Negativrekord Italiens Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit 30 Jahren

Es ist der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung 1977: Die Arbeitslosigkeit ist in Italien auf eine neue Rekordmarke geklettert - die Jugendarbeitslosigkeit stieg ebenfalls. Auch in der Euro-Zone bleibt die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau.

Prekäre Situation in Milan: Italiener warten auf Brot einer Hilfsorganisation
AP

Prekäre Situation in Milan: Italiener warten auf Brot einer Hilfsorganisation


Rom - In Italien sorgt die schwache Konjunktur und die politische Instabilität für einen weiteren Rekord bei der Arbeitslosigkeit. Im September stieg die Quote auf 12,5 von 12,4 Prozent im Vormonat. Das teilte das nationale Statistikamt am Donnerstag mit. Es ist der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung 1977. Auch die Jugendarbeitslosigkeit erreichte mit 40,4 Prozent eine Rekordmarke. Die gesamte Beschäftigungsrate fiel hingegen um 0,2 auf 55,4 Prozent.

Zuletzt hatte es Signale gegeben, dass Italien seine Dauer-Rezession überwinden kann: Die Wirtschaft schrumpfte im Frühjahr deutlich geringer als in den Quartalen davor. Als Risiko für die Wirtschaft sehen viele Experten auch die schwelende Regierungskrise in Rom. Im November entscheidet der Senat darüber, ob der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi seinen Sitz im Oberhaus behalten darf.

Arbeitslosigkeit bleibt in Euro-Zone auf hohem Niveau

Auch in der Euro-Zone bleibt die Arbeitslosigkeit auf einem hohen Niveau: In den 17 Euro-Ländern waren im September wie schon im Vormonat 12,2 Prozent der Menschen ohne Job. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mit. Insgesamt waren in der Eurozone 19,447 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. In allen 28 EU-Staaten waren 26,872 Millionen Menschen arbeitslos, das entspricht rund elf Prozent.

Die Konjunktur im Währungsgebiet kämpft sich derzeit mühsam aus der Rezession heraus. Die Wirtschaft in den 17 Euro-Ländern war zwischen April und Juni erstmals nach eineinhalb Jahren wieder gewachsen. Das Krisenland Spanien schaffte im Sommerquartal sogar ein leichtes Wachstum von 0,1 Prozent. Der Arbeitsmarkt gilt allerdings als nachlaufender Indikator - Konjunkturentwicklungen erreichen den Jobmarkt meist erst mit einer Verzögerung von rund einem halben Jahr. Aus diesem Grund kletterte auch in Italien die Arbeitslosigkeit auf die neue Rekordmarke von 12,5 Prozent - trotz einiger positiver Konjunktursignale der vergangenen Monate.

Am Arbeitsmarkt zeigt sich im Währungsgebiet eine deutliche Kluft: Österreich mit 4,9 Prozent, Deutschland mit 5,2 Prozent und Luxemburg mit 5,9 Prozent haben die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Griechenland mit 27,6 Prozent und Spanien mit 26,6 Prozent kommen auf die höchsten Werte. Auch die Jugendarbeitslosigkeit im Euroraum steigt weiter: die Quote kletterte um 0,1 auf 24,1 Prozent. Im September hatten 3,548 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren keinen Job. Dies waren 22.000 mehr als im August und 8.000 mehr als im September 2012.

lei/AFP/dpa

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