen", sagte ein hoher EU-Offizieller. "Das einzige Land ist China. Wir müssen die Chinesen dazu bringen, EU-Schuldtitel zu erwerben." Allerdings gilt diese Lösung als unwahrscheinlich. Sowohl die EU-Behörden als auch die EZB und die Politik dürften sich dagegen verwahren.
EU beschließt gemeinsame Haushaltspolitik
Die 17 Euro-Länder verfügen über eine gemeinsame Währung und einen gemeinsamen Leitzins, aber nicht über eine gemeinsame Steuer- und Haushaltspolitik. Das hat die Spannungen erst ermöglicht, deretwegen die Währungsunion vor einer Zerreißprobe steht. "Wir brauchen auch eine Art Haushaltsbund", sagt EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. "Wir können das erreichen, wenn es eine starke Aufsicht und Kontrolle gibt." Allerdings ist das ein Tabuthema für Deutschland und andere Kernländer der Währungsunion, die kaum einen Teil ihrer Eigenständigkeit abgeben dürften. Politisch wäre dieser Weg deshalb kaum durchsetzbar. Eine Umsetzung würde zudem viele Jahre dauern - zu lange, um die akute Krise zu lösen.

Fotostrecke
Fotostrecke: Wo die Gefahren für den Euro liegen

Milliardenstütze für den Euro
Die EU hat sich auf ein beispielloses Rettungspaket geeinigt: Ein bis zu 750 Milliarden Euro schwerer Fonds für Euro-Wackelkandidaten soll Spekulanten abschrecken und die Währung schützen - die Konditionen im Überblick.
Milliarden-Auffangnetz

Für die klammen Euroländer stellt die Gemeinschaft bei Bedarf bis zu 750 Milliarden Euro Soforthilfe zur Verfügung.

Die ersten 60 Milliarden Euro kommen direkt von der EU-Kommission.

Sollte dieses Geld nicht ausreichen, kommen dazu die 440 Milliarden Euro schweren Hilfen einer Finanz-Zweckgesellschaft (siehe unten).

Zusätzlich steuert der Internationale Währungsfonds (IWF)mindestens 250 Milliarden Euro bei.

Finanz-Zweckgesellschaft
Die Finanz-Zweckgesellschaft ist ein für die Euroländer völlig neues Instrument, das im Namen aller 16 Euroländer Geld leihen und an finanzschwache Staaten weiterleiten kann.
Die Euroländer selbst müssen das Geld dabei nicht auf den Tisch legen, sie treten vielmehr als Garanten für das zu leihende Geld auf.
Zinssatz
Wie im Fall von Griechenland wird es auch für das 750-Milliarden-Paket einen einheitlichen Zinssatz für alle bedürftigen Länder geben. Griechenland muss für seine Kredite fünf Prozent Zinsen (für drei Jahre) zahlen.
Konsolidierung
Schuldenländer verpflichten sich, künftig noch strenger auf die Sanierung der Staatshaushalte zu achten.
Finanzmarktregulierung

Die Euroländer wollen die Finanzmärkte stärker regulieren. Dazu zählen Derivate und Rating-Agenturen, die die Kreditwürdigkeit von Schuldnern - und damit auch Staaten - bewerten.

Darüber hinaus versprechen sich die Staaten auch von der Einführung eines "Stabilitätsbeitrags" der Banken und einer weltweiten Abgabe auf Finanztransaktionen eine stärkere Beteiligung des Finanzsektors an den Kosten der Finanz- und Schuldenkrise.



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