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Euro-Rettung: Finanz-Guru Soros attackiert Merkels Krisenpolitik

George Soros hält überhaupt nichts vom Krisenmanagement der deutschen Kanzlerin. Sie zeige Führungsstärke, führe Europa aber in die falsche Richtung, sagte der Multimilliardär dem SPIEGEL. Statt Sparmaßnahmen bräuchten die klammen Länder Finanzspritzen. "Das versteht Angela Merkel einfach nicht."

Angela Merkel in Berlin: "Sie führt Europa in die falsche Richtung" Zur Großansicht
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Angela Merkel in Berlin: "Sie führt Europa in die falsche Richtung"

Hamburg - Der amerikanische Multimilliardär George Soros mischt sich öffentlich in die Diskussion um eine Lösung der Euro-Krise ein - und übt scharfe Kritik am Krisenmanagement der Bundeskanzlerin: "Ich bewundere Kanzlerin Merkel für ihre Führungsstärke. Aber leider führt sie Europa in die falsche Richtung", sagte Soros gegenüber dem SPIEGEL.

Die Konjunktur in den europäischen Krisenstaaten müsse mit Finanzspritzen belebt werden, anstatt die Regierungen nur zum Sparen zu zwingen. "Sonst wiederholen wir die Fehler, die Amerika 1929 in die große Depression geführt haben. Das versteht Angela Merkel einfach nicht", sagte der Spekulant. Eine Beteiligung des Internationalen Währungsfonds an der Lösung der Euro-Krise lehnt Soros ab. "Europa sollte in der Lage sein, seine Probleme selbst zu lösen. Der IWF wird dazu nicht gebraucht." Das gelte erst recht, da die Fehler der europäischen Politik die Krise verursacht hätten.

So sei es falsch gewesen, Griechenland nur gegen die Zahlung hoher Zinsen Hilfskredite zu gewähren. "Deswegen ist das Land heute gar nicht mehr zu retten. Und genauso wird es Italien ergehen, wenn wir das Land in die Zwangsjacke gewaltiger Zinszahlungen stecken." Für den Fall einer Pleite Griechenlands rechnet Soros mit einer Eskalation der Euro-Krise. "Es könnte zu einem Run auf die Bankschalter in Italien und Spanien kommen, und dann würde Europa auseinanderbrechen."

Soros rechnet dennoch damit, dass Europa Griechenland zunächst noch einmal retten werde, um ein solches Szenario zu vermeiden. Enttäuscht zeigte sich der 81-Jährige, der als Hedgefonds-Manager reich geworden ist, auch von der amerikanischen Politik. Der mögliche republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney behaupte, dass er Jobs schaffen werde, habe als Geschäftsmann aber wahrscheinlich mehr Arbeitsplätze zerstört als aufgebaut.

Generell hat Soros nicht viel Lob für Politiker übrig: Den amtierenden US-Präsidenten Barack Obama bezeichnete er als Mitläufer. Er werde ihn nicht wie im letzten Wahlkampf mit Millionenspenden unterstützen. Sympathie habe er für die Vertreter der Occupy-Bewegung, die Opfer der Finanzkrise seien und die Verluste der Wall Street trügen. Sie hätten "allen Grund, sich zu beklagen".

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1. Soros der Grieche...
mottasvizzera 12.02.2012
Zitat von sysopAPGeorge Soros hält überhaupt nichts vom Krisenmanagement der deutschen Kanzlerin. Sie zeige Führungsstärke, führe Europa aber in die falsche Richtung, sagte der Multimilliardär dem SPIEGEL. Statt Sparmaßnahmen bräuchten die klammen Länder Finanzspritzen. "Das versteht Angela Merkel einfach nicht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,814732,00.html
Wenn es der Multimilliardär so besser weiss - warum setzt er denn nicht seine Milliarden dort ein ?
2. Tja, wenn es so ist...
Roueca 12.02.2012
Zitat von sysopAPGeorge Soros hält überhaupt nichts vom Krisenmanagement der deutschen Kanzlerin. Sie zeige Führungsstärke, führe Europa aber in die falsche Richtung, sagte der Multimilliardär dem SPIEGEL. Statt Sparmaßnahmen bräuchten die klammen Länder Finanzspritzen. "Das versteht Angela Merkel einfach nicht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,814732,00.html
...kann ja der Multimilliadär diese Spritzen an die bankrotten Länder verteilen, oder? Warum soll der deutsche Steuerzahler Geld verteilen, wo darum das ein Mann wie dieser "Soros" (hört sich griechisch an) etwas davon abbekommt, nur so kann ich mir dieses dumme Geschwätz eines alten Mannes erklären.
3. ach ja super
christian0061 12.02.2012
Zitat von sysopAPGeorge Soros hält überhaupt nichts vom Krisenmanagement der deutschen Kanzlerin. Sie zeige Führungsstärke, führe Europa aber in die falsche Richtung, sagte der Multimilliardär dem SPIEGEL. Statt Sparmaßnahmen bräuchten die klammen Länder Finanzspritzen. "Das versteht Angela Merkel einfach nicht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,814732,00.html
herr soros, gehen sie mal mit gutem beispiel voran und verpassen sie griechenland ne privatspritze von 10 milliarden euro, das hält griechenland einen monat über wasser und eröffnet ihnen die chance doch noch in den himmel zu kommen! so kurz vor ihrem ableben sollten sie wirklich ein wenig über den ablasshandel nachdenken, meinen sie nicht? aber dann gilt: taten statt worte! alternativvorschlage: kaufen sie griechenland für nen appel und n ei, jetzt!
4. Na super Tip
rfriedfe 12.02.2012
Zitat von sysopAPGeorge Soros hält überhaupt nichts vom Krisenmanagement der deutschen Kanzlerin. Sie zeige Führungsstärke, führe Europa aber in die falsche Richtung, sagte der Multimilliardär dem SPIEGEL. Statt Sparmaßnahmen bräuchten die klammen Länder Finanzspritzen. "Das versteht Angela Merkel einfach nicht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,814732,00.html
Woher sollen denn die Finanzspritzen kommen? Durch weitere Verschuldung? Wir haben keine Euro-Krise, wir haben eine Schuldenkrise. Ob wir die dadurch gelöst bekommen, dass wir uns noch mehr verschulden? Na ja, Soros ist ja einer von den sogenannten Investoren, und die verdienen immer, im Zweifelsfalle durch Wetten auf die Zahlungsunfähigkeit eines Landes.
5. .
kuddel37 12.02.2012
Zitat von sysopAPGeorge Soros hält überhaupt nichts vom Krisenmanagement der deutschen Kanzlerin. Sie zeige Führungsstärke, führe Europa aber in die falsche Richtung, sagte der Multimilliardär dem SPIEGEL. Statt Sparmaßnahmen bräuchten die klammen Länder Finanzspritzen. "Das versteht Angela Merkel einfach nicht". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,814732,00.html
Die Finanzspritzen kann er ja aus seiner Tasche bezahlen. Deutschland hat Billionen-Schulden und kein Geld zur Rettung wildfremder Länder übrig.
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