Trotz Sparprogrammen: EU-Länder machen 576 Milliarden Euro neue Schulden

Viele europäische Staaten sparen drastisch - trotzdem sind die Schulden der EU-Länder im vergangenen Jahr um 576 Milliarden Euro gewachsen. 17 Staaten haben sogar mehr neue Schulden gemacht als laut Maastricht-Vertrag erlaubt ist.

Demonstration vor der Europäischen Zentralbank: Schuldenkrise verschärft sich Zur Großansicht
DPA

Demonstration vor der Europäischen Zentralbank: Schuldenkrise verschärft sich

Hamburg - Europa kommt nicht aus der Krise. Trotz aggressiver Sparmaßnahmen in Portugal und Spanien, in Griechenland und Zypern, ja sogar in Frankreich, ist der Schuldenberg der EU-Länder dramatisch gewachsen.

Allein im vergangenen Jahr machten die 17 Länder der Euro-Zone 375 Milliarden Euro neue Schulden. In den insgesamt 27 EU-Ländern waren es sogar 576 Milliarden Euro. Insgesamt sitzen die EU-Länder inzwischen auf Verbindlichkeiten von gut elf Billionen - in Ziffern: 11.000.000.000.000 - Euro.

Zahlreiche Länder haben zudem mehr neue Schulden gemacht als erlaubt. 17 Staaten verstießen 2012 gegen die Stabilitätsvorgaben von Maastricht, denenzufolge die Neuverschuldung bei maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen darf.

Das höchste Defizit hatte Spanien. In dem Land, das eine Immobilien- und Bankenkrise plagt, lag die Neuverschuldung bei 10,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Spanien hatte 2012 Hilfskredite aus dem Euro-Rettungsfonds erhalten. Auch die anderen Euro-Länder, die auf Hilfen angewiesen sind, kämpfen mit hohen Defiziten.

In Griechenland lag die Neuverschuldung bei 10 Prozent, in Irland waren es 7,6 Prozent, in Portugal 6,4 Prozent, und Zypern, das fünfte Euro-Land, das externe Hilfen benötigt, hatte eine Neuverschuldung von 6,3 Prozent, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit.

Auch Frankreich, nach Deutschland die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone, machte mehr Schulden als erlaubt. Dort lag das Defizit bei 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Immerhin kommt die Euro-Zone insgesamt beim Defizitabbau voran. In der gesamten Währungsunion lag die Neuverschuldung bei 3,7 Prozent, während es 2009 noch 6,4 Prozent waren.

Maßgeblichen Anteil daran hat Deutschland: Die größte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone schaffte einen Überschuss von 0,2 Prozent - und glich so in der Statistik die höhere Verschuldung in anderen EU-Ländern etwas aus.

ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 77 Beiträge
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1.
leiboldson 22.04.2013
Jedenfalls sind alle Staaten auf einem guten Weg und das ist das Wichtigste.
2. Liebe SPON-Redaktion...
dowhepole 22.04.2013
... euch ist ein Fehler unterlaufen. 'Trotz aggressiver Sparmaßnahmen in Portugal und Spanien, in Griechenland und Zypern, ja sogar in Frankreich, ist der Schuldenberg der EU-Länder dramatisch gewachsen. ' Das Wort welches ihr hier am Anfang dieses Satzes sucht ist 'Wegen' nicht 'Trotz'. Sparmaßnahmen während einer Rezession führen nie zu Schuldenabau, wie auch?
3. xxx
styxx66 22.04.2013
Zitat von sysopViele europäische Staaten sparen drastisch - trotzdem sind die Schulden der EU-Länder im vergangenen Jahr um 576 Milliarden Euro gewachsen. 17 Staaten haben sogar mehr neue Schulden gemacht als laut Maastricht-Vertrag erlaubt. Euro-Länder machen 375 Milliarden Euro neue Schulden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-laender-machen-375-milliarden-euro-neue-schulden-a-895855.html)
Dass sind für mich die wahren Verbrechen und da sollte die Medienlandschaft dranbleiben und fünfzehn Stellen hinterm Komma ins Detail gehen. Da gäbe es aber sowas von viel aufzuklären, aber lieber focussiert man sich dann auf einen Uli H. und lenkt vom Wichtigsten, nämlich von unserer Existenz, ab.
4. Offiziell hieß es aber,
v.papschke 22.04.2013
dass sich die Staaten zumindest teilweise schon in die richtige Richtung bewegen. Ja, was nun Frau Merkel , Herr Schäuble? Alternativlos wären jetzt weitere Rettungsschirme. Nur, wohin soll das führen? Und diese Frage geht auch an die Opposition. Wer soll das bezahlen ? Soviel Geld können auch Steuerhinterzieher nicht nachzahlen. Es ist wohl langsam höchste Zeit, sein Geld in Sicherheit zu bringen. Wann, wenn nicht jetzt !!
5.
seltenwichtig 22.04.2013
Zitat von leiboldsonJedenfalls sind alle Staaten auf einem guten Weg und das ist das Wichtigste.
´ne halbe Billion würde sich auch nicht so gewaltig anhören, wie 5xx Milliarden.
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