Euro-Krise IWF warnt China vor drastischem Wachstums-Einbruch

Es klingt fast wie eine Drohung: Der Internationale Währungsfonds fordert die Regierung in Peking auf, massiv in den europäischen Krisenstaaten zu investieren. Denn sollte sich die Euro-Krise verschärfen, könnte Chinas Wachstum einbrechen.

Bauarbeiter in der Provinz Shanxi: Euro-Krise könnte Chinas Boom beenden
REUTERS

Bauarbeiter in der Provinz Shanxi: Euro-Krise könnte Chinas Boom beenden


Peking - Der Internationale Währungsfonds (IWF) übt überraschend starken Druck auf China aus: Die einflussreiche Organisation verlangt von der Regierung in Peking, sich stärker in die Lösung der Euro-Krise einzuschalten - mit Investitionen in den schuldengeplagten Ländern. Das Drohgebilde des Währungsfonds: Sollte sich die Volksrepublik zurückhalten, könnte sich die Krise drastisch verschärfen und Chinas Wirtschaft mit in die Tiefe reißen.

Schon jetzt kassierte der IWF seine ursprüngliche Prognose für Chinas Wirtschaftswachstum. Im laufenden Jahr rechnet die Organisation in ihrem Ausblick mit einem Wachstum von nur noch 8,25 Prozent. Vorher hatte der IWF dem Land noch ein Plus von neun Prozent vorhergesagt. Allerdings könnte sich der Wert auf vier Prozent halbieren, wenn die Krise in Europa anhalte, so die Warnung des IWF.

In den vergangenen Jahren war die chinesische Wirtschaft meist mit Raten um zehn Prozent gewachsen. Auch 2011 hatte das Bruttoinlandsprodukt um 9,2 Prozent zugelegt. Zuletzt verdichteten sich jedoch die Anzeichen, dass Chinas Wirtschaft die Rolle des Weltenretters nicht mehr uneingeschränkt übernehmen kann. Aus Angst vor einer Überhitzung hatte die Regierung in Peking in den vergangenen Monaten zudem ihre Kreditvergabe und andere Investitionen zurückgefahren.

Investitionsprogramm von 55 Milliarden Euro gefordert

Der IWF stützt mit seiner jetzigen Aufforderung die europäischen Staats- und Regierungschefs, die seit langem um Gelder aus China buhlen, vor allem für den Rettungsschirm EFSF. Seit Beginn der Schuldenkrise hatte die Volksrepublik zwar wiederholt Hilfen angekündigt, etwa durch den Kauf griechischer Staatsanleihen. Die Zusagen blieben jedoch meist unkonkret. Unbestätigten Schätzungen zufolge hält China bereits europäische Staatsanleihen im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar. Mit rund 3,2 Billionen Dollar (2,4 Billionen Euro) besitzt China die größten Devisenreserven der Welt.

Vergangene Woche hatte Premier Wen Jiabao während des China-Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zudem angekündigt, dass die Regierung erstmals ein direktes Engagement bei den Rettungsschirmen EFSF und ESM prüfe. Konkrete Zusagen vermied der Premier jedoch.

Der IWF forderte China nun zusätzlich dazu auf, die Binnenkonjunktur anzukurbeln. Mit einer Investition von umgerechnet rund 55 Milliarden Euro könnte der Rückgang des Wachstums um einen Prozentpunkt verlangsamt werden, hieß es in dem Bericht. Der IWF ist selbst in die Euro-Rettung involviert. Er stellt bedeutende Teile der Rettungspakete für Griechenland, Portugal und Irland.

yes/dapd



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insgesamt 48 Beiträge
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Litajao 06.02.2012
1. Und wer kommt danach?
Zitat von sysopEs klingt fast wie eine Drohung: Der Internationale Währungsfonds fordert China auf, massiv in die Krisenstaaten Europas zu investieren. Denn sollte sich die Euro-Krise verschärfen, wäre vor allem Chinas Wachstum in Gefahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813588,00.html
Nach Merkel kommt nur Lagarde und droht China, dass es endlich in die Schrottanleihen der Eurozone "investieren" muß, wobei "investieren" hier heißt "auf den Müll werfen". Merkel hat sich eine glatte Abfuhr eingehandelt, es aber nicht verstanden, weil die Chinesen so freundlich sind und nun kommt Lagarde, die "Grande Dame" von IWF und Club-Med. Gehts eigentlich noch dümmer?
badsch 06.02.2012
2. Das Schwellenland China,
Zitat von sysopEs klingt fast wie eine Drohung: Der Internationale Währungsfonds fordert China auf, massiv in die Krisenstaaten Europas zu investieren. Denn sollte sich die Euro-Krise verschärfen, wäre vor allem Chinas Wachstum in Gefahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813588,00.html
in dem es immer noch große Armut und Arbeitslosigkeit gibt, wird aufgefordert dem überfütterten Europa zu helfen. Einem Europa, das Staaten wie Griechenland enthält, die sich auch angesichts einer immer größeren Verschuldung zu keinerlei Reformen ihrer verkommenen und korrupten Strukturen durchringen können. Und wo soll China denn bitteschön investieren? Etwa in europäische Staatsanleihen, irische Banken oder griechische Olivenplantagen? Wer sollte so wahnsinnig sein? Dann schon eher in deutsche und französische Technologie-Untermehmen, aber wird das "Europa", sprich Pleiteländern wie Portugal oder Griechenland, helfen? Falls die Chinesen sich breitschlagen lassen, kann man nur sagen: Bravo, Frau Lagarde, Sie haben Ihre Mission im Sinne der Brüsseler Euromatiker erfüllt.
Nonvaio01 06.02.2012
3.
Zitat von sysopEs klingt fast wie eine Drohung: Der Internationale Währungsfonds fordert China auf, massiv in die Krisenstaaten Europas zu investieren. Denn sollte sich die Euro-Krise verschärfen, wäre vor allem Chinas Wachstum in Gefahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813588,00.html
OMG die Frau is ja noch schlimmer als das Merkel. China kann locker einen rueckgang bei den einnahmen verbuchen, die haben soviele ruecklagen in aller moeglichen waehrungen. Und wenn der Euro raum zusammen bricht, leute brauchen immer noch gueter die aus China kommen nur die waehrung in der gezahlt wird aendert sich. Und wer die Chinesen ein wenig kennt weiss das die bei drohungen oder wenn man meint man muesse dennen erklaeren wie man Geschaeftlich zu handel hat reagiert. Ich wuerde gerne mal bei einem Essen der partei spitze Chinas dabei sein, die muessen sich doch schlapp lachen ueber den rest der Welt...
forumgehts? 06.02.2012
4. Die
Zitat von sysopEs klingt fast wie eine Drohung: Der Internationale Währungsfonds fordert China auf, massiv in die Krisenstaaten Europas zu investieren. Denn sollte sich die Euro-Krise verschärfen, wäre vor allem Chinas Wachstum in Gefahr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813588,00.html
Chinesen waren noch nie so blöd wie die Europäer, welche den Käufern immer das Geld zum Bezahlen gleich mitbrachten. Im Gegensatz zu uns können die noch rechnen. Und Entwicklungshilfe gibt es nur, wenn für einen investierten Renmimbi kurzfristig mindestens 2 zurück kommen. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass sie hier in grossem Stil Land aufkaufen für Sommer- und Altersresidenzen reicher Chinesen, die dann ihre Freizeit in gemässigtem Klima und ökologisch einigermassen intakter Umgebung zu verbringen.
Apologet 06.02.2012
5. Weltuntergangsstimmung
Ja - China soll zahlen, will nicht. Was tun? Weltuntergangsstimmung schüren. Das ist so plump. Wenn es einmal China trifft statt immer nur Deutschland, fällt es einem noch viel mehr auf.
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