Euro-Krise: Rating-Agentur straft Spanien ab

Spaniens Wirtschaft steht vor massiven Problemen: Die US-Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen herabgesetzt. Die Experten rechnen mit zunehmenden sozialen Spannungen.

London/Madrid - Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Spaniens um zwei Stufen herabgesetzt. Die Bonität des Landes werde nun mit BBB- bewertet, teilte die Agentur mit. Zuvor wurde Spanien mit BBB+ zwei Stufen besser benotet. Der Ausblick bleibt zudem negativ - demnach droht eine weitere Herabstufung. Dann hätten spanische Staatsanleihen nur noch den sogenannten Ramschstatus.

Zur Begründung für die aktuelle Runterstufung wurden zunehmende wirtschaftliche und politische Herausforderungen in Spanien genannt. Standard & Poor's rechnet nach eigenen Angaben mit zunehmenden sozialen Spannungen im Land sowie mit wachsenden Dissonanzen zwischen der Zentralregierung in Madrid und den Regionen. Die verschärfte Rezession beschränke die Handlungsmöglichkeiten der Regierung, so die Agentur.

Spanien kämpft mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote beträgt fast 25 Prozent. Für die Rettung der spanischen Banken haben die internationalen Geldgeber bereits bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Die Krise hat in den vergangenen Wochen zudem zu vermehrten Überlegungen spanischer Regionen zur Abspaltung von Madrid geführt.

Aber auch die Entwicklung auf der Ebene der Euro-Zone sei für die Herabstufung mitverantwortlich, schreibt die Agentur. Zweifel an der Bereitschaft, die spanischen Bankschulden zu vergemeinschaften, würden den Kreditausblick belasten. Die fehlende Richtung der Politik in der Euro-Zone belaste auch den Ausblick für das Rating.

lei/Reuters/AFP

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insgesamt 42 Beiträge
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1. ...
Newspeak 11.10.2012
Spaniens Wirtschaft steht vor massiven Problemen: Die US-Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen herabgesetzt. Die Experten rechnen mit zunehmenden sozialen Spannungen. Das nennt man wohl selbsterfüllende Prophezeiung. Was wird wohl die sozialen Spannungen auslösen? Die Kreditschwierigkeiten. Und was löst die aus? Das runtergesetzte Rating. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Fakt ist, die Kapitalisten haben Europa den Krieg erklärt. Wir sollten endlich anfangen, uns zu wehren. Am Ende sollte es wohl noch Spanien geben, aber keine Ratingagenturen mehr und keinen Turbokapitalismus.
2. Klare Worte
stesch 11.10.2012
Zitat von sysopSpaniens Wirtschaft steht vor massiven Problemen: Die US-Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen herabgesetzt. Die Experten rechnen mit zunehmenden sozialen Spannungen. Euro-Krise: Rating-Agentur S&P stuft Spanien herab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-krise-rating-agentur-s-p-stuft-spanien-herab-a-860629.html)
"Zweifel an der Bereitschaft, die spanischen Bankschulden zu vergemeinschaften, würden den Kreditausblick belasten." Damit ist wohl klar, was es mit der Banken-Union auf sich hat. Kein Wunder, daß z.B. Barroso als Portugiese aufs Tempo drückt. Sollte es noch Optimisten in der Euro-Zone geben, dann wäre jetzt der Moment des nochmaligen Nachdenkens gekommen. Herr Münchau hat es bereits getan:"... oder die Euro-Länder entschulden den spanischen Privatsektor. Letzteres würde den Euro-Raum ökonomisch überfordern...".
3. Hm ja und?
divStar 11.10.2012
Wenn nun fast alle Staaten am Ärmel sind, sind keine Staaten am Ärmel. Ich finde die Ratingagenturen eh für die Katz - aber ich bin auch kein Mann vom Fach. Für mich ist der gesamte Finanzsektor ein Bereich, in dem Geld grundlos versickert, für dass dann Steuerzahler haften müssen.
4. Rating Agenturen
james592 11.10.2012
Das ist schon eher Fiction (Science?). Da erheben sich, von Banken gegründete, sog. Agenturen über Volkswirtschaften, Bankensystemen und Politik. Den Satz hätte ich auch umgekehrt formulieren können... Jedenfalls hat kein Staat, keine Bevölkerung, auch keine Bank dieser Welt scheinbar eine Einflusskraft auf diese "Agenturen". Die scheinen sich ihr Vorgehen doch eher an "Kaiserlichen Vorgehen" abgeschaut zu haben- Ich möchte jetzt keine Kapitalismuskritik einbringen, das ist ja gerade der Hype. Aber diese Agenturen gehören endlich zerschlagen oder kontrolliert (Von Wem?) Die verkaufen demnächst auch Drohnen, um Bank- direktoren zu überwachen. Jedenfalls Orson Wells grüßt aus seinem Grab!
5. optional
Zeitwesen 11.10.2012
Es ist schon gruselig wie mächtig solche Rating-Agenturen heutzutage sind. Es ist auch seltsam dass diese (die einflußreichsten aus den USA kommend), die USA dagegen sehr wohlwollend betrachten. Dem Dollar zumindest schadet es nicht
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