Medienberichte Euro-Retter stellen Griechenland Ultimatum

Das muss schneller gehen! Die Euro-Retter setzen nach Angaben griechischer Zeitungen und der Agentur Reuters Griechenland unter Druck. Garantiere Athen nicht, die Sparvorgaben einzuhalten, könnte die nächste Tranche des Rettungspakets nur zum Teil ausgezahlt werden.

Griechische Flagge: Euro-Retter setzen Athen unter Druck
REUTERS

Griechische Flagge: Euro-Retter setzen Athen unter Druck


Brüssel - Zwischen Griechenland und den Euro-Rettern verhärten sich die Fronten: Die Regierung in Athen soll binnen drei Tagen garantieren, dass sie alle Sparvorgaben einhält - sonst behalten sich die Helfer vor, die nächste Tranche des Rettungspakets nicht komplett auszuzahlen. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die griechische Zeitung "Ekathimerini".

Die Europäische Zentralbank, die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds - die sogenannte Troika - beraten derzeit über eine Überweisung von 8,1 Milliarden Euro nach Athen; das Geld ist Teil des zweiten Rettungspakets für das hochverschuldete Land. Wie SPIEGEL ONLINE von zwei Regierungsinsidern erfuhr, sind die Euro-Retter wütend auf Athen, weil die Sparmaßnahmen zu langsam vorangehen. Vor allem über das Tempo der Entlassungen im Öffentlichen Sektor gebe es Streit.

Kyriakos Mitsotakis, Minister für die Verwaltungsreform, habe die Troika am Montag um eine Verlängerung der Deadline für die Entlassungen gebeten, berichten die Insider weiter. Sie begründeten die Verzögerung mit der Schließung des staatlichen Fernsehsenders ERT, die eine Koalitionskrise ausgelöst hatte. Diese ist inzwischen behoben, die Troika wollte die Begründung für den Aufschub nicht akzeptieren.

Nach Angaben der griechischen Tageszeitung "Kathimerini" übermittelte Athen am Montag einen Fortschrittsbericht an die Troika, dem zufolge nicht eine einzige Vorgabe zur Auszahlung der nächsten Tranche des Rettungspakets erfüllt sei. Ein Insider beklagte sich gegenüber Reuters unter anderem über Mängel beim Eintreiben von Steuern und Zöllen. Bis zum Gipfel der Euro-Finanzminister kommenden Montag müsse Athen liefern, sagte ein zweiter Insider der Nachrichtenagentur. Entsprechend müsse die Regierung bis Freitag Bericht erstatten.

EU-Währungskommissar Olli Rehn dementierte am frühen Nachmittag, dass es sich um ein Ultimatum für Griechenland handle. "Wir haben keine Deadline gegeben", sagte sein Sprecher laut griechischen Medien in Brüssel. Es sei jedoch selbsterklärend, dass die Euro-Finanzminister nichts entscheiden könnten, ehe sich Troika und Athen geeinigt hätten.

Käme es zu keiner Einigung, hätte das Berichten zufolge Folgen. Sollte Griechenland die Euro-Retter nicht zufriedenstellen, könnte die Troika die Auszahlung der nächsten Tranche in mehrere Raten stückeln, berichtet "Ekathimerini". In anderen griechischen Zeitungen ist von bis zu drei Raten die Rede. SPIEGEL ONLINE wurden diese Angaben aus Regierungskreisen bislang nicht bestätigt.

Durch die Stückelung würde Athen zunächst weniger Rettungsmilliarden als geplant erhalten - der Rest würde erst freigegeben, wenn ein Konzept steht, wie die Sparvorgaben erfüllt werden. Die Regierung geriete dadurch verstärkt unter Druck: Sie muss allein im August rund 2,2 Milliarden Euro alte Schulden ablösen.

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ssu/gic



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insgesamt 235 Beiträge
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Seite 1
adam68161 02.07.2013
1. Letzter Satz:
"Faktisch" bedeutet das, dass Griechenland nie und nimmer die von der Troika gesetzten Ziele erreichen wird und dass im Herbst der nächste Schuldenschnitt erfolgen muss. Das Fass ohne Boden!
jan-gemüsehauerr 02.07.2013
2. Sommerlochgewäsch
Langsam wirds Langweilig. die EU droht und zahlt trotzdem für die Banken, das Volk dort verarmt und fällt immer mehr den Nazis der "Golden Dawn" in die Hände. Das nimmt noch ein böses ende.
wirklick 02.07.2013
3. Eine Überraschung
ist das ja wohl nicht! Griechenland ist reformunfähig.Das einzige, was hilft ist der Austritt oder der Rauswurf aus dem Euro. Aber da werden die Milliarden weiter fließen. Da die Griechen genau wissen, dass die anderen Länder nicht den Mut zu diesem Schritt haben, können sie sich alles leisten. Erbärmliches Spiel!
Pinsel 02.07.2013
4. Weiterschlafen
Mal wieder ein Ultimatum oder was? Na dann, ... weiterschlafen ...
glen13 02.07.2013
5.
Zitat von sysopREUTERSDas muss schneller gehen! Die Euro-Retter setzen Griechenland unter Druck, berichten mehrere griechische Zeitungen und die Agentur Reuters. Garantiere Athen nicht, die Sparvorgaben einzuhalten, könnte die nächste Tranche des Rettungspakets nur zum Teil ausgezahlt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-retter-stellen-griechenland-ultimatum-a-908934.html
Unser gesamter Export nach Griechenland, Spanien und Portugal ist zusammen gebrochen. Viele unserer Kunden in diesen Ländern sind nun pleite. Denen wird nicht geholfen. Es ist unvorstellbar, was in diesen Ländern kaputt gemacht wird durch überzogenen Sparmaßnahmen, die hauptsächlich die Menschen treffen, die gar nichts für die Krise können. Banken und Staatsdiener dagegen profitieren. Es ist ein Jammer und macht nur wütend.
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