Euro-Krise Spanien zwingt Banken zur Kapitalerhöhung

Die Banken und Sparkassen in Spanien müssen ihre Kapitalreserven deutlich ausbauen. Laut der Regierung in Madrid soll die Eigenkapitalquote von sechs auf mindestens acht Prozent steigen. Dafür sind rund 20 Milliarden Euro veranschlagt.

Spaniens Finanzministerin Salgado: Frist bis zum Herbst für Banken
AFP

Spaniens Finanzministerin Salgado: Frist bis zum Herbst für Banken


Madrid - Spanien ergreift weitere Maßnahmen gegen eine drohende Finanzkrise. Die Regierung in Madrid veranlasste am Montag die Banken und Sparkassen des Landes zur Erhöhnung ihrer Kapitalreserven. Wie die spanische Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado mitteilte, soll damit das Finanzsystem stabilisiert und das Vertrauen der Anleger gestärkt werden.

Alle Geldinstitute müssten künftig über eine Eigenkapitalquote von wenigstens acht Prozent verfügen. Der bisherige Wert hatte bei sechs Prozent gelegen.

Für nicht an der Börse notierte Institute werde eine noch deutlich höhere Quote vorgeschrieben. Die Banken und Sparkassen, die diese Bedingung nicht erfüllten, müssten der Zentralbank einen Plan zur Aufstockung ihrer Kapitalreserven vorlegen. Sie bekämen dann eine Frist bis zum Herbst, um die geforderte Quote zu erreichen, sagte die Ministerin.

Die Regierung gehe davon aus, dass die erforderlichen Mittel unterhalb einer Summe von insgesamt 20 Milliarden Euro liegen werde und die Geldinstitute die Mittel größtenteils auf den Kapitalmärkten beschaffen könnten. Bei Sparkassen, die die geforderte Eigenkapitalquote in der gesetzten Frist nicht erreichten, werde der Staat Kapitalanteile übernehmen.

Experten hatten den Rekapitalisierungsbedarf bislang auf 25 bis 50 Milliarden Euro geschätzt. Von 2007 bis 2010 hätten die Banken Verluste von schätzungsweise 92 Milliarden Euro gemacht

Die Sparkassen hatten in Zeiten des Immobilienbooms in Spanien neben Hypotheken an Familien auch viele Kredite an Bauträger vergeben. In der Krise leiden sie nun darunter, dass diese nicht zurückgezahlt werden können.

In der vergangenen Wochen hatte Spanien verkündet, eine weitere Milliarden-Summe in den angeschlagenen Sparkassensektor stecken zu wollen. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bestätigte in Madrid, dass die Kassen weiteren Kapitalbedarf hätten. Die vom "Wall Street Journal" genannte Summe von 30 Milliarden Euro sei jedoch übertrieben.

jok/dpa/Reuters

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Seite 1
Sapientia 24.01.2011
1. Klar,
Zitat von sysopDie Banken und Sparkassen in Spanien müssen ihre Kapitalreserven deutlich ausbauen. Laut der Regierung in Madrid soll die Eigenkapitalquote von sechs auf mindestens acht Prozent steigen. Dafür sind rund 20 Milliarden Euro veranschlagt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741386,00.html
sonst kommen die Chineese nicht, die wollen schliesslich Sicherheiten, falls die EU vorher pleite geht.
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