Euro-Krisenjahr 2010 Absturz eines Superstars

Nie zuvor war der Euro so gefährdet wie 2010 - und mit ihm die Europäische Union. Griechen-Krise, gigantische Rettungspakete, drohende Staatspleite in Irland: Für die Gemeinschaftswährung war es ein extrem turbulentes Jahr, wie der Rückblick auf die Euro-Achterbahn zeigt.

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Deutsche Ein-Euro-Münze: Krisenjahr 2010
dapd

Deutsche Ein-Euro-Münze: Krisenjahr 2010


Hamburg - Als Angela Merkel am 10. Mai im Kanzleramt vor die Presse tritt, muss sie eine neue Dimension der Politik erklären. 750 Milliarden Euro umfasst der Rettungsschirm, den die EU-Finanzminister in der Nacht beschlossen haben. "Dieses Paket dient der Stärkung und dem Schutz unserer gemeinsamen Währung", sagt Merkel. "Wir schützen das Geld der Menschen in Deutschland."

Drei Tage später spricht die Kanzlerin von der "größten Bewährungsprobe" für die EU seit dem Zusammenbruch des Kommunismus. Scheitere der Euro, "dann scheitert Europa, dann scheitert die Idee der europäischen Einigung", sagt Merkel. Drastische Worte - und sie sind nicht übertrieben.

2010 ist das Jahr der Euro-Krise. Nie zuvor geriet die Gemeinschaftswährung so in Gefahr - und mit ihr die Europäische Union. Griechenland taumelt im Frühjahr als erstes, nur EU-Hilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro retten das Land vor dem Bankrott. Doch Spekulanten wetten weiter gegen den Euro, der Kurs fällt, auch das Vertrauen in Anleihen anderer Staaten sinkt. Das 750-Milliarden-Paket soll Sicherheit bringen, Hedgefonds abschrecken, die Märkte beruhigen.

Der Rettungsschirm ist ein Versprechen an die kriselnden Nationen im Euro-Land: Wir lassen euch nicht hängen. Doch die Märkte bleiben nervös. Als Irland im November als erstes Land unter den Rettungsschirm flüchten muss, fällt der Euro-Kurs erneut.

Politiker aus Berlin und Paris reagieren hektisch, immer wieder gibt ihnen der Finanzmarkt die Tagesordnung vor. Auf ihrem Gipfel Mitte Dezember vereinbaren die Staats- und Regierungschefs einen dauerhaften Euro-Krisenmechanismus, der den Rettungsschirm Anfang 2013 ablösen soll.

Doch damit sind die Diskussionen nicht beendet.

Manchen Ländern geht nicht einmal das 750-Milliarden-Paket weit genug. Was passiert, wenn weitere Nationen in Not geraten? In Portugal (26 Milliarden), Spanien (128 Milliarden) und Italien (265 Milliarden) werden 2011 massenweise Staatsanleihen fällig - nicht immer ist klar, wie sie refinanziert werden sollen.

Für den Euro heißt das nichts Gutes. Dabei kannte die Gemeinschaftswährung - von den turbulenten Monaten der weltweiten Finanzkrise 2008 einmal abgesehen - im Vergleich zum Dollar bisher nur eine Richtung: aufwärts. Doch nun zwingt die europäische Schuldenkrise den Kurs in ein hektisches Auf und Ab.

Was genau passiert ist und wie sich der Euro-Kurs 2010 entwickelt hat, können Sie in der Grafik nachlesen:

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insgesamt 71 Beiträge
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Seite 1
c++ 26.12.2010
1. .
Das Hauptproblem des Euro ist nicht der Außenwert, denn wenn der sinkt, haben vor allem andere Länder ein Problem. Das Problem ist die durch den Euro erleichterte Staatsverschuldung wettbewerbsschwacher Länder und die Geiselnahme aller anderen Euroländer für die Staatsverschuldung einzelner Euroländer. Und die Krise des Euro bedeutet auch nicht die Gefahr des Scheiterns der EU. Vielmehr ist die EU bedroht durch die exzessive Erweiterungspolitik. Erweiterung und Vertiefung sind völlig gegensätzliche Ziele. Wer versucht, beides mit Gewalt und ohne Rücksicht auf Verluste durchzudrücken, um politische Utopien gegen den Willen der Völker durchzusetzen, bringt die EU und den Europagedanken in Gefahr, nicht ein Scheitern des Euro. Diese Art von Durchhalteparolen ist übelste Propaganda.
diaula 26.12.2010
2. Fast schon hypochondrale Züge
Zitat von sysopNie zuvor war der Euro so gefährdet wie 2010 - und mit ihm die Europäische Union. Griechen-Krise, gigantische Rettungspakete, drohende Staatspleite in Irland: Für die Gemeinschaftswährung war es ein extrem turbulentes Jahr, wie der Rückblick auf die Euro-Achterbahn zeigt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734329,00.html
Fast schon hypochondrale Züge, dieses Gejammer um den "Untergang" des Euro. Von 1.50 auf 1.30, mein Gott, wie schrecklich. Als er auch schon mal längere Zeit in und um die Parität zum Dollar stand, hat sich keiner aufgeregt.
don_tango 26.12.2010
3. Es gibt keine Rettung
2008: Garantien für Sparer 2009: Garantien für Banken 2010: Garantien für Länder 2011: Garantie für die EU Was kommt 2012? Die Welt-Garantie?
pourroy 26.12.2010
4. EURO Herunter reden
Eine Kurve mit unterbrochenen Nullpunkt soll die Leser erschüttern. Siehe Wagemann "Narrenspiegel der Statistik", Deutschland exportiert und pflastert Griechenland zu, unter anderem 300 Leopard-Panzer als Spielzeug für die Generäle. Die Exportstärke Deutschlands wird zum Menetekel: Wie wir innerhalb Deutschland den Länder-Finanzausgleich haben, werden wir in EUROPA den STAATS-Finanzausgleich bekommen. Eine Wirtschaftsregierung EUROPA ist Not. Gustav Adolf Pourroy, München
Pinarello, 26.12.2010
5. Es gibt nur noch Not und Elend.
Zitat von sysopNie zuvor war der Euro so gefährdet wie 2010 - und mit ihm die Europäische Union. Griechen-Krise, gigantische Rettungspakete, drohende Staatspleite in Irland: Für die Gemeinschaftswährung war es ein extrem turbulentes Jahr, wie der Rückblick auf die Euro-Achterbahn zeigt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734329,00.html
Das große Glück des Euro ist ja lediglich die Tatsache, daß der Dollar und mit ihm die USA noch in einem weit schlechterem Zustand sind als es Europa je sein wird, der tragende Teil Europas zumindest. Wenn man hier über Dollar und Euro redet, dann heißt das lediglich es geht um Not und Elend, schöne Aussichten.
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