Euro-Krisenfonds Welche Folgen ein Nein von Bratislava hätte

Slowakisches Parlament (Archivbild): Abstimmung nochmals zu einem späteren Zeitpunkt?
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Slowakisches Parlament (Archivbild): Abstimmung nochmals zu einem späteren Zeitpunkt?

5. Teil: Gibt es eine Alternative, den Krisenfonds aufzustocken?


Es bieten sich zwei Alternativen an: Entweder müssten die anderen Euro-Staaten den ursprünglich eingeplanten Anteil der Slowakei übernehmen. Dieser liegt bei weniger als 0,5 Prozent. In Zahlen heißt das: Zum geplanten aufgestockten Volumen von 780 Milliarden Euro steuert das osteuropäische Land gerade einmal 3,5 Milliarden Euro bei.

Oder die anderen 16 Euro-Länder würden es akzeptieren, dass die Garantiesumme nicht wie geplant von 440 auf 780 Milliarden Euro aufgestockt wird, sondern um einen etwas geringeren Betrag.

yes

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uinen_osse 11.10.2011
1. Die werden schon zustimmen
nun macht euch mal nicht ins Hemd ... notfalls wird sooft abgestimmt bis das Ja kommt ... als ob noch jemand diesen Rettungsschirm verhindern könnte. Ob allerdings unsere Kinder und Enkel uns für dieses Monstrum von Schirm werden danken können das wage ich doch sehr zu bezweifeln. Wann waren eigentlich unsere führenden Politiker das letztemal anonym im Supermarkt oder an der Bushaltestelle um dem "Volk mal aufs Maul zu schauen bzw. zu horchen" wie Luther sagen würde ... ich denke, die Herrschaften wären sehr erstaunt. Aber Nein, das sind fromme Wunschgedanken, an diesen Orten werden wir die Herrschaften wohl nicht treffen - und unsere Meinung interessiert die da Oben auch nicht. Schon lange nicht mehr ...
mimas101 11.10.2011
2. Ein Nein hätte zur Folge
das zum einen die wieder mal bankrotten Zocker-Banken endlich auch bankrott gehen und nicht dem Steuerzahler erneut auf der Tasche liegen damit weiterhin Zockergeschäfte abgewickelt werden können - oder Geschäfte die eigenständig erst garnicht lebensfähig sind (Dexia). Zum anderen wäre dann endlich dieser Aberwitz an Lügenwährung erledigt die nicht nur weite und immer schnellere Verarmungswellen auslöst (Ausnahme Politiker und ein paar Profiteure) sondern auch erst dieses Schuldenfiasko ermöglicht hatte (samt immer schneller immer höhere Blasen an Börsen). Anders: Wir retten nicht nur Staaten davor weiterhin aberwitzige schulden zu machen die sie sich nicht leisten können und wo die Märkte auch kein Geld mehr geben würden sondern wir retten auch weiterhin ohne Wenn, Aber und anderen Sanktionen Banken damit diese genau wie bisher weiterzocken können und natürlich bei der nächsten Belastung von Gewinnerwartungen wiederum dem Steuerzahler auf der Tasche liegen. Wenn die Bilanzen der Bankhäuser so gut sind dann verstehe ich nicht warum die Banken wieder mal den anderen nicht trauen und Geld horten anstatt es im Interbankenhandel weiter gegen Gewinn zu verleihen. Oder steckt gar System dahinter? Sprich die Banken sprechen sich einfach ab kein Geld mehr untereinander zu verleihen weil der Steuerzahler wieder mal blechen muß damit die Gewinnerwartungen gesichert bleiben? Man darf nicht vergessen: Banken sollen Gelder der Dt. Bundesbank zu verleihen gegen Risiko-Aufschlag bzw. leben nur davon das die Geld verleihen das die Kunden eingezahlt haben und dafür Zinsen verlangen. Und sie leben davon das sie kaum Rücklagen brauchen weil die Banken davon ausgehen das nie alle Einzahler in die Bank gleichzeitig ihr Geld wieder haben wollen.
derlabbecker 11.10.2011
3. bin mir ziemlich sicher...
.... dass Mutti die läppischen 3,5 Mrd der Slowakei noch übernehmen wird. Dann ist es egal ob die ja sagen.... die 3,5 Mrd kann man doch dann später locker in einem Jahr über die PKW Maut reinholen.
eurakel 11.10.2011
4. Reine Makulatur
Wenn nicht zugestimmt wird, wird eben gehebelt. Der Phantasie unserer EU-Finanzexperten sind sowieso keine Grenzen gesetzt. Die einfachste Lösung ist natürlich, dass Deutschland diese Peanuts mal eben stillschweigend übernimmt, damit wieder Ruhe im Karton ist. Der EFSF ist ohnehin schon Schnee von gestern. Jetzt wird eifrig am EU-Finanzministerium gebastelt. Dann werden erst mal ein paar EU-Steuern erfunden. Hauptsache, der Eurubel rollt...
National-Oekonom, 11.10.2011
5. "quasi nutzlos"
---Zitat--- Die Ausweitung des EFSF war vor allem deshalb angegangen worden, weil er als zu klein gilt - und um die Finanzmärkte zu beruhigen. Sollte nach Irland und Portugal ein anderes, größeres Euro-Land ins Schlingern geraten, wäre der EFSF in seiner bisherigen Form quasi nutzlos. Das würde vor allem für Länder wie Italien oder Spanien gelten. ---Zitatende--- Um die weichen Dickschiffe im Euro aufzufangen, reicht der EFSF sowieso nicht aus - deswegen war ja auch schon die Idee mit dem Hebel über Kreditaufnahme bei der EZB aufgekommen. Der EFSF - egal ob jetzt oder erweitert - kann ohne Hebel nur das Volumen der "Boote" in der EMU auffangen, also P,GR und IR - wobei IR sich ja bereits stabilisiert hat. Und den noch: ---Zitat--- Oder die anderen 16 Euro-Länder würden es akzeptieren, dass die Garantiesumme nicht wie geplant von 440 auf 780 Milliarden Euro aufgestockt wird, sondern um einen etwas geringeren Betrag. Dafür müssten die Staaten, die der Erweiterung bereits zugestimmt haben, aber mehr zahlen. ---Zitatende--- Die Länder müssten *nicht* "mehr" zahlen. Die zu zahlenden Beträge bleiben gleich. Nur prozentual wird der "Anteil" etwas höher.
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