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Euro-Krisenland: Italien drohen Milliardenverluste aus Finanzdeals

Parlamentsgebäude in Rom: Italien drohen Milliardenverluste Zur Großansicht
REUTERS

Parlamentsgebäude in Rom: Italien drohen Milliardenverluste

Das hochverschuldete Italien könnte durch fragwürdige Finanzwetten weiter in die Miesen rutschen. Laut "Financial Times" droht das Land durch Derivate-Deals acht Milliarden Euro zu verlieren. Die Geschäfte wurden in den neunziger Jahren gemacht, um das Land in die Euro-Zone zu hieven.

Rom - Schon jetzt ist Italien eines der am höchsten verschuldeten Länder der EU. Jetzt droht das Euro-Krisenland laut "Financial Times" (FT) und "La Repubblica" weitere acht Milliarden Euro zu verlieren - durch Derivategeschäfte, die das Land in den neunziger Jahren abgeschlossen hat, um sich für die Euro-Zone zu qualifizieren.

Die Zeitungen zitieren aus einer Studie des italienischen Finanzministeriums, die die Derivategeschäfte des Landes mit ausländischen Banken im ersten Halbjahr 2012 auflistet. Weil die Deals größtenteils auf dem Höhepunkt der Euro-Krise neu verhandelt werden mussten, erreichte Italien nur schlechte Konditionen. Experten, die mit der "FT" gesprochen haben, glauben, dass der Marktpreis der Transaktionen aus Sicht Italiens derzeit rund ein Viertel unter dem Nennwert von 31,7 Milliarden Euro liegt. Würden alle Forderungen an Italien heute fällig, verlöre das Land also acht Milliarden Euro.

Aus dem Bericht geht nicht eindeutig hervor, wann die ursprünglichen Verträge zu den Finanzdeals geschlossen wurden. Ein hoher Regierungsbeamter, den die "FT" zitiert, geht aber davon aus, dass die italienische Regierung die Verpflichtungen Mitte der neunziger Jahre eingegangen ist: Damals musste das Land seine Neuverschuldung von 7,7 Prozent im Jahr 1995 binnen kurzer Zeit auf unter drei Prozent reduzieren, um die Stabilitätskriterien der Euro-Zone zu erfüllen und die neue Währung einführen zu dürfen.

Dass das Land seine Neuverschuldung bis 1998 nicht nur durch eisernes Sparen auf unter drei Prozent Prozent senkte, ist bereits bekannt. Im vergangenen Jahr hatte der SPIEGEL berichtet, dass die Regierung Kohl die finanziellen Tricks der damaligen italienischen Regierung bewusst ignorierte, um das EG-Gründungsland auch bei der neuen Währung von Anfang an dabei zu haben. Dass Italien den Zustand seiner Staatsfinanzen auch durch Vorauszahlungen von Banken aufhübschte, könnte das Land jetzt Jahre später einholen.

Auch auf den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, könnten die Geschäfte ein schlechtes Licht werfen: Der heutige Notenbanker arbeitete bis 2002 als hoher Beamter im italienischen Finanzministerium, bevor er zur Investmentbank Goldman Sachs wechselte. Laut "FT"-Informationen unterhielt er enge Beziehungen zum Leiter der Abteilung für Schulden und Defizitberechnung. Ein EZB-Sprecher gab der "FT" zu Draghis möglicher Beteiligung an der Entscheidung über die Derivategeschäfte keinen Kommentar.

ade

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1. Euro
Herr Hold 26.06.2013
Gibt es eigentlich *ein*Land, das *nicht* durch irgendwelche Täuschungen und Mogeleien die Kriterien erfüllt hat? Es kristallisiert sich imemr mehr heraus, dass die Bevölkerung der 'Euro-Länder von Anfang an belogen und getäuscht wurden. und Herr Kohl lässt sich /wird dafür auch noch feiern/gefeiert.
2. Da kommt einem gleich der Kaffee hoch...
gaiusbonus 26.06.2013
... welcher Teil dieser Währungsunion beruht eigentlich nicht auf einer dreisten Lüge? Wann wird eine Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Vereinigung wie Goldman-Sachs endlich dazu führen das man kein öffentliches Amt mehr übernehmen kann ? Schlagt der Hydra den Kopf ab, und zerschlagt Goldman Sachs ... sofort!! Das wäre mir auch ein paar Milliarden wert.
3. Goldman Sachs ....
kenterziege 26.06.2013
.....ist irgendwie immer dabei. Auch Griechenland hat sich mit Hilfe von GS in den Euro-Raum geschummelt. Der Trick ist doch immer der Gleich: für Verpflichtungen, die in der Zukunft liegen hübsche man seine aktuelle " Bilanz" auf. Ich nenne das Betrug! Und wer mit Betrügern zusammenarbeitet, nur weil es politisch opportun ist, geht auch in die Geschichtsbücher ein, als Hehler nämlich. Es wird Zeit, diesen ganzen Euro-Helden den Heiligenschein zu nehmen. Gestern traue sich sogar der Theo Waigel noch in einem Interview den Euro als die größte aller Leistungen zu verkaufen.... Vielleicht sollte die nicht vorbelastete AfD doch in den Bundestag, damit den Leuten mal die Maske vom Gesicht gerissen wird.
4. optional
Liebknecht 26.06.2013
"...um das Land in die EURO-Zone zu hieven" - und der ach so geschätzte EZB-Präsident war einer der Drahtzieher. Der EURO ist ein Betrugssystem - und als solches wird er noch viel Schaden anrichten bevor er - vollkommen zu Recht - untergeht. Aber er hat mir ein vollkommen neues Bild unserer "Volksvertreter" vermittelt - keine schöne Erkenntnis, jedoch eine wertvolle!
5. Wer hat eine saubere Weste?
hubertrudnick1 26.06.2013
Zitat von Herr HoldGibt es eigentlich *ein*Land, das *nicht* durch irgendwelche Täuschungen und Mogeleien die Kriterien erfüllt hat? Es kristallisiert sich imemr mehr heraus, dass die Bevölkerung der 'Euro-Länder von Anfang an belogen und getäuscht wurden. und Herr Kohl lässt sich /wird dafür auch noch feiern/gefeiert.
Man muss sich die Frage stellen, welches Land hat eigentlich eine saubere Weste und warum hat man beim €uro mitgemacht, doch sicherlich nur weil man glaubte andere überfordern zu können und das Ergebnis ist nun im €urosytem zu erkennen. HR
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