New York - Die Euro-Krise wird immer mehr zu einem globalen Problem. In der europäischen Währungsunion sind immer mehr Länder von ihren negativen Effekten betroffen. Rating-Agenturen stufen ihre Bonitätsbewertung von Euro-Ländern derzeit gleich reihenweise herunter. Die Weltbank fürchtet, dass Europa 2012 in die Rezession rutscht - und das globale Wachstum lähmt.
In Europa wirken die Krisenmanager überfordert. Seit gut zwei Jahren spielen sie in der Krise auf Zeit. Doch eine endgültige Lösung ist nicht in Sicht; eher droht sich die Krise weiter zu verschlimmern. Nun aber dürfen die Europäer auf neue Unterstützung hoffen. Der Internationale Währungsfonds will seinen Kreditrahmen laut einem Agenturbericht deutlich ausweiten: zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise.
Auf 885 Milliarden Dollar wolle man die Krisenkasse aufstocken, hieß es in einer Erklärung des IWF vom Mittwoch. Das würde bedeuten, dass der IWF seinen Kreditrahmen mehr als verdoppelt. Derzeit umfasst die Krisenkasse Kreditzusagen in Höhe von 385 Milliarden Dollar.
Rund 500 Milliarden Dollar würden für Kredite an Mitglieder benötigt, die unter den Folgen der Euro-Schuldenkrise litten, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Weitere 100 Milliarden Dollar sollten als Schutzpuffer dienen. Der Währungsfonds schätzt die Finanzierungslücke für die kommenden zwei Jahre auf eine Billion Dollar weltweit, wenn sich die Weltwirtschaft verschlechtern würde.
Der IWF erwäge, vor allem Schwellenländer dazu zu bewegen, ihre Kreditzusagen aufzustocken, schreibt Bloomberg. Dazu zählten China, Brasilien, Russland, Indien und Japan sowie die Ölförderländer. Bis Ende Februar solle eine entsprechende Vereinbarung stehen; dann treffen sich die Finanzminister der G-20-Länder.
Ein Teil der Aufstockung ist schon beschlossene Sache. Zusätzliche 200 Milliarden Dollar haben die Euro-Länder kürzlich zugesichert. Ursprünglich sollte, unter anderem von den übrigen EU-Mitgliedern, noch deutlich mehr Geld kommen - doch dann stellte sich Großbritannien quer. China, Brasilien und Co. hatten bereits im vergangenen Jahr zugesichert, ihre Kreditzusagen beim IWF notfalls aufzustocken. Die Länder dürften im Gegenzug größere Mitspracherechte beim IWF verlangen.
Die Börse regierte unsicher auf die Meldungen zum IWF. Nach einer ersten - inzwischen korrigierten - Bloomberg-Meldung, dass der Kreditrahmen sogar um eine Billion Dollar steigt, stiegen Dax und EuroStoxx50 zunächst um rund ein Prozent. Als wenig später die Summe auf 500 Milliarden Dollar halbiert wurde, gaben die Indices die Gewinne wieder ab.
ssu/Reuters
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