Rückkehr der Krise: Vier Szenarien für den Euro

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Spaniens Kreditwürdigkeit wurde herabgestuft, die Zinsen für italienische Staatsanleihen steigen, und immer mehr EU-Länder rebellieren gegen das deutsche Spardiktat: Die Euro-Krise ist mit Wucht zurückgekehrt. Wie geht es jetzt weiter? Eine neue Studie zeigt vier Szenarien.

EZB in Frankfurt: Finanz-Europa, die ewige Baustelle Zur Großansicht
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EZB in Frankfurt: Finanz-Europa, die ewige Baustelle

Hamburg - In der Euro-Zone steigt die Nervosität. Denn es gibt zahlreiche Zeichen dafür, dass sich die Krise weiter verschlimmert. Dieses mal geraten mit Spanien und Italien zwei große europäische Volkswirtschaften unter Druck - zu groß, um unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Gleichzeitig wächst in vielen Ländern der Widerstand gegen weitere Sparprogramme.

In Italien steigen die Zinsen für Staatsanleihen bedenklich. Bei einer Auktion am Freitag musste das hochverschuldete Land für zehnjährige Staatsanleihen rund 5,84 Prozent Zinsen zahlen und nähert sich damit einem Bereich, ab dem es schwierig wird, die Schulden noch selbst zu finanzieren. Besserung ist nicht in Sicht: Die italienische Wirtschaft dürfte 2012 um 1,2 Prozent schrumpfen.

In Spanien sind die Aussichten kaum besser: Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes gleich um zwei Stufen gesenkt. Es gebe erhebliche Risiken für das Wirtschaftswachstum und den Haushalt, heißt es zur Begründung. Vor allem der Bankensektor macht Experten Sorgen: Die Institute sitzen nach dem Platzen der Immobilienblase auf ausfallgefährdeten Krediten in Höhe von 176 Milliarden Euro. Schon bröckelt das nächste Tabu bei der Euro-Rettung: Die Europäische Zentralbank und die Euro-Staaten prüfen, wie angeschlagene Banken direkt an Geld aus dem Rettungsfonds ESM kommen können.

Andere EU-Länder rücken von der deutschen Spar-Doktrin ab. Nach dem Zusammenbruch der niederländischen Regierung von Mark Rutte bekam das Parlament am Freitag nur noch mit Mühe und Not eine Mehrheit für ihren Sparhaushalt zusammen. In der Slowakei gewannen im März die Sozialdemokraten die Wahl und versprachen als erstes eine Verbesserung der Sozialprogramme. Italiens Premier Mario Monti fordert schon lange wachstumsfördernde Maßnahmen, und in zehn Tagen könnte auch Frankreich mit François Hollande einen Präsidenten haben, der den strikten Sparkurs lockern will. Nur Finnland und Slowenien stützen noch die deutsche Linie.

Die Euro-Krise steuert damit auf einen neuen Höhepunkt zu - und Wirtschaftsexperten stellen sich die bange Frage: Wie geht es weiter mit dem Euro? Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) haben dazu vier Szenarien entwickelt - von der Einführung staatenübergreifender Anleihen, sogenannter Euro-Bonds, bis zum Crash der Gemeinschaftswährung.

SPIEGEL ONLINE stellt die Szenarien vor.

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insgesamt 165 Beiträge
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1.
tlogor 27.04.2012
Die jüngsten Ereignisse, die auf ein weiteres Gelddrucken hinauslaufen, habe ich zum Anlass genommen zusätzlich Gold ins Portfolio zu nehmen.
2.
Ron777 27.04.2012
Zitat von sysopSpaniens Kreditwürdigkeit wurde herabgestuft, die Zinsen für italienische Staatsanleihen steigen, und immer mehr EU-Länder rebellieren gegen das deutsche Spardiktat: Die Euro-Krise ist mit Wucht zurückgekehrt. Wie geht es jetzt weiter? Eine neue Studie zeigt vier Szenarien. Rückkehr der Krise: Vier Szenarien für den Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,830126,00.html)
Drei der vier Szenarien werden in einer Katastrophe enden. Wir sind leider am Ende eines steinigen Irrweges angelangt. Der Euro ist mausetot und das ist auch gut so für Deutschlands Zukunft. Auch die EU muss grundüberholt werden. Die Briten haben im Kern Recht: Wir brauchen einen Wirtschaftsverbund, eine EWE, aber keinen Zentralstaat kommunistischer Prägung.
3.
anderton 27.04.2012
Komme mir vor wie ein Zeitreisender! Das selbe habe ich vor einem Jahr an gleicher stelle auch schon gelesen! Meine Meinung: Der Euro muss weg!
4.
siegfriedderdrachentöter 27.04.2012
Schade, dass die Damen und Herren die Wahrscheinlichkeiten nicht versucht haben mit einem Prozentwert zu bewerten. ich glaube an die Einführung von Euro-Bonds im nächsten Jahr, da der Druck auf Deutschland dramatisch sein wird. Wir wollen in der EU ja nicht sparen, somit bezahlen wir den mangelnde Willen der anderen Eu-Staaten mit. Leider hat dies aber den Nachteil, dass die Reformen weiter verzögert werden und damit die Ungleichgewichte weiter zementiert werden. Somit komme ich mittelfristig auf das letzte Szenario: der Zerfall der Währungsunion. 80 % für Szenario der Euro-Bonds und dann 80% Zerfall. So ist es eben, wenn wir Bürger die Politiker wählen, die uns Heilsversprechen machen. Am liebsten wäre mir die Einführung von Eurobonds aber im Kontext Fiskalpakt und klare Umsetzung der Reformen in den anderen Ländern, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu harmonisieren. Dann hätten die Länder auch mehr Zeit als zurzeit am Kapitalmarkt. Aber dies ist Wunschdenken, Wahrscheinlichkeit : 10%
5. Wieso Rückkehr? Sie war NIE weg.
bettercentury.blogspot 27.04.2012
wenn staaten sich über beide ohren verschulden um banken zu retten, anschließend sich bei den gleichen banken geld leihen, weil sie nunmehr selbst kein geld haben, dann merkt vielleicht auch der letzte, dass etwas faul ist. das problem ist aber, dass wir seit 2008 keine krise sehen, die irgendwann vorüber ist. wir sehen stattdessen die finale phase eines zinsbasierten schuldgeldsystems: VERSCHULDUNG - ÜBERSCHULDUNG - MASSENVERELENDUNG - RESET das ist der ablauf. griechenland ist übrigens gerade bei phase 3. spanien auch. auch deutschland wird das bittere erwachen wohl nicht erspart bleiben. die frage ist, ob das volk, der souverän, dann verstanden hat, wie das spiel läuft und dass der hase im peffer GELDSCHÖPFUNG heißt. und die ist hier näher erklärt: pnbc: geldschöpfung - ein unvollkommer prozess (http://bettercentury.blogspot.de/2011/12/geldschopfung-ein-unvollkommer-prozess.html)
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