Rückkehr der Krise: Vier Szenarien für den Euro

Von

5. Teil: Der Euro zerbricht

EZB in Frankfurt: Finanz-Europa, die ewige Baustelle Zur Großansicht
REUTERS

EZB in Frankfurt: Finanz-Europa, die ewige Baustelle

Grundannahmen des Szenarios

  • Die Währungsunion scheitert.
  • Entweder geben einzelne Staaten die Gemeinschaftswährung auf, und stärkere Euro-Staaten schließen sich zu einer Art "Kernwährungsunion" zusammen. Oder die Währungsunion zerfällt komplett.

Was sind die Folgen?

Schon das Ausscheiden eines Staates wie Griechenland aus dem Euro hätte nach Ansicht von HWWI und PwC katastrophale Folgen. Kredite müssten sofort abgeschrieben werden. Garantien, die andere EU-Länder Griechenland im Rahmen der Rettungspakete gewährt haben, würden fällig. Das würde die Haushalte der Geberländer enorm belasten. Auch Banken müssten hohe Summen abschreiben, manchen würde die Pleite drohen. Spekulationen über den Austritt weitere Krisenstaaten aus der Euro-Zone würden einsetzen - dem Währungsraum droht der komplette Zerfall.

Wie realistisch ist das Szenario?

HWWI und PwC halten einen Zusammenbruch der Währungsunion durchaus für möglich. Nach Griechenland habe die Krise auf immer mehr Länder übergegriffen, das Marktvertrauen sei immer weiter gesunken. Inzwischen müsse die Europäische Zentralbank verstärkt italienische Staatsanleihen kaufen, um das hochverschuldete Land zu stützen, und selbst Frankreich, die zweitgrößte Wirtschaft der Euro-Zone, wurde von Rating-Agenturen herabgestuft. Wenn es aber großen Volkswirtschaften wie Italien nicht mehr gelingt, die eigenen Schulden zu finanzieren, könnte kein Rettungsschirm mehr den Zerfall der Euro-Zone aufhalten.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 165 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
tlogor 27.04.2012
Die jüngsten Ereignisse, die auf ein weiteres Gelddrucken hinauslaufen, habe ich zum Anlass genommen zusätzlich Gold ins Portfolio zu nehmen.
2.
Ron777 27.04.2012
Zitat von sysopSpaniens Kreditwürdigkeit wurde herabgestuft, die Zinsen für italienische Staatsanleihen steigen, und immer mehr EU-Länder rebellieren gegen das deutsche Spardiktat: Die Euro-Krise ist mit Wucht zurückgekehrt. Wie geht es jetzt weiter? Eine neue Studie zeigt vier Szenarien. Rückkehr der Krise: Vier Szenarien für den Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,830126,00.html)
Drei der vier Szenarien werden in einer Katastrophe enden. Wir sind leider am Ende eines steinigen Irrweges angelangt. Der Euro ist mausetot und das ist auch gut so für Deutschlands Zukunft. Auch die EU muss grundüberholt werden. Die Briten haben im Kern Recht: Wir brauchen einen Wirtschaftsverbund, eine EWE, aber keinen Zentralstaat kommunistischer Prägung.
3.
anderton 27.04.2012
Komme mir vor wie ein Zeitreisender! Das selbe habe ich vor einem Jahr an gleicher stelle auch schon gelesen! Meine Meinung: Der Euro muss weg!
4.
siegfriedderdrachentöter 27.04.2012
Schade, dass die Damen und Herren die Wahrscheinlichkeiten nicht versucht haben mit einem Prozentwert zu bewerten. ich glaube an die Einführung von Euro-Bonds im nächsten Jahr, da der Druck auf Deutschland dramatisch sein wird. Wir wollen in der EU ja nicht sparen, somit bezahlen wir den mangelnde Willen der anderen Eu-Staaten mit. Leider hat dies aber den Nachteil, dass die Reformen weiter verzögert werden und damit die Ungleichgewichte weiter zementiert werden. Somit komme ich mittelfristig auf das letzte Szenario: der Zerfall der Währungsunion. 80 % für Szenario der Euro-Bonds und dann 80% Zerfall. So ist es eben, wenn wir Bürger die Politiker wählen, die uns Heilsversprechen machen. Am liebsten wäre mir die Einführung von Eurobonds aber im Kontext Fiskalpakt und klare Umsetzung der Reformen in den anderen Ländern, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu harmonisieren. Dann hätten die Länder auch mehr Zeit als zurzeit am Kapitalmarkt. Aber dies ist Wunschdenken, Wahrscheinlichkeit : 10%
5. Wieso Rückkehr? Sie war NIE weg.
bettercentury.blogspot 27.04.2012
wenn staaten sich über beide ohren verschulden um banken zu retten, anschließend sich bei den gleichen banken geld leihen, weil sie nunmehr selbst kein geld haben, dann merkt vielleicht auch der letzte, dass etwas faul ist. das problem ist aber, dass wir seit 2008 keine krise sehen, die irgendwann vorüber ist. wir sehen stattdessen die finale phase eines zinsbasierten schuldgeldsystems: VERSCHULDUNG - ÜBERSCHULDUNG - MASSENVERELENDUNG - RESET das ist der ablauf. griechenland ist übrigens gerade bei phase 3. spanien auch. auch deutschland wird das bittere erwachen wohl nicht erspart bleiben. die frage ist, ob das volk, der souverän, dann verstanden hat, wie das spiel läuft und dass der hase im peffer GELDSCHÖPFUNG heißt. und die ist hier näher erklärt: pnbc: geldschöpfung - ein unvollkommer prozess (http://bettercentury.blogspot.de/2011/12/geldschopfung-ein-unvollkommer-prozess.html)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Eurokrise
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 165 Kommentare
Fotostrecke
Grafiken: Die wichtigsten Fakten zur Euro-Krise