Euro-Krisengipfel: Vorhang auf für den nächsten Rettungsakt

Von und Sven Böll

Warum werfen wir Griechenland nicht aus der Währungsunion?

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REUTERS

Auf den ersten Blick wäre das eine praktische Lösung, die auch von namhaften Experten unterstützt wird. "Jeder Versuch, Griechenland in der Euro-Zone zu stabilisieren und zu halten, ist ein Fass ohne Boden", sagt etwa Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts. Er fürchtet, dass die übrigen Euro-Staaten immer mehr Geld nachschießen müssen, um Griechenland zu retten. Und Ottmar Issing, der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), beschwört sogar "das Ende der Währungsunion", wenn Griechenland Mitglied der Euro-Zone bleibt.

Die Sache mit dem Austritt hat allerdings einige Haken: Erstens kann niemand ein Land gegen dessen Willen aus der Euro-Zone werfen. Der Vertrag von Lissabon sieht lediglich einen freiwilligen Austritt vor. Zweitens wären aber auch damit längst nicht alle Probleme gelöst - weder die Griechenlands, noch die der übrigen Euro-Länder.

Griechenland könnte mit einer Rückkehr zur Drachme seine Waren zwar billiger ins Ausland verkaufen und wäre deshalb wettbewerbsfähiger. Die Schuldenlast aber bliebe - sie würde sogar noch drückender. Denn der griechische Staat hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Euro verschuldet und muss diese Schulden auch in Euro zurückzahlen. Wenn die Drachme aber an Wert verliert, wird die Rückzahlung der Euro-Schulden immer teurer. Früher oder später würde ein Schuldenschnitt nötig. Griechenlands Gläubiger müssten also auf große Teile ihres Geldes verzichten.

Eine unkontrollierte Umschuldung ist aber genau das, was die meisten Euro-Staaten und vor allem die EZB derzeit verhindern wollen. Sie fürchten, dass ein solcher Schritt ein Chaos an den Finanzmärkten auslösen würde. Weil die europäischen Banken so stark miteinander vernetzt sind, könnte schon die Pleite eines größeren Instituts viele andere in Schwierigkeiten bringen. Wie schnell so etwas gehen kann, hat der Fall der US-Bank Lehman Brothers im Herbst 2008 gezeigt.

Zudem könnte ein Euro-Austritt Griechenlands einen Domino-Effekt nach sich ziehen: Ist ein Land erst mal raus aus der Währungsunion, könnten Spekulanten darauf setzen, dass noch weitere Länder zum Austritt gezwungen werden - und so einen sich selbst verstärkenden Prozess auslösen, der am Ende die gesamte Euro-Zone gefährdet. Davor warnen zum Beispiel die fünf Wirtschaftsweisen in einem Appell an die Bundesregierung.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Euro-Krise


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insgesamt 179 Beiträge
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1. Wenn die "Privaten" ...
SIEG 20.07.2011
... an der Rettung von Griechenland beteiligt werden, sei es "freiwillig", oder mit sanfter Gewalt, feststeht, dass die Bankkunden diese Ausfälle bezahlen werden. Mit anderen Worten, wir werden zweimal für die gleiche Sache zur Zahlung gezwungen. Freiwillig würde ich keinen Cent für diese aussichtslose Sache bezahlen! Ich denke, dass ich für viele Mitbürger hier spreche!
2. 8 Punkte Plan zur Rettung des Euros
matt_us 20.07.2011
Zitat von sysopAbsturz, Hilfe, Absturz, Hilfe - statt mit einem großen Masterplan versuchen die EU-Lenker den Euro in Trippelschritten zu stabilisieren. Jetzt treffen sie sich schon wieder zu einem Not-Gipfel. Warum ist diese Krise eigentlich nie*vorbei?*Und mutiert Europa nun endgültig zur Transferunion? http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,775525,00.html
8 Punkte Masterplan einfuehren: 1) Rettungsschirm ist ein legitimer Kredit, der die manipulativen Bondmaerkte, die Griechenland in die Pleite treiben wollen, ersetzen muss. 2) Ein Verstoss gegen das Stabilitaetsgesetz, das ausgeglichene Handelsbilanzen fordert, ist gegen das deutsche Stabilitaetsgesetz. Deshalb wird sofort, zum Ausgleich jedem Bundesbuerger der nach GR, IT, SPA, IRL fahren will, 1000 Euro von der Bundesregierung gezahlt. 3) Griechen koennen 350 Mrd Schulden zurueckzahlen, Dank der 280 Mrd griechischer Spareinlagen in der Schweiz. Sie muessen eine Vermoegensteuer einfuehren. 4) Nackte CDS (also reine Spekulations CDS) werden ab sofort verboten. Das heisst jeder CDS Besitzer muss sich ab sofort mit Anleihen eindecken. 5) Alle Credit Default Swaps werden ab Dezember 2011 verboten. 6) Von jetzt bis Dezember 2011 muss jeder CDS Kauefer und jeder CDS Verkauefer seine je 30% “Europeripherierettungssteuer” auf den Versicherungswert abfuehren. 7) Der EFSF kauft massiv Anleihen auf dem freien Markt, um Anleihenrenditen nach unten zu manipulieren auf 3,5% fuer Griechenland, 3,4% Irland, 3,3% Portugal. 8) Langfristig wird den Banken Europas eine Zwangsanleihe fuer Griechenland aufgedrueckt, die mit 3% verzinst wird (oder 2,5% mit EU Buergschaft) Alle Regierungsschefs, die EU, IWF, EZB, sollten immer nur diese 8 Punkte wiederholen, und die Sachen auch sofort durchfuehren. Die Krise waere morgen vorbei.
3. "Warum ist diese Krise eigentlich nie vorbei?"
bhayes 20.07.2011
Weil wir in der Politik und in den Medien fast nur Leute haben, die das Thema nicht verstehen, die einfach keine Ahnung von Wirtschaft und erst recht nicht vom Geldsystem haben. Lesen Sie mal das Dokument "Die Überschuldungskrise – Jetzt wird unser Geld verschleudert", dann erst verstehen Sie alle wesentlichen Teilfacetten der Thematik. Merkel & Co. lassen sich von dubiosen Figuren irgendein Schrott einflüstern, fallen darauf rein, sind dann noch verblendet bzgl. EU und kommen so zu Entscheidungen, die vollkommen verheerend für uns alle sind. Wir können uns morgen z.B. auf weitere dutzende Milliarden an verschleuderten Steuergeldern einstellen. Und wenn der ESM kommt (siehe Petition 18123), dann sind wir min. 100 Mrd. pro Jahr los. Bis in alle Ewigkeit.
4. .
brunokoch 20.07.2011
Zitat von sysopAbsturz, Hilfe, Absturz, Hilfe - statt mit einem großen Masterplan versuchen die EU-Lenker den Euro in Trippelschritten zu stabilisieren. Jetzt treffen sie sich schon wieder zu einem Not-Gipfel. Warum ist diese Krise eigentlich nie*vorbei?*Und mutiert Europa nun endgültig zur Transferunion? http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,775525,00.html
- Weil Schulden sich nicht einfach in Luft auflösen - Das war Europa schon immer.
5. Hoffentlich ist bald Schluss
h4ush3rr 20.07.2011
Keiner wollte ihn, keiner braucht ihn. Je schneller dieser Euro-Mumpitz wieder in der Versenkung verschwindet, desto besser.
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